Landwirtschaftsstrategie der EU-Kommission: Großer Wurf bleibt aus
ID: 1817966
Die heute von der EU-Kommission veröffentlichte Farm to Fork Strategie zur Erneuerung der Agrar- und Ernährungspolitik der EU kommentiert Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe:
"Mit der heute vorgelegten Farm to Fork Strategie hat die EU wichtige Weichen für eine naturverträgliche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft und Ernährung gestellt. Wirklich wirksam können die Vorhaben und festgelegten Reduktionsziele für Pestizide oder Düngemittel aber nur sein, wenn sie auch verpflichtend umgesetzt werden. Die Ziele sollen bis 2030 erreicht werden, die Umsetzung muss daher schnell geschehen. Die bevorstehende Reform der europäischen Agrarpolitik, als wichtigstes Förderinstrument der europäischen Landwirtschaft, muss nach den Leitplanken der Strategie neu gedacht werden. Wir fordern eine grundlegende Debatte über das bestehende Landwirtschafts- und Ernährungssystem. Der Fokus auf den Export bei der Produktion von tierischen Produkten und die Ausrichtung auf intensive Tierhaltung sind Ursachen für viele Umwelt- und Klimaprobleme in der EU. Wir fordern konkrete Obergrenzen in der Tierhaltung und eine Abkehr vom intensiven Landwirtschaftsmodell in der EU. Naturverträgliche Landwirtschaftspraktiken, die die Reduktionsziele erfüllen, können nur umgesetzt werden, wenn Landwirte auch entsprechend dafür honoriert werden. Dafür fordern wir eine Abkehr von pauschalen Flächensubventionen."
Insgesamt schafft es die Strategie nicht, strukturelle Probleme im Ernährungssystem anzugehen. Der Fokus auf Ernährungssicherheit, der durch die Corona-Krise verstärkt wurde, blendet die strukturellen Schwächen eines historisch gewachsenen Landwirtschaftsmodells in der EU aus. Durch Überproduktion und Exportorientierung im Bereich der tierischen Lebensmittel und bodenlose Dumpingpreise ist das Ernährungssystem an sich fehlgeleitet. Für ein resilientes Ernährungssystem braucht es vor allem eine diverse Landwirtschaft, die Umwelt-, Klima- und Leistungen für die Gesellschaft honoriert.
Das Projekt Clean Air Farming (LIFE17 GIE/DE/610) wird im Rahmen des LIFE-Programms von der EU-Kommission gefördert. http://www.clean-air-farming.eu .
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
DUH-Pressestelle:
Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de http://www.duh.de,
http://www.twitter.com/umwelthilfe, http://www.facebook.com/umwelthilfe,
http://www.instagram.com/umwelthilfe
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/22521/4602506
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.05.2020 - 16:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1817966
Anzahl Zeichen: 3103
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 502 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Landwirtschaftsstrategie der EU-Kommission: Großer Wurf bleibt aus"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- DUH klagt mit Unterstützung der Environmental Justice Foundation (EJF) gegen Grundschleppnetzfischerei im Meeresschutzgebiet Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer - Verstoß gegen EU-Naturschutzrecht: Mobile grundberührende Fischerei im Nationalpark findet ohne verpflichtende Vert
Studie zeigt Trend zu immer größeren Autos: Deutsche Umwelthilfe fordert Begrenzung der Fahrzeuggröße und Verbot überdimensionierter SUV in Städten ...
- Neue Pkw in Deutschland werden seit 2000 jährlich im Schnitt 1,2 Zentimeter länger und 0,5 Zentimeter höher - Überdimensionierte Fahrzeuge gefährden Leib und Leben besonders für Kinder, Ältere, Fußgänger und Radfahrende - DUH fordert verbindliche Obergrenzen für neue Pkw: maximal 8
Deutsche Umwelthilfe fordert Bundesumweltminister Schneider auf, Förderung für Elektroautos mit PFAS-Chemikalien in der Klimaanlage zu beenden ...
- Bundesregierung fördert Elektroautos, deren Kältemittel bei Leckage vollständig in die Ewigkeitschemikalie TFA umgewandelt werden - Seit Juni 2026 bestätigt der Risikoprüfungsausschuss der EU-Chemikalienagentur die Fortpflanzungstoxizität von TFA - DUH fordert Umweltminister Schneider
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
EU Farm to Fork Strategie: Chancen für Bienenschutz nutzen ...
Um ihren Zielen für Biodiversität und Landwirtschaft gerecht zu werden, muss die EU-Kommission diese nun umgehend in Gesetzen und Verordnungen verankern Ausgerechnet am Weltbienentag veröffentlicht die EU-Kommission zwei Strategien, um den "European Green Deal" voranzubringen. Mit der
EU-Kommission stellt Farm-to-Fork-Strategie vor / Grain Club: Klimaneutralität bis 2050 gelingt nur mit technologischem Fortschritt ...
Die Verbändeallianz der Agrar- und Ernährungswirtschaft, Grain Club, begrüßt grundsätzlich die heute veröffentlichte Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem. Sie enthält richtige Impulse für die Erreichung der Klimaneutrali
"planet e. pandemie" im ZDF: Wie die Umwelt profitiert (FOTO) ...
Für die Umwelt hat der Lockdown positive Folgen: Die stark reduzierten Flugbewegungen und die geringere Zahl an Autofahrten senken den CO2-Ausstoß. Die Coronakrise hat somit einen kurzfristigen Effekt ausgelöst, der Klimaschutz-Experten zu der Frage bringt: Was lässt sich aus der Krise lernen, d
Klimawandel im Lichte der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise: Vorgaben des Green Deal müssen überprüft werden (FOTO) ...
Der Lebensmittelverband Deutschland wird die Farm-to-Fork-Strategie als Teil des Europäischen Green Deal, die heute von der Europäischen Kommission vorgestellt wird, vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genau auf Prioritäten und Machbarkeiten prüfen. Philipp Hen




