Walter Kolbow: Kundus-Affäre ist Guttenberg-Affäre
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Walter Kolbow: Kundus-Affäre ist Guttenberg-Affäre
Zu der gestrigen Sitzung des Kundus-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises Bundeswehr und Sicherheit beim SPD-Parteivorstand, Walter Kolbow:
Der ehemalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung, der wegen der Kundus-Affäre zurücktreten musste, hat gestern im Untersuchungsausschuss gesprochen. Weil er die Öffentlichkeit "wahrheitsgemäß und korrekt" informieren wollte, sei er damals so zögerlich mit den zivilen Opferzahlen umgegangen, sagt Jung. Nun ist klar: Jung war umfassend und frühzeitig über die Vorgänge in Kundus informiert und ihm lagen alle Berichte vor, die man zu einer Bewertung benötigte. Und auch im Kanzleramt war man schon frühzeitig über die hohen Opferzahlen informiert, wie "Spiegel online" berichtet.
Deshalb stellen sich neue Fragen in Richtung des amtierenden Verteidigungsministers zu Guttenberg, dem die Amtsgeschäfte von seinem Parteikollegen Jung mit einer ausführlichen Unterrichtung übergeben wurden: Wie kann es sein, dass Guttenberg etwas nicht wusste, was schon seinem Vorgänger bekannt war? Warum also hat Guttenberg seine Meinung zu den Kundus-Vorfällen um 180 Grad gewendet? Und schließlich: Warum mussten der Generalinspekteur und ein Staatssekretär gehen?
Es zeigt sich: Die Kundus-Affäre, die dann zur Jung-Affäre wurde, ist längst eine Guttenberg-Affäre geworden. Und nach den neusten Enthüllungen führt der Fall Kundus zu Fragen an die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren ehemaligen Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere. Kundus wird zu einem Sumpf, in dem immer mehr Unionspolitiker versinken.
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Datum: 26.03.2010 - 13:47 Uhr
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