Humanitäre Hilfe wegen Staatsversagen
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Die Ereignisse der letzten Monate haben gezeigt, dass die staatlichen Strukturen nicht die richtige Anlaufstelle für nachhaltige Veränderungen im Libanon sind. "Anstatt die Hoffnungen in die Regierung zu setzen, sollte mit Organisationen der Zivilgesellschaft zusammengearbeitet werden. Sie sind die Träger der Veränderung", sagt Peter Mucke, Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft. Seit der tragischen Katastrophe vor zwei Wochen in Beirut sind die Proteste des letzten Jahres wieder aufgeflammt. Viele Libanes*innen gehen auf die Straße und fordern eine grundlegende Reform des politischen Systems.
Lokale Strukturen stärken
Im Beiruter Hafen explodierten am 4. August 2020 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat. Dabei kamen mehr als 200 Menschen ums Leben, 6.000 wurden verletzt und 300.000 haben ihr Zuhause verloren. Die Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe, doch der Staat versagt. "Beim Wiederaufbau und der langfristigen Verbesserung der Lebensverhältnisse müssen lokale Kräfte gestärkt werden, die Zivilgesellschaft muss eine zentrale Rolle spielen", so Peter Mucke. Darauf weist auch der Welttag der humanitären Hilfe hin, der in diesem Jahr die lokalen Mitarbeitenden von Organisationen in den Mittelpunkt stellt. Die Mitglieder von Bündnis Entwicklung Hilft leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Mit den Spendengeldern werden einheimische Partnerorganisationen unterstützt, die direkt Hilfe leisten können.
Pandemie verschärft Notsituation
Die Corona-Pandemie hat die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation weiter verschärft. Schon im letzten Jahr waren 3,2 Millionen Menschen im Libanon auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den vergangenen Monaten ist die Währung um mehr als 80 Prozent eingebrochen, fast 60 Prozent der Libanes*innen sind arbeitslos. Die Nahrungsmittelpreise sind rasant gestiegen. Menschen, die schon vor der Pandemie in prekären Verhältnissen lebten, sind dadurch in eine humanitäre Notlage geraten und dringend auf Unterstützung angewiesen. Dazu zählen insbesondere die zwei Millionen Schutzsuchenden im Libanon, die fast 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen. "Die Geflüchteten im Libanon sind stark von den Krisen betroffen und brauchen daher besonderen Schutz. Ihre Situation darf jetzt nicht vergessen werden", betont Peter Mucke. In vielen Camps und informellen Siedlungen existiert nur eine unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung. Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, ist dort besonders hoch.
Die herrschende Perspektivlosigkeit und Armut machen die Menschen besonders vulnerabel. Bündnis Entwicklung Hilft unterstützt daher lokale Nichtregierungsorganisationen bei der Soforthilfe und der langfristigen Arbeit im Libanon.
Hinweise an Redaktionen:
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Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW, Kindernothilfe, medico international, Misereor, Plan International, terre des hommes, Welthungerhilfe sowie die assoziierten Mitglieder German Doctors und Oxfam leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
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Datum: 18.08.2020 - 10:30 Uhr
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