Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Save the Children fordert stärkeres Engagement für Kindergesundheit weltweit
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"Die Weltgemeinschaft war beim Kampf gegen die Kindersterblichkeit auf einem guten Weg. Aber COVID-19 droht die Erfolge der vergangenen Jahre zunichte zu machen. Neben Nothilfe brauchen wir jetzt langfristige Lösungen, damit kein Kind an einer vermeidbaren Krankheit sterben muss und alle Staaten künftig für Pandemien wie diese gerüstet sind", betont Susanna Krüger. "Wir appellieren an die Bundesregierung, innerhalb der EU eine neue globale Gesundheitsstrategie und eine Gesundheits-Partnerschaft mit Afrika auf den Weg zu bringen. Deutschland hat sich in der Vergangenheit als verlässlicher Partner für die Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit erwiesen, etwa durch die Unterstützung der WHO und der Impfallianz Gavi. Die Bundesregierung verfügt über die nötige Glaubwürdigkeit, um die gesamte EU auf dem Weg zu mehr multilateraler Zusammenarbeit für die Stärkung der Gesundheitssysteme mitzunehmen."
Mit Hilfe der EU-Staaten ist die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Krankheiten sterben, seit dem Jahr 2000 um 49 Prozent gesunken. Die COVID-19-Pandemie bedroht diese Fortschritte. Durch notwendige Covid-19 Maßnahmen, die Unterbrechung globaler Lieferketten und die Konzentration des Gesundheitspersonals auf das Virus mussten bis Mitte Mai bereits 48 nationale Impfstoffeinführungen und 99 Impfkampagnen um drei Monate verschoben oder ausgesetzt werden. Die Reduzierung der Kindersterblichkeit ist Bestandteil der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Konkret fordert Save the Children die Bundesregierung auf, während der EU-Ratspräsidentschaft eine neue Europäische Globale Gesundheitsstrategie auf den Weg zu bringen, die an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst ist. Die letzten strategischen Rahmen stammen aus der Zeit vor der Ebola-Epidemie, vor dem Pariser Klimaschutzabkommen, vor der Verabschiedung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) und anderer internationaler Vereinbarungen. Eine neue Strategie muss nicht nur auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele einzahlen, sondern Kinder in den Mittelpunkt rücken und Programme, Investitionen und Forschungsvorhaben besser verzahnen. Zudem verstärkt die Coronakrise wachsende Ernährungsunsicherheit weltweit. Ernährungsmaßnahmen müssen fester Bestandteil einer neuen globalen Gesundheitsstrategie werden. Um die nachfolgenden Generationen in eine gesunde und sichere Zukunft zu führen, bedarf es einer neuen Vision.
Ferner spricht sich Save the Children für eine Gesundheitspartnerschaft mit Afrika als zusätzliche Säule der EU-Afrika-Strategie aus. Diese sollte die Förderung der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund stellen. Afrika ist der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung. Zugleich sterben dort überdurchschnittlich viele Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Die Dynamik der afrikanischen Jugend kann für die Gestaltung der Zukunft genutzt werden, wenn jetzt in ihre Gesundheit und Ausbildung investiert wird.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen - seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.
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Datum: 30.06.2020 - 09:29 Uhr
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