Die antimikrobielle Krise: Neuartige Antibiotika könnten jährlich 230.000 Todesfälle verhindern
ID: 1789248
von der Fondazione Internazionale Menarini organisierten internationalen
Symposium präsentiert
Die Weltgesundheitsorganisation warnt und rät zu umfangreicheren und sofortigen
Investitionen in Forschungsarbeiten, um katastrophale Konsequenzen für das
Gesundheitswesen zu vermeiden.
Die Markteinführung neuer Antibiotika könnte die Anzahl von Todesfällen, die auf
sogenannte Superbugs zurückzuführen sind, von 50-55 % auf 10-15 % verringern:
würden diese neuartigen Antibiotika eingesetzt, so könnte ein Drittel aller
Menschenleben gerettet und auf globaler Ebene über 230.000 Todesfälle vermieden
werden, 11.000 davon alleine in Europa.
Diese Erkenntnis findet in aktuellen klinischen Untersuchungen Unterstützung,
die auf einem von der Fondazione Internazionale Menarini organisierten
internationalen Symposium präsentiert wurden, das führenden Experten zum
Austausch über die neuesten Erkenntnisse zu antimikrobieller Resistenz diente.
Weltweit erliegen jährlich 700.000 Menschen Infektionserkrankungen, die auf
antibiotikaresistente Superbugs zurückzuführen sind; 33.000 sterben alleine in
Europa. Zahlen, die in Zukunft drastisch in die Höhe steigen könnten. Matteo
Bassetti, Chairman der Italian Society of Anti-infective Therapy (SITA),
äußerte sich wie folgt: "Durch einen sachgemäßen sowie frühzeitigeren Einsatz
dieser neuartigen Antibiotika, von denen einige bereits auf dem Markt erhältlich
sind und andere voraussichtlich im Laufe der kommenden Monate zugänglich sein
werden, könnten wir die Anzahl der Todesfälle um ein Drittel reduzieren, wie in
mehreren ausschlaggebenden klinischen Studien zu rund 1000 mit Klebsiella
pneumoniae infizierten Patienten dargelegt wurde."
Wie jedoch in einer aktuellen Warnung der Weltgesundheitsorganisation
hervorgehoben wurde, sind diese neuen Moleküle nicht dazu in der Lage, Patienten
zu erreichen: Mehr denn je zuvor stellt antimikrobielle Resistenz derzeit eine
globale Bedrohung dar, die nach umgehenden Lösungen verlangt. Der Rückgang
privater Investitionen sowie mangelnde Innovation hinsichtlich der Entwicklung
neuer Antibiotika beeinträchtigen die Anstrengungen, die zur Handhabung
arzneimittelresistenter Infektionen unternommen wurden.
Institutionen müssen auf unterschiedlicher Ebene mit der Pharmaindustrie
zusammenarbeiten, um ihren Bemühungen Rückendeckung bieten zu können und um mit
nachhaltigen Investitionen zur Entdeckung und Entwicklung innovativer
Behandlungsmethoden beizutragen.
"Einige dieser neuen Moleküle wurden bereits von der Food Drug Administration
sowie der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen. Zweifelsohne bestehen
einige Unklarheiten in Bezug auf ihren klinischen Einsatz. Dies ist trotz ihrer
Wahrnehmung als lebensrettende Waffen der Fall, was ebenso auf neuartige
Krebstherapien zutrifft. Sie sollten in Form therapeutischer Algorithmen
eingeführt werden, um sachgemäß, empirisch sowie so frühzeitig wie möglich
genutzt werden zu können, damit lebensbedrohlich erkrankte Patienten umgehend
behandelt werden können. Ein verzögerter Beginn der korrekten Behandlungsmethode
wirkt sich sowohl auf Sterberaten als auch auf klinische Ergebnisse aus", so
Marin Kollef, Medizinprofessor an der medizinischen Fakultät der Washington
University.
"Die Durchbrüche im Bereich der modernen Medizin bei chirurgischen Eingriffen,
innerer Medizin, Immunpathologie, Transplantation sowie Krebstherapien
ermöglichen effizientere und präzisiertere Verfahren, die zahlreiche Leben
retten können. Doch ohne neue Antibiotika gefährden multiresistente
Krankenhausinfektionen sämtliche Errungenschaften der letzten 50 Jahre", fügte
Pierluigi Viale, stellvertretender Vorsitzender der Italian Society of
Anti-infective Therapy (SITA) hinzu.
Dies ist einer der Gründe, der Experten dazu veranlasst, sowohl regulatorische
Anforderungen als auch Marktzugangsverfahren für neue Antibiotika an jene
anzupassen, die für die neuesten und innovativsten Krebsmittel implementiert
wurden, um auf diese Weise vereinfachte und beschleunigte Zulassungsprozesse
einzuführen.
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Datum: 30.01.2020 - 17:26 Uhr
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