Boko Haram tötet Mitarbeiter von Caritas-Partnerorganisation in Kamerun
ID: 1793123
Humanitärer Bedarf weiter immens
Ein Mitarbeiter einer Partnerorganisation von Caritas international ist in
Nordkamerun von der Terrormiliz Boko Haram getötet worden. Der 27 Jahre alte
Mahamat Mahamat wurde in der Gemeinde Waza bei einem bewaffneten Überfall von
Kämpfern der Gruppe auf ein Geschäft erschossen. Der Sozialarbeiter der lokalen
Partnerorganisation Aldepa hatte sich nur zufällig dort aufgehalten. Auch einer
seiner Brüder kam bei dem Angriff ums Leben.
Caritas international arbeitet in der Region eng mit Fachkräften von Aldepa
zusammen. Sie unterstützen die lokale Bevölkerung unter anderem dabei,
Aktivitäten für Jugendliche durchzuführen und helfen ihr beim Aufbau von
Komitees gegen sexuelle Gewalt. Des Weiteren bieten sie psychosoziale
Unterstützungsangebote für die oftmals schwer traumatisierten Menschen an.
"Wir sind bestürzt über diesen kaltblütigen Mord, den wir auf das Schärfste
verurteilen", sagte Oliver Müller, der Leiter von Caritas international, dem
Hilfswerk des Deutsche Caritasverbandes. Es sei erschütternd, wenn jemand, der
sich unter großer persönlicher Gefahr für Betroffene eines Konfliktes einsetze,
selbst zum Ziel von Gewalt werde, so Müller.
Er appellierte an die internationale Gemeinschaft und die direkt betroffenen
Länder, sich stärker um eine Verbesserung der Sicherheitslage zu bemühen.
"Nichtregierungsorganisationen allein können nicht für Frieden in der Region
sorgen", warnte Müller. Er kündigte Unterstützung für die Familie des Ermordeten
an.
Im Norden Kameruns wie auch in vielen angrenzenden Regionen kommt es immer
wieder zu gewaltsamen Überfällen auf die Zivilbevölkerung. Hunderttausende
Menschen befinden sich im Großraum um den Tschadsee auf der Flucht vor
bewaffneten Gruppen. Auch im anglophonen Teil Kameruns eskalieren bewaffnete
Konflikte. Bereits im November 2018 war der Mitarbeiter einer lokalen
Partnerorganisation der Caritas in Nordwestkamerun von Bewaffneten getötet
worden.
Trotz der schwierigen Sicherheitslage vor Ort werde Caritas international die
Hilfe nicht einstellen. "Das sind wir den Menschen vor Ort schuldig. Viele von
ihnen sind in der Vergangenheit Opfer sexueller Gewalt geworden und haben
oftmals auch Angehörige verloren", erklärte Müller. Der humanitäre Bedarf in der
Region sei nach wie vor immens.
Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser
gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit mehr als 160 nationalen
Mitgliedsverbänden.
Pressekontakt:
Herausgeber: Deutscher Caritasverband, Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit, Karlstraße 40, 79104 Freiburg. Telefon
0761/200-0. Michael Brücker (verantwortlich, Durchwahl -293), Holger
Vieth (Durchwahl -514). www.caritas-international.de
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Datum: 14.02.2020 - 09:52 Uhr
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