Corona-Krise bedroht die Zukunft von Millionen Mädchen / Kinderrechtsorganisation Plan International warnt: Risiko für Kinderehen, Frühschwangerschaften und sexuelle Gewalt wird steigen
ID: 1808301
Schon vor der Corona-Pandemie hatten viele Mädchen in ärmeren Ländern nur geringe Chancen auf eine Schulbildung. Durch die Schließung von Schulen wird dieses Problem jetzt noch verstärkt. Mädchen müssen im Haushalt arbeiten, die Betreuung ihrer Geschwister übernehmen oder zum Einkommen der Familie beitragen. Selbst wenn Schulen wieder öffnen, werden arme Familien kein Geld mehr haben, um ihre Töchter wieder in den Unterricht zu schicken. Von den weltweit rund 743 Millionen Mädchen, die seit Ausbruch der Pandemie nicht zur Schule gehen können, wird ein großer Teil der Mädchen aus Ländern mit niedrigen Einkommen nicht in den Unterricht zurückkehren - vor allem, wenn es um weiterführende Schulen geht.
Maike Röttger: "Das wäre ein unvorstellbarer Rückschritt für die Gleichberechtigung. Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie müssen deshalb auch auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet werden. Wir müssen ihre Gesundheit, Sicherheit und ihr Wohlergehen in den Fokus rücken. Es ist sehr wichtig, dass bereits laufende Förderprojekte weiterfinanziert werden. Zudem müssen wir sie jetzt an die Corona-Krise anpassen. Dazu gehört auch, dass Finanzierungsvereinbarungen mit öffentlichen Gebern flexibilisiert und vereinfacht werden."
Plan International veröffentlicht seit Jahren Berichte zur Situation von Mädchen in Krisenregionen, zum Beispiel in der Tschadsee-Region, in Südsudan oder im libanesischen Beirut. In den "Girls in Crisis"-Reports beklagten Mädchen durchweg, dass sie nicht mehr zur Schule gehen konnten, sondern Aufgaben im Haushalt übernehmen mussten, in dem auf engstem Raum oft das Risiko von Gewalt höher ist. Plan hat deshalb den Schutz von Mädchen in Krisenregionen zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht. So ist ein Teil der Nothilfemaßnahmen speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen ausgerichtet, zum Beispiel psychosoziale Betreuung, die Schaffung sicherer Waschgelegenheiten und Aufklärungsarbeit zu Themen wie häusliche Gewalt oder sexuelle Gesundheit.
Zahlen zu den Auswirkungen von Covid-19 auf Mädchen und Frauen
Rund 1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche gehen derzeit nicht zur Schule oder zur Universität - darunter fast 743 Millionen Mädchen. Für Mädchen aus Ländern mit niedrigem Einkommen ist die Gefahr, nach der Corona-Krise nicht in Schulen zurückzukehren, deutlich höher als für Jungen.
Über 111 Millionen Mädchen leben in Ländern mit besonders niedrigen Einkommen, in denen der Zugang zu Bildung bereits jetzt ein großes Problem ist.
Etwa 75 Millionen Kinder lebten schon vor der Corona-Krise in von Krisen und Kriegen betroffenen Gebieten. Das Risiko, dass Mädchen keine Sekundarschule besuchen, ist mehr als doppelt so groß wie bei Jungen.
Pressekontakt:
Interview mit Maike Röttger möglich. Terminanfragen oder weitere Informationen:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation
Alexandra Tschacher, Leiterin des Presseteams Tel. 040 607716-278
Claudia Ulferts, Pressereferentin, Tel. 040 607716-267
presse@plan.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/18591/4568332
OTS: Plan International Deutschland e.V.
Original-Content von: Plan International Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.04.2020 - 11:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1808301
Anzahl Zeichen: 4380
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Soziales
Diese Pressemitteilung wurde bisher 507 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Corona-Krise bedroht die Zukunft von Millionen Mädchen / Kinderrechtsorganisation Plan International warnt: Risiko für Kinderehen, Frühschwangerschaften und sexuelle Gewalt wird steigen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Plan International Deutschland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




