Welttag der humanitären Hilfe: COVID-19 ist eine zusätzliche Bedrohung für Helfer

Welttag der humanitären Hilfe: COVID-19 ist eine zusätzliche Bedrohung für Helfer

ID: 1837891
(ots) - Inmitten von Krisen, Konflikten, Naturkatastrophen und Krankheiten setzen humanitäre Helfer ihr Leben aufs Spiel, um anderen zur Seite zu stehen. Der Welttag der humanitären Hilfe am 19. August würdigt völlig zurecht diesen Einsatz.

"Wir können das große persönliche Engagement, mit dem humanitäre Helfer arbeiten, nicht genug wertschätzen", betont Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children. "Sie arbeiten unter den schwierigsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann - in Flüchtlingscamps, Kampfgebieten oder in abgelegenen Gegenden ohne Infrastruktur - und jetzt auch noch in der Corona-Pandemie unter Einsatz ihrer Gesundheit. Wie wichtig ihre Arbeit ist, konnten wir zuletzt nach der Explosion in Beirut sehen, wo auch Save the Children binnen kürzester Zeit einsatzbereit war. Trotz alledem werden humanitäre Helfer selbst immer wieder zur Zielscheibe. Das können wir nicht hinnehmen."

Zwischen Januar und Juli 2019 wurden weltweit 437 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen (https://aidworkersecurity.org/incidents/search?start=2019&d etail=1&month=1%2C2%2C3%2C4%2C5%2C6%2C7) getötet, verletzt oder entführt, darunter 422 Einheimische. Zwischen Januar und Juli 2020 lag die Gesamtzahl bei 186 (178 einheimische Mitarbeiter (https://aidworkersecurity.org/incidents/searc h?start=2020&detail=1&month=1%2C2%2C3%2C4%2C5%2C6%2C7) ). Damit hat sich die Zahl der Angriffe auf humanitäre Helfer in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert, was auf die COVID-19-Restriktionen zurückzuführen ist. Gleichzeitig starben jedoch viele Mitarbeiter im Gesundheitsbereich an dem Virus. Und tausende weitere setzen sich und ihre Familien weiterhin dieser Gesundheitsgefahr aus, weil es noch immer an Schutzausrüstung mangelt.

Eine von ihnen ist Dr. Ishaat Nabila, die als Klinik-Koordinatorin für Save the Children im Rohingya-Flüchtlingslager von Cox's Bazar in Bangladesch arbeitet. "Das ist meine Pflicht, wie für alle Ärzte und Pfleger auf der Welt", sagt Dr. Nabila, die eng mit den Menschen im Camp in Kontakt ist und unter anderem Verdachtsfälle von COVID-19 behandelt. In dem überfüllten Lager haben die Bewohner kaum die Möglichkeit, Abstand zu halten oder Masken zu tragen.



Deshalb halten viele Helfer Distanz zu ihren eigenen Familien, berichtet Dr. Nabila: "Meine Eltern werden manchmal emotional und fragen, warum ich sie selten Besuche und Abstand zu ihnen halte. Es ist schwer für sie zu begreifen, dass ich eine Infektionsquelle sein könnte. Ich habe zwei Neffen, anderthalbjährige Zwillinge. Wenn sie mich sehen, wollen sie rennen und auf mich springen. Es ist eine Herausforderung für mich. Meine Schwester, meinen Bruder, meine Eltern zu treffen, ist in diesen Zeiten schwierig."

Save the Children bemüht sich intensiv, seine Programme während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Zu Beginn gab es kaum Schutzausrüstung: "Es gab keine Solidarität zwischen den Ländern, vor allem nicht zwischen den reicheren Ländern - das war eine Schande", kritisiert Gabriella Waaijman, Direktorin für humanitäre Hilfe bei Save the Children International. "Wir konnten die meisten unserer Programme nur deshalb fortsetzen, weil tausende unserer engagierten Mitarbeiter die persönliche, schwierige Entscheidung trafen, ungeachtet der Schwierigkeiten weiterzumachen."

Dazu gehört auch Dr. Khalid Ahmed, der ein COVID-19-Behandlungszentrums in Abs im Jemen leitet. Zusätzlich zu den Problemen bei der Beschaffung von Medikamenten, Röntgengeräten, Schutzausrüstung, Testkits und Sauerstoff überschatten Kämpfe die Hilfsmaßnahmen. "Wir arbeiten trotz der Kämpfe. Im Behandlungszentrum hören wir den Artilleriebeschuss. Trotz aller Hindernisse, mit denen wir konfrontiert sind, arbeiten die Mitarbeiter des Behandlungszentrums rund um die Uhr, auf freiwilliger Basis, zwei Monate am Stück, ohne sich freizunehmen. Fehlende Schutzausrüstung gefährdet unser Leben. Wir können es uns im Jemen nicht leisten, Gesundheitspersonal zu verlieren."

Unter folgenden Links finden Sie Fotos und Schnittbilder zum Download, die Ihnen unter der Nennung ©Save the Children zur freien Verfügung stehen:

Jemen:

https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SFU5P94

Bangladesch:

https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SFN8AXN

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Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Susanne Sawadogo
Tel.: 030 - 27 59 59 79 - 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in
Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die
inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in
über 110 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in
Kriegen, Konflikten und Katastrophen - seit 100 Jahren und darüber
hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das
zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit
liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und
Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich
ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in
der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt
aufwachsen können.

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Datum: 19.08.2020 - 06:00 Uhr
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