Hausarzt bei psychischen Beschwerden erster Ansprechpartner
ID: 1790808
zum Hausarzt gehen. "Zum Glück stellen psychische Probleme kein so großes Tabu
mehr dar wie früher, aber manche Patienten scheuen sich noch, sie beim Hausarzt
anzusprechen", sagt der Haus- und Betriebsarzt Dr. Christoph Grassl aus München
im Patientenmagazin "HausArzt". Doch gerade auch für solche Beschwerden seien
Hausärzte da. "Wenn Sie sich häufig müde und erschöpft fühlen, nicht wissen, was
mit Ihnen los ist, kann das eine beginnende Depression sein." Als Hausarzt mache
er in solchen Fällen den großen Check mit Blutbild, um abzuklären, ob körperlich
alles in Ordnung ist. "Aber ich spreche auch die familiäre und berufliche
Situation an", erläutert der Mediziner. "Mein Ziel ist es zu verhindern, dass
die Patienten noch tiefer in ein Loch geraten." Oft schreibe er sie daher erst
einmal für zwei bis drei Wochen krank. Zudem verordne er viel Ruhe, Bewegung,
eventuell ein Antidepressivum oder ein leichtes Schlafmittel. Mit dieser
niedrigschwelligen Behandlung lasse sich schon viel erreichen "und bei bis zu 80
Prozent der Patienten eine Depression verhindern".
Körperliche Beschwerden oft psychosomatisch
Manche Patienten kommen laut Grassl mit körperlichen Beschwerden wie
Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen oder ständigen
Infekten. "Vielen davon ist nicht bewusst, dass zahlreiche Beschwerden
psychosomatisch sind und eine Depression dahinterstecken kann."
Ein Hausarzt ersetze zwar keinen Psychotherapeuten, aber er könne den Patienten
auf die richtige Spur bringen, erläutert der Mediziner. Gerade Menschen mit
Burn-out seien oft so erschöpft, dass sie erst einmal Ruhe bräuchten. "Der
nächste Schritt ist dann die Überweisung zur Psychotherapie oder an eine
psychosomatische Klinik."
Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das
Patientenmagazin "HausArzt" gibt der Deutsche Hausärzteverband in Kooperation
mit dem Wort & Bild Verlag heraus. Die Ausgabe 1/2020 wird bundesweit in
Hausarztpraxen an Patienten abgegeben.
Pressekontakt:
Katharina Neff-Neudert
Tel. 089 / 744 33 360
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: presse@wortundbildverlag.de
www.wortundbildverlag.de
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Datum: 06.02.2020 - 08:00 Uhr
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