bpa Thüringen warnt vor Corona-Lockerungen in Pflegeeinrichtungen / Landesregierung soll Maßnahmen zentral koordinieren
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"Schon jetzt sehen wir, dass auch in Thüringen die Fallzahlen durch Urlaubsrückkehrer wieder steigen. Wenn künftig in jedem Landkreis und jeder Kommune - je nach Infektionsgeschehen vor Ort - andere Bestimmungen gelten sollen, wird die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Infektionsschutzmaßnahmen weiter sinken", befürchtet Margit Benkenstein, bpa-Vorsitzende in Thüringen, die das Pflegecentrum Sonnenschein in Gerstungen betreibt: "Das Corona-Virus ist nach wie vor gefährlich. Nur durch Disziplin und klare Hygienemaßnahmen konnten wir die hochaltrigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie unsere Beschäftigten in den letzten Monaten schützen. Ein Infektionsgeschehen im Pflegeheim hat häufig sehr bedrohliche Folgen." Benkenstein betont, der bpa habe mehrfach gefordert, dass die regelmäßige Durchführung von Tests bei Bewohnern und Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen einheitlich geregelt wird. Ein verbindliches Testkonzept sei in Thüringen noch immer nicht in Kraft gesetzt. "Insbesondere bei Neuaufnahmen und bei Rückverlegungen aus den Krankenhäusern brauchen wir größtmögliche Sicherheit für Beschäftigte und Pflegebedürftige", erläutert die bpa-Landesvorsitzende.
Solange es keine ausreichenden und kostenfreien Tests und keinen Impfstoff gibt, wirbt der bpa Thüringen dafür, an den bisherigen Schutzmaßnahmen festzuhalten. Das Konzept der koordinierten Besuche in besonderen Räumen hat sich mit Blick auf den Infektionsschutz durchaus bewährt. Deshalb fordert der bpa die Landesregierung auf, an den bewährten Vorgaben festzuhalten, um keine Menschenleben zu gefährden.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 250 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind systemrelevanter Teil der Daseinsvorsorge. Als gutes Beispiel für Public-private-Partnership tragen die Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die soziale Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden Euro.
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Datum: 20.08.2020 - 10:16 Uhr
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