Hohenzollern prozessieren weiter / Potsdamer Historiker Sabrow: Ich sehe mich getäuscht
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Kritiker hat der Potsdamer Historiker Martin Sabrow den Erben Wilhelms II.
vorgeworfen, falsche Erwartungen geweckt zu haben. Entgegen der Ankündigung
ihres Anwalts hätten die Hohenzollern ihre einstweilige Verfügung gegen seinen
Potsdamer Kollegen Winfried Süß "nicht zurückgezogen", sagte der Leiter des
Zentrums für Zeitgeschichtliche Forschung in Potsdam (ZZF) dem in Berlin
erscheinenden "Tagesspiegel" (Montagausgabe). "Ich sehe mich damit in meiner
auch öffentlich kommunizierten Annahme getäuscht, dass der Familienverband von
der Fortsetzung seines juristischen Feldzugs gegen Fachkollegen und Medien
ablässt", fügte der Wissenschaftler hinzu.
Das Haus Hohenzollern geht im Zusammenhang mit dem Streit um
Restitutionsforderungen gegen den Staat juristisch gegen Historiker und Medien
vor, Sabrow hatte dies Ende 2019 als Angriff auf die Freiheit der Wissenschaft
kritisiert.
Sabrow warnte davor, dass das juristische Vorgehen der Hohenzollern eine
friedliche Einigung im Restitutionsstreit gefährde. "Diese Entwicklung bedauere
ich sehr", sagte der Historiker. Es bleibe nur zu hoffen, dass im Hause
Hohenzollern doch noch die Einsicht einkehre, "wie sehr man sich mit einer
solchen Taktik nicht nur imagepolitisch schädigt". Man raube sich damit vor
allem die Chancen zu einer friedlichen Einigung, die am Ende auch im Interesse
der Hohenzollern selbst sein müsste, fügte er hinzu.
https://www.tagesspiegel.de/politik/restitutionsstreit-hohenzollern-prozessieren
-weiter/25574952.html
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Datum: 24.02.2020 - 01:00 Uhr
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