Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 - aktuell Schwerpunkt auf Unterstützung der Wirtschaft aufgrund Corona-Pandemie
ID: 1806254
- KfW-Fördervolumen erreicht 77,3 Mrd. EUR - Konzerngewinn von 1,4 Mrd. EUR - Gestiegenes operatives Ergebnis und moderate Risikovorsorge zeichnen das Ergebnis aus - Anstieg Bilanzsumme auf 506,0 Mrd. EUR - Corona-Sonderprogramm von Bund, Banken und KfW mit schnellem Start und hoher Nachfrage
Das Gesamtfördervolumen der KfW ist im Jahr 2019 auf 77,3 Mrd. EUR gestiegen (2018: 75,5 Mrd. EUR). Auf die Förderung von Unternehmen, Privatkunden und Kommunen in Deutschland entfielen 43,4 Mrd. EUR (2018: 46,0 Mrd. EUR). Die Nachfrage nach Förderkrediten war aufgrund des Niedrigzinsumfelds sowie der guten Finanzierungsbedingungen insgesamt rückläufig. Jedoch stieg in einzelnen Programmen wie im KfW-Unternehmerkredit, Wohneigentumsprogramm oder beim Baukindergeld die Nachfrage.
Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das Finanzierungen im Interesse der deutschen und europäischen Wirtschaft bereitstellt, stieg um rd. 25 % auf einen Rekordwert von 22,1 Mrd. EUR (2018: 17,7 Mrd. EUR). Dies ist zu einem wesentlichen Teil auf den Zuwachs der Bankenrefinanzierung aus dem Schiffs- und ERP-CIRR, Instrument der Außenwirtschaftsförderung, zurückzuführen. Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer knüpfte mit 10,6 Mrd. EUR an das hohe Volumen des Vorjahres (10,6 Mrd. EUR) an. Davon entfielen 8,8 Mrd. EUR auf die KfW Entwicklungsbank und 1,8 Mrd. EUR auf die DEG.
Die für die Fördertätigkeit der KfW maßgeblichen qualitativen Zielmarken haben sich gut und stabil entwickelt. So lag der Anteil der Klima- und Umweltschutzförderung ("Umweltquote") bei 38%, der Anteil der Mittelstandsförderung ("Mittelstandsquote") bei 40 %.
Die Ertragslage der KfW hat sich im Geschäftsjahr 2019 mit einem Konzerngewinn von 1.367 Mio. EUR , der wie prognostiziert unter dem Vorjahr (1.636 Mio. EUR) liegt, deutlich besser entwickelt als erwartet. Dies resultiert aus einem positiven Trend im operativen Ergebnis und einer moderaten Risikovorsorge. Gegenläufig wirken die rein IFRS-bedingten Effekte aus der Bewertung von Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden. Diese haben sich von 325 Mio. EUR im Vorjahr auf -80 Mio. EUR verändert. Der für die Steuerung der KfW relevante Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen liegt mit 1.447 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (1.311 Mio. EUR).
"Der im Geschäftsjahr 2019 erzielte Konzerngewinn ist sehr zufriedenstellend", sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe. "Wir konnten das operative Ergebnis steigern, während das Bewertungsergebnis schlechter ausfällt als im Vorjahr. Mit dem Konzerngewinn verbessert die KfW in einer aktuell gewaltigen Krisensituation die wichtige Kapitalbasis und steigert ihre Kernkapitalquote auf 21,3 %". Weiter sagt Bräunig: "Wir setzen unsere ganze Erfahrung und Kraft daran, im Auftrag des Bundes und im Schulterschluss mit der deutschen Kreditwirtschaft die KfW-Corona-Hilfe umzusetzen. Ziel ist es Unternehmen zu helfen und sie schnell mit Liquidität zu versorgen. Diese herausfordernde Aufgabe wird das Geschäftsjahr 2020 der KfW maßgeblich prägen."
In den ersten Wochen seit Start des Programms hat die KfW 2.432 Anträge entgegen genommen mit einem Gesamtvolumen ca. 9,8 Mrd. EUR (Stand 01.04.2020). "Das Programm ist sehr schnell aufgesetzt worden und ist erfolgreich angelaufen. Wir erwarten, dass in den nächsten Wochen die Anzahl und das Volumen der Anträge noch deutlich steigen werden", sagt Bräunig.
Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) übertrifft mit 1.677 Mio. EUR (1.387 Mio. EUR) den Vorjahreswert und liegt über den Erwartungen. Dabei verzeichnet der Zinsüberschuss (vor Förderaufwand) mit 2.484 Mio. EUR eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (2.413 Mio. EUR). Positiv entwickelt sich der Provisionsüberschuss, der gestärkt durch eine lebhafte Nachfrage nach Bundesprogrammen, mit 512 Mio. EUR (374 Mio. EUR) einen Beitrag zum Anstieg des operativen Ergebnisses leistete. Der Verwaltungsaufwand bewegt sich dank der umfangreichen Maßnahmen zur Kostenreduzierung mit 1.320 Mio. EUR unter dem Vorjahr (1.400 Mio. EUR).
Der Förderaufwand - im Wesentlichen Zinsverbilligungen aus dem Neugeschäft - liegt im Geschäftsjahr 2019 mit 159 Mio. EUR aufgrund des im anhaltenden Niedrigzinsumfeld begrenzten Verbilligungsspielraums weiterhin unter den Erwartungen und unter dem Niveau des Vorjahres (216 Mio. EUR).
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat die Ertragslage moderat mit 174 Mio. EUR (-3 Mio. EUR) belastet. Hierbei wurde der Wertberichtigungsbedarf, der insbesondere in den Geschäftsfeldern Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer sowie Mittelstandsbank & Private Kunden zu verzeichnen war, durch positive Sondereffekte in Form von Eingängen auf bereits abgeschriebene Forderungen teilweise kompensiert.
Das Beteiligungsportfolio trägt mit einem positiven Ergebnis von 95 Mio. EUR (128 Mio. EUR) zum Konzernergebnis bei. Insbesondere wirken sich hier Bewertungserträge und Veräußerungserlöse aus dem Beteiligungsgeschäft des Geschäftsfelds Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer sowie dem inländischen Beteiligungsgeschäft aus.
Die rein IFRS-bedingten Effekte aus der Bewertung von Derivaten, die in wirtschaftlich geschlossenen Risikopositionen ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, haben mit -80 Mio. EUR, nach einem positiven Beitrag im Vorjahr (325 Mio. EUR), das Bewertungsergebnis belastet.
Die Bilanzsumme hat sich mit 506,0 Mrd. EUR - im Wesentlichen aufgrund eines Anstiegs des Nettokreditvolumens und der Liquiditätshaltung- gegenüber dem 31.12.2018 (485,8 Mrd. EUR) erhöht.
Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten liegen zum Jahresende 2019 mit 21,3 % weiterhin auf einem guten Niveau und sind im Jahresvergleich angestiegen (31.12.2018: 20,1 %). Der Anstieg ist auf die Erhöhung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel und auf den Gesamtrisikobetrag reduzierende methodische Umstellungseffekte zurückzuführen. Bei letzteren handelt es sich im Wesentlichen um die aufsichtskonforme Anrechnung von Limit- und Ersatzsicherheiten im Kreditrisiko, welche bislang noch nicht berücksichtigt wurden.
Für 2020 ist zu erwarten, dass die aktuellen Entwicklungen in Zusammenhang mit der Verbreitung des Corona-Virus und der hieraus resultierenden weltweiten Verschlechterung der ökonomischen Lage sich auch auf die KfW substanziell auswirken werden. Bereits für das erste Quartal 2020 rechnet die KfW im Konzern mit höheren Belastungen der Ertragslage. Diese betreffen zum einen Risikovorsorgeaufwendungen für Finanzierungen in vom Virus besonders betroffenen Ländern sowie besonders betroffene Branchen der Export- und Projektfinanzierung. Zum anderen sind hohe Belastungen aus der Bewertung des Beteiligungsportfolios zu erwarten, insbesondere im Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer. Trotz des guten operativen Ergebnisses i.H.v. 300 Mio. EUR in den ersten beiden Monaten 2020 wird vor diesem Hintergrund für das erste Quartal ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von -600 Mio. EUR bis -950 Mio. EUR erwartet. Diese kann je nach Entwicklung im Zeitraum bis zur Aufstellung des Quartalsabschlusses sowohl über- als auch unterschritten werden.
Erfolgskennzahlen (in Mio. EUR) 01.01.2019 - 01.01.2018 - 31.12.2019 31.12.2018
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) 1.677 1.387 Förderaufwand 159 216 Konzerngewinn 1.367 1.636 Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen 1.447 1.311
Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR) 31.12.2019 31.12.2018
Bilanzsumme 506,0 485,8 Bilanzielles Eigenkapital 31,4 30,3 Geschäftsvolumen 610,7 590,7 Aufsichtsrechtliche Kennzahlen 31.12.2019 31.12.2018 (in %) 1) (Harte) Kernkapitalquote 21,3 % 20,1 % Gesamtkapitalquote 21,3 % 20,1 %
1) Die angegebenen Kapitalquoten berücksichtigen das Ergebnis des jeweils ersten Halbjahres.
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Datum: 02.04.2020 - 10:45 Uhr
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