"Garagenvolk" - der letzte Hort der russischen Männer (FOTO)
ID: 1792838

(ots) - Im unwirtlichen russischen Norden, zwischen Schnee und Beton,
erstrecken sich bis ins Unendliche reichende Garagenfelder. Hinter rostigen
Toren verbergen sich die geheimen Refugien des russischen Mannes:
Projektionsflächen großer Träume, kleine Paradiese. Der vom MDR koproduzierte
und in Zusammenarbeit mit Arte entstandene Dokumentarfilm "Garagenvolk" von
Regisseurin Natalija Yefimkina erlebt im Rahmen der Berlinale am 26. Februar um
19.30 Uhr im Kino International seine Welturaufführung.
Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen,
Matroschkas und Wodka: die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten
bieten sie einer Vielzahl von Russen ein Refugium. Nach eigenem Gusto und
abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen
Quadratmetern alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als
Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig
Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier
unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich,
denn bis hierhin reicht der reglementierende oder korrupte Arm der Regierung
nicht.
Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, einer Flucht vor dem
Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern
der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur
Selbstverwirklichung - und kommt so vielfältig daher, wie die Träume ihrer
Besitzer. Regisseurin Natalija Yefimkina entdeckte dieses Eigenleben, als sie
vor einigen Jahren als Teil einer Spielfilm-Crew in die Region nördlich des
Polarkreises kam und war sofort fasziniert: "Die Garagentore sind wie
Theaterbühnen, bevor sich der Vorhang lüftet - und jedes Mal bietet sich den
Zuschauenden ein neues Stück, eine andere Welt."
Der Film erzählt in witzigen, unvorhersehbaren, skurrilen Szenen vom Eigenleben
russischer Männer. Ihre Geschichten sind tragisch und heiter zugleich und
ermöglichen den Einblick in die Tiefen der russischen Männerseelen. Die Männer
sprechen dabei für sich - und miteinander. Sie teilen ihre Sorgen mit, ihre
Ängste und ihre Freuden.
"Garagenvolk" ist ein Episoden- und Begegnungsfilm, dessen mosaikhafte Struktur
mit wiederkehrenden Themen, Motiven und Problemen ein Bild des heutigen
Russlands kreiert. Begleitet von kargen Panoramabildern der schneebedeckten
Kola-Halbinsel im russischen Norden geben die einzelnen Geschichten den
momentanen Gesellschaftszustand wieder. Es entsteht eine visuelle Soziologie.
Natalija Yefimkina (*1983) wurde in Kiew als Kind russisch-ukrainischer Eltern
geboren und zog 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland. Nach dem Studium der
Geschichte und Literatur in Berlin arbeitete sie als Regieassistentin und
Produktionsassistentin bei Spielfilmproduktionen. Nach mehreren kurzen
dokumentarischen Arbeiten ist "Garagenvolk" ihr erster langer Dokumentarfilm und
ihr Debüt als Regisseurin.
Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Kerstin Gensel-Dittmann,
Tel. (0341) 3 00 65 35 oder presse@mdr.de, Twitter: @MDRpresse
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7880/4519333
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.02.2020 - 11:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1792838
Anzahl Zeichen: 3699
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Leipzig
Kategorie:
Kunst und Kultur
Diese Pressemitteilung wurde bisher 557 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Garagenvolk" - der letzte Hort der russischen Männer (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
MDR Mitteldeutscher Rundfunk (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Alkohol und Tabak sind in Deutschland legal, seit einiger Zeit auch Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen. Der Konsum anderer Substanzen bleibt hingegen verboten – dennoch werden Partydrogen wie MDMA, Speed oder Kokain immer beliebter. Für „exactly“ stellt Reporter Daniel Tautz daher eine
Tacheles 2026: MDR blickt nach Görlitz und begleitet das Themenjahr ...
Im „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ richtet der MDR mit einer neuen Dokumentation den Blick nach Görlitz: Im Mitzwah-Projekt erforschen junge Menschen die Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Einwohner. „Wir sind hier! Auf den Spuren der jüdischen Einwohner von Görlitz“ wird am
MDR stärkt digitale Klassikangebote und baut ARD-Kooperation mit BR Klassik aus ...
Der MDR richtet seine Klassikangebote im Zuge des seit 1. Dezember 2025 geltenden Reformstaatsvertrags neu aus und setzt künftig verstärkt auf digitale Verbreitungswege. Klassikinhalte bleiben erhalten und werden künftig breiter über MDR Kultur, ARD?Plattformen sowie BR Klassik zugänglich gemac
Weitere Mitteilungen von MDR Mitteldeutscher Rundfunk
Deutscher Hörbuchpreis 2020: Axel Milberg erhält Sonderpreis ...
Sprecher und Schauspieler Axel Milberg wird mit dem Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises 2020 geehrt. Der Verein Deutscher Hörbuchpreis e.V. zeichnet mit dem Sonderpreis seit 2012 alle zwei Jahre eine Persönlichkeit aus, die das Hörbuch in einer wichtigen Weise geprägt hat. Die BegrÃ
Alex Katz | Beauty Print Portfolio erschienen (Ulla, Ada, Vivien) ...
New York/Nürnberg Es gibt ein neues Portfolio von Alex Katz, das sich wunderbar als grosse Arbeit zusammen oder aber einzeln verteilt hängen lässt. Die Blätter sind jeweils 51 x 48 cm gross und haben nur eine 30er Auflage. Der Subskriptionspreis liegt bei 12.500 Euro inkl. MwSt. Al
Neuerscheinung: Ostfrieslandkrimi "Tod am Kap Norderney" von Thorsten Siemens im Klarant Verlag ...
Die sympathische Hedda Böttcher und ihr Freund und Kollege Enno Frerichs ermitteln zusammen auf der beliebten ostfriesischen Insel Norderney. Hat ein berüchtigter Serienkiller nun auch dort zugeschlagen oder benutzt der wahre Mörder nur dessen Vorgehensweise, um von dem wahren Motiv abzulenken?
Der Krieg in mir ...
Immer wieder diese Träume. Sebastian Heinzel kennt sie genau. Er auf dem Panzer an der Russischen Front. Er mit der Waffe, gerichtet auf Menschen; dabei im Zweiten Weltkrieg. Heinzel ist 40 Jahre alt. Seit vielen Jahren wird er von Kriegsträumen verfolgt, obwohl er - natürlich - selber nie im Kri




