Corona-Krise: Gutachter hat schwere Bedenken gegen zweiten Nachtragsetat

Corona-Krise: Gutachter hat schwere Bedenken gegen zweiten Nachtragsetat

ID: 1826590
(ots) - Bund der Steuerzahler fordert Korrekturen - "Dies ist jetzt die Stunde des Parlaments"

Osnabrück. Der geplante zweite Nachtragshaushalt der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise verstößt in seiner derzeitigen Form gegen die Verfassung. Zu diesem Schluss kommt der saarländische Staats- und Verwaltungsrechtler Christoph Gröpl in einem Rechtsgutachten für den Bund der Steuerzahler (BdSt). Das Gutachten liegt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vor. Verbandspräsident Reiner Holznagel forderte Korrekturen und betonte im Gespräch mit der "NOZ": "Dies ist jetzt die Stunde des Parlaments."

Holznagel kritisierte, es könne nicht sein, dass der Nachtragsetat dazu genutzt werde, um die Energie- und Klimapolitik, Digitalisierung und sogar Rüstungsprojekte zu finanzieren. "Denn all das hat nichts mit der aktuellen Notlage, der Corona-Krise, zu tun." Über die Corona-Notlage hinaus würden verfassungswidrig neue Schulden gemacht, um damit in künftigen Jahren teure Prestigeprojekte finanzieren zu können. "Hierfür will die Regierung nun Milliarden Euro in Nebenhaushalten bunkern." Neue Schulden über 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hinaus dürften aber nur gemacht werden, um auf Notlagen zu reagieren - nicht aber, um staatliche Daueraufgaben zu finanzieren.

Auch Gröpl sieht klare Verstöße gegen die Schuldenbremse im Grundgesetz. Er betonte, eine außerordentliche Verschuldung müsse "durch die Notlage veranlasst sein". Auch müsse die Bundesregierung dies "mit hinreichender Klarheit und Detailliertheit" darlegen. Einen Verstoß gegen diese Regeln sieht der Wissenschaftler insbesondere in dem Plan der Bundesregierung, dem "Energie- und Klimafonds" einen schuldenfinanzierten Zuschuss in Höhe von 26,2 Milliarden Euro zu gewähren. Gröpl kritisiert außerdem unter anderem, dass das "Sondervermögen Digitale Infrastruktur" - ebenfalls über neue Schulden finanziert - eine Milliarde Euro erhalten solle.

Zudem würde der Bundestag nach den Worten des Gutachters "gegen seine aus der Schuldenbremse folgenden Pflichten zur Konsolidierung des Bundeshaushalts verstoßen, wenn er jetzt in der Krise die in der sogenannten Asyl-Rücklage bereitstehenden Finanzmittel in Höhe von 48,2 Milliarden Euro nicht zum Einsatz brächte, sondern diese stattdessen für künftige Haushaltsjahre vorhält".



Holznagel forderte, die Rücklage aufzulösen: "Zunächst müssen Finanzreserven aufgebraucht werden, erst dann kann man über neue Schulden reden." Zudem müsse der vollständig schuldenfinanzierte Zuschuss in Höhe von 26,2 Milliarden Euro für den "Energie- und Klimafonds" ersatzlos gestrichen werden. "Wegfallen muss zudem die weitere Schulden-Milliarde für das ,Sondervermögen Digitale Infrastruktur'."

Der Steuerzahlerbund fordert ferner ein eigenes Gesetz zu den Tilgungsverpflichtungen. "Ein bloßer Parlamentsbeschluss ist hier zu wenig, da der Bundeshaushalt über Jahrzehnte mit Tilgungsverpflichtungen belastet wird", sagte Holznagel.

An die Bundestagsabgeordneten appellierte er, den zweiten Nachtragsetat zu korrigieren. Er sagte, wenn das in den parlamentarischen Beratungen nicht gelinge, dann bestehe noch die Möglichkeit, dass Bundestagsabgeordnete Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erhöben.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/58964/4636603
OTS: Neue Osnabrücker Zeitung

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Kommentar zu EU-Ratspräsidentschaft Keiner will Halle an AfD in Niedersachsen für Parteitag vermieten
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.06.2020 - 01:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1826590
Anzahl Zeichen: 3682

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Osnabrück



Kategorie:

Wahlen



Diese Pressemitteilung wurde bisher 462 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Corona-Krise: Gutachter hat schwere Bedenken gegen zweiten Nachtragsetat"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Osnabr (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Karoline Herfurth: Ich habe einen Angsthund ...

Karoline Herfurth: Ich habe einen Angsthund "Hund mit Vorgeschichte" von Tierschutz-Initiative vermittelt - Balu erleidet Durchfall-Attacken Osnabrück. Karoline Herfurth (38) hat einen Hund mit Angstproblemen: "Ich habe einen Angs ...

Alle Meldungen von Neue Osnabr


 

Werbung



Facebook

Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z