Zero Degradation? PERC-Solarzellen ohne Wirkungsgradverlust
Erneuerbare Energien sind heute ein fester Bestandteil des Energiemixes. Eine Vorreiterrolle nimmt dabei die Nutzung des Sonnenlichts durch Photovoltaik-Solarmodule ein. Hierbei besitzt die kristalline Silizium-Technologie einen Anteil von ca. 95 % am Photovoltaik-Weltmarkt. Mit der Entwicklung der sog. PERC (Passivated Emitter and Rear Contact)-Solarzelle konnten in den letzten Jahren die Zellwirkungsgrade nochmal einmal deutlich angehoben werden. Sie liegen derzeit über 22 % für einkristallines und rund bei 20 % für multikristallines Silizium-Basismaterial. Das Problem: Die PERC-Solarzellen sind sehr anfällig für Degradation, d. h. der Wirkungsgrad der Solarzelle kann im Betrieb um mehrere Prozentpunkte absinken. Eine der Ursachen für diesen Wirkungsgradverlust ist Beleuchtung bei erhöhter Temperatur, das so genannte LeTID (Light and elevated Temperature Induced Degradation)-Phänomen. Der Wirkmechanismus und die Ursache des LeTID-Phänomens sind derzeit aber noch nicht ausreichend verstanden.
Im Rahmen des ZORRO-Verbundvorhabens wird ein Zero-Degradationskonzept für die industrielle Produktionstechnologie von multi- und monokristallinen PERC Solarmodulen erarbeitet. Grundlagenuntersuchungen sollen zunächst ein umfassendes, vertieftes Verständnis für die Prozess- und Materialabhängigkeit von LeTID und artverwandten Degradationseffekten in mono- und multikristallinen PERC-Solarzellen ermöglichen. Die Ursache für die auftretende Degradation wird dabei einerseits im hergestellten mono- und multikristallinen Wafermaterial gesucht. Andererseits werden einzelne Schritte der Solarzellenprozessierung im Detail analysiert und die Teilergebnisse schließlich zielführend verknüpft. Im Fokus steht das Zusammenspiel aus unterschiedlichsten Verunreinigungselementen im Wafergrundmaterial mit Wasserstoff, der während der Herstellung der Solarzelle im Oberflächenpassivierungsschritt eingebracht wird.
Das Projektkonsortium zu ZORRO besteht aus einem Zusammenschluss von vier Forschungseinrichtungen sowie zwei assoziierten Industriepartnern. Das Fraunhofer IISB aus Erlangen, welches das Vorhaben koordiniert, bringt seine Expertise im Bereich der Kristallzüchtung ein und übernimmt die Herstellung von gezielt verunreinigtem Silizium-Grundmaterial. Das International Solar Energy Research Center Konstanz e.V. (ISC) ist für die Herstellung von PERC-Solarzellen zuständig. Die Defekt- und Degradationsuntersuchungen werden von der Universität Konstanz (UKN) sowie dem Institut für angewandte Physik (IAP) der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (Sachsen) durchgeführt. Als assoziierte Industriepartner sind die Wacker Chemie AG und die centrotherm international AG am ZORRO-Projekt beteiligt.
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt entsprechend des Fraunhofer-Modells angewandte Forschung und Entwicklung in den Geschäftsbereichen Leistungs- und Energieelektronik und Halbleiter. Dabei deckt das Institut in umfassender Weise die Wertschöpfungskette für komplexe Elektroniksysteme ab, vom Grundmaterial zum vollständigen Elektronik- und Energiesystem. Schwerpunkte liegen in den Anwendungsgebieten Elektromobilität und Energieversorgung.
Das Institut erarbeitet für seine Auftraggeber Lösungen auf den Feldern Materialentwicklung, Halbleitertechnologie und -fertigung, elektronische Bauelemente und Module, Aufbau- und Verbindungstechnik, Simulation, Zuverlässigkeit, bis hin zur Systementwicklung in der Fahrzeugelektronik, Energieelektronik und Energieinfrastruktur. Das IISB verfügt u.a. über umfangreiche Halbleiterprozesstechnik, ein Testzentrum für Elektrofahrzeuge und ein Anwendungszentrum für Gleichstromtechnik.
Der Hauptstandort des Fraunhofer IISB ist in Erlangen, daneben gibt es Standorte am Energie Campus Nürnberg (EnCN) sowie in Freiberg.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt entsprechend des Fraunhofer-Modells angewandte Forschung und Entwicklung in den Geschäftsbereichen Leistungs- und Energieelektronik und Halbleiter. Dabei deckt das Institut in umfassender Weise die Wertschöpfungskette für komplexe Elektroniksysteme ab, vom Grundmaterial zum vollständigen Elektronik- und Energiesystem. Schwerpunkte liegen in den Anwendungsgebieten Elektromobilität und Energieversorgung.Das Institut erarbeitet für seine Auftraggeber Lösungen auf den Feldern Materialentwicklung, Halbleitertechnologie und -fertigung, elektronische Bauelemente und Module, Aufbau- und Verbindungstechnik, Simulation, Zuverlässigkeit, bis hin zur Systementwicklung in der Fahrzeugelektronik, Energieelektronik und Energieinfrastruktur. Das IISB verfügt u.a. über umfangreiche Halbleiterprozesstechnik, ein Testzentrum für Elektrofahrzeuge und ein Anwendungszentrum für Gleichstromtechnik.Der Hauptstandort des Fraunhofer IISB ist in Erlangen, daneben gibt es Standorte am Energie Campus Nürnberg (EnCN) sowie in Freiberg.
Datum: 03.06.2020 - 10:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1820523
Anzahl Zeichen: 4311
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Erlangen
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 396 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zero Degradation? PERC-Solarzellen ohne Wirkungsgradverlust"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Energiesysteme in Unternehmen, Quartieren und allgemeiner Infrastruktur sind komplex und bieten häufig Potenzial, durch intelligentes Energiemanagement sowohl Kosten als auch klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Dabei unterstützt die universelle Softwaretoolbox intEMT® (intelligent Energy M
Labor statt Klassenzimmer: Schulkinder der Montessori Schule Herzogenaurach erforschen Kristalle am Fraunhofer IISB ...
Im Rahmen der MINT-Projektwoche »Kristalle« steht für die Schülerinnen und Schüler der Montessori Schule Herzogenaurach echte Forschung auf dem Stundenplan: Sie schlüpfen in Laborkittel, Schutzbrillen und Handschuhe und tauchen voll in die Welt dieser spannenden Werkstoffe ein. Halbleiter-Kris
Neue Aluminium-Ionen-Zellchemie auf dem Batterieprüfstand ...
Für eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung sind effiziente und umweltverträgliche Speichertechnologien wie die lithiumfreie Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) essenziell. Im Forschungsprojekt SALSA (steht für: Entwicklung applikationsspezifischer Aluminium-Ionen-Batterien unter Nutzung inno
Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB
Caverion wartet Ladeparks von IONITY in fünf Ländern ...
Caverion und IONITY gehen eine internationale Servicepartnerschaft ein. Caverion verantwortet Wartung und Service der Transformatoren an Hochleistungsladestationen für Elektrofahrzeuge in Norwegen, Finnland, Litauen, Lettland und Estland. Die Ladestationen mit einer Leistung von 350 kW befinden sic
Parkway Minerals - Sole-Technologie vor der Kommerzialisierung ...
Parkway Minerals (WKN A1JH27 / ASX PWN) möchte zum Technologieführer für die Aufbereitung und Verarbeitung von gesättigten Solelösungen aufsteigen, die häufig als Abfallprodukt insbesondere bei der Gewinnung von Kali und anderen Mineralien anfallen. Dafür hat man ein neuartiges Verfahren entw
enisyst vereinfacht die Installation von Ladesäulen in Tiefgaragen, Parkhäusern und auf Parkplätzen dank intelligentem Verteilersystem ...
Pliezhausen, den 02. Juni 2020. Die Entwicklung in der Automobilbranche zeigt, dass der Bedarf an Ladestationen für Elektroautos in naher Zukunft stark ansteigen wird. Um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, statten viele Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerke und Hotels einen
Offshore-Wind: Naturverträglicher Ausbau braucht verlässliche Ziele und europäische Lösungen ...
Neues Gesetz zu Offshore-Windanlagen voraussichtlich am morgigen Mittwoch im Bundeskabinett - Geplante Anhebung der Offshore-Ausbauziele ist überfällig und schafft Verlässlichkeit für Anlagenbauer, Projektentwickler und Netzbetreiber - Naturverträgliche Flächenplanung muss zügig umgesetzt wer




