Von Rana Plaza zu COVID-19: Textilarbeiter*innen erneut in tiefer Krise / Faire Einkaufspraktiken von Unternehmen gefordert
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Das Textilbündnis hat am 21. April mit anderen internationalen Multi-Stakeholder-Initiativen eine Erklärung über gemeinsame Prioritäten zur Bewältigung der Krise in den Produktionsländern veröffentlicht. "Auch der Aufruf zum gemeinsamen Handeln, sofort und langfristig, von internationalen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf der Ebene der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) muss nun von Bündnis-Unternehmen unterstützt werden," meint Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. "Wie nach Rana Plaza ist jetzt gemeinsames Handeln angesagt. Der geforderte Krisen-Fonds und die in diesen Erklärungen formulierten Leitlinien rücken richtigerweise die Lohnabsicherung von Arbeiter*innen, faire Einkaufspraktiken und den Aufbau sozialer Sicherungssysteme in den Fokus."
"Es darf aber nicht allein bei diesen Appellen bleiben. Die Mitgliedsunternehmen des Textilbündnisses sollten sich jetzt öffentlich zu fairen Einkaufspraktiken verpflichten," fordert Gisela Burckhardt von FEMNET. "Faire Einkaufspraktiken ermöglichen den Zulieferern eine Weiterbeschäftigung und Bezahlung der Arbeiter*innen. Nur eine öffentliche Verpflichtung der einzelnen Unternehmen schafft Transparenz darüber, wer auch in der Krise bereit ist, Menschenrechte zu achten."
"Aus Rücksicht auf die Krise der Marken und Einzelhändler hat das Textilbündnis zwar die Berichtspflicht für Unternehmen in diesem Jahr ausgesetzt. Das Aussetzen der Berichtspflicht bedeutet aber kein Pausieren der Verantwortung für Menschenrechte und Umwelt in der Lieferkette," mahnt Sabine Ferenschild vom SÜDWIND-Institut. "Mit der vollständigen Bezahlung bereits fertiggestellter und laufender Aufträge können Unternehmen in einem ersten Schritt zeigen, dass sie auch in der Krise ihre menschenrechtliche Verantwortung ernst nehmen."
Hintergrund-Informationen
Bündnis für nachhaltige Textilien: https://www.textilbuendnis.com
Gemeinsame Erklärung von Multi-Stakeholder-Initiativen "Responding Responsibly to the COVID-19 Crisis": https://www.textilbuendnis.com/joint-statement-msi-covid19/
Internationale Arbeitsorganisation, COVID-19: Action in the Global Garment Industry: https://www.ilo.org/global/topics/coronavirus/sectoral/WCMS_742343/lan g--en/index.htm
Bündnis für nachhaltige Textilien, Leitsätze für verantwortungsvolle Einkaufspraktiken in Zeiten von COVID-19: https://www.textilbuendnis.com/download/leitsaetze-einkaufspraktiken-covid19/
Diese Pressemitteilung wurde von den zivilgesellschaftlichen Organisationen im Steuerungskreis verfasst und repräsentiert nicht zwangsläufig die Meinung aller zivilgesellschaftlichen Mitglieder. Das Textilbündnis hat 19 zivilgesellschaftliche Mitgliedsorganisationen, die von FEMNET, INKOTA-netzwerk und dem SÜDWIND Institut im Steuerungskreis vertreten werden.
Pressekontakt:
Dr. Gisela Burckhardt,
FEMNET, gisela.burckhardt@femnet-ev.de,
Tel.: 0152 01774080
Dr. Sabine Ferenschild,
SÜDWIND-Institut, ferenschild@suedwind-institut.de,
Tel: 01578 9606450
Berndt Hinzmann,
INKOTA-netzwerk, hinzmann@inkota.de,
Tel.: 0160 94 69 87 70
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/130898/4579446
OTS: Zivilgesellschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien
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Datum: 24.04.2020 - 06:00 Uhr
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