Deutsche Umwelthilfe fordert Verschärfung der CO2-Flottengrenzwerte und klare Absage an Kaufprämie

Deutsche Umwelthilfe fordert Verschärfung der CO2-Flottengrenzwerte und klare Absage an Kaufprämien für Pkw

ID: 1819214
(ots) - DUH fordert CO2-basierte Reform der Kfz-Steuer und Obergrenze für den CO2-Ausstoß von Fahrzeugmodellen - Kaufprämien verhindern Aufschwung der Elektromobilität - Strenge CO2-Flottengrenzwerte sind zentraler Treiber für emissionsarme Fahrzeuge

Angesichts der seit drei Jahren wieder ansteigenden CO2-Emissionen bei neu zugelassenen Pkw fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Verschärfung der EU-weiten CO2-Flottengrenzwerte für Pkw. Eine aktuelle Studie des Dachverbandes Transport & Environment (T&E) zeigt, dass CO2-Flottengrenzwerte einer der zentralen Treiber für einen Aufschwung der Elektromobilität sein können und eine weitere Verschärfung der Vorgaben diesen Trend verstärken kann. Gleichzeitig warnt die DUH vor kontraproduktiven Kaufanreizen für Pkw mit Verbrennungsmotor bzw. Plug-In-Hybride. Völlig überholte Instrumente wie das Dienstwagen-Privileg, das die Nutzung besonders schmutziger Fahrzeuge begünstigt, müssen ebenfalls dringend verändert werden.

Der seit Januar 2020 gültige Flottengrenzwert von 95 g CO2/km wird in Deutschland bei Pkw-Neuwagen weit verfehlt. Daran ändern auch die wenigen tausend Neuzulassungen von Elektro-Pkw nichts. Im Gegenteil: Für 2020 ist mit einer weiteren Steigerung des Marktanteils von SUV und Geländewagen in Deutschland zu rechnen.

Dazu sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH: " Die Durchsetzung strenger europäischer CO2-Flottengrenzwerte ist das wesentliche Instrument zur Absenkung klimaschädlicher Emissionen im Straßenverkehr. Dies gilt umso mehr, solange der Bundesverkehrsminister wirksame Maßnahmen wie eine CO2-basierte Reform der Kfz-Steuer blockiert. Eine weitere Verschärfung der Grenzwerte, wie von der EU Kommission angekündigt muss im nächsten Jahr erfolgen, damit emissionsfreie Mobilität einen wirklichen Durchbruch erlebt.

Dabei müssen dringend auch die klimaschädlichen Schlupflöcher in der Gesetzgebung gestopft werden, wie die Anrechnung von Plug-in Hybridfahrzeugen mit vollkommen realitätsfernen, extrem niedrigen CO2 Werten. Gemeinsam mit T&E fordert die DUH die Einführung von jährlich absinkenden CO2-Flottengrenzwerten sowie die Einführung einer strikten Obergrenze für den CO2-Ausstoß von Fahrzeugmodellen. Andernfalls droht die Gefahr, dass das zart anwachsende Segment von Elektrofahrzeugen dazu missbraucht wird, im Gegenzug noch mehr Spritschlucker auf den Markt zu drücken. Denn die Gesetzgebung regelt nur die Durchschnittsemissionen: Jedes Elektrofahrzeug erlaubt damit einen Verbrenner mit doppelt so hohen Emissionen wie der Grenzwert vorsieht.



Vollkommen absurd sind die Bestrebungen von Verkehrsminister Andreas Scheuer, jetzt staatliche Kaufprämien für Verbrenner und spritdurstige Plug-in-Hybrid SUV einzuführen, die den geltenden EU-Flottengrenzwert im Realbetrieb um das mehr als Dreifache überschreiten. Das zementiert die klimaschädliche Verbrennertechnologie auf Jahre, verhindert den Aufschwung der Elektromobilität und belohnt die Hersteller für ihre zukunftsfeindliche Modellpolitik mit weiteren Steuermilliarden."

Links:

Zur Studie von T&E: https://transenv.eu/3gg3kmV

Pressekontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
030 2400867-74, 0170 7686923, metz@duh.de

DUH-Pressestelle:

Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de http://www.duh.de,
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Datum: 27.05.2020 - 12:42 Uhr
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