Asklepios Kliniken trotz Corona im ersten Halbjahr 2020 mit solider Entwicklung im operativen Geschäft
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- Konzernumsatz liegt bei EUR 1.809,6 Mio. - Konzernergebnis EAT sinkt auf EUR 21,8 Mio. - Patientenzahl geht aufgrund der Corona-Pandemie um 11,7% auf 1.084.287 Personen zurück - Übernahme der RHÖN-KLINIKUM AG erfolgreich abgeschlossen
Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA hat im ersten Halbjahr 2020 die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu spüren bekommen, allerdings weniger deutlich als viele andere Unternehmen im Gesundheitssektor. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das Konzernergebnis EAT entwickelte sich unter dem Eindruck der Pandemie rückläufig. Die Investitionen wurden trotz der herausfordernden Umstände auf einem anhaltend hohen Niveau gehalten.
Von Januar bis Juni 2020 behandelten die Gesundheitseinrichtungen der Asklepios Gruppe insgesamt 1.084.287 Patienten und damit 11,7% weniger als im Vorjahresvergleichszeitraum (6M.2019: 1.227.556). Die Anzahl der Bewertungsrelationen (BWR) verringerte sich um 29,0% auf 205.879 BWR (6M.2019: 289.875 BWR). Wie erwartet war die Entwicklung aufgrund der Corona-Pandemie sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich rückläufig. Beginnend mit dem Lockdown Mitte März 2020 haben die Asklepios Kliniken frühzeitig Intensivbetten freigehalten, um auf einen möglichen Anstieg von Covid-19 Patienten vorbereitet zu sein. Operationen und Behandlungen wurden, sofern medizinisch vertretbar, verschoben. Die dadurch fehlenden Erlöse wurden durch das im März 2020 verabschiedete Covid-19 Krankenhausentlastungsgesetz im Rahmen der Freihaltepauschale teilweise kompensiert. Seit der Stabilisierung der Zahl der Corona-Neuinfektionen unterhalb der kritischen Werte setzt sich Asklepios vehement für die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Kliniken ein.
Die Asklepios Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten 2020 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 1.809,6 Mio. (6M.2019: EUR 1.755,4 Mio.) und erreichte damit ein Umsatzwachstum von 3,1%. Das Umsatzwachstum war überwiegend organisch bedingt. Gleichwohl ist zu betonen, dass mit den neuen Angeboten im Geschäftsfeld Employee Assistance Program ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von rund EUR 5,0 Mio. erzielt werden konnte. Dies resultiert einerseits aus der erstmaligen Konsolidierung der Fürstenberg Institut GmbH sowie der Pulso Europe BV, andererseits war eine aus unserer Sicht Corona-bedingte Nachfrage nach psychologischer Beratung bei privaten und beruflichen Problemen zu verzeichnen. Der Rückgang des EBITDA in den ersten sechs Monaten 2020 auf EUR 172,6 Mio. (6M.2019: EUR 174,8 Mio.) ist im Wesentlichen den hohen Personalaufwendungen geschuldet. Trotz der außergewöhnlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie haben wir den Aufbau unserer Vollzeitkräfte forciert, um unseren Beitrag zur Stützung des Gesundheitssystems - auch im Hinblick auf die noch nicht absehbare weitere Corona-Entwicklung - zu sichern. Insgesamt sank die EBITDA-Marge auf 9,5% (6M.2019: 10,0%). Die Materialaufwandsquote ist auf 20,1% gesunken (6M.2019: 21,1%), die Personalaufwandsquote hingegen stieg auf 67,1% (6M.2019: 66,5%). Gründe hierfür sind die Erhöhung der durchschnittlich beschäftigten Vollzeitkräfte um 604 Mitarbeiter auf 36.533 (6M.2019: 35.929) sowie die gestiegenen durchschnittlichen Personalkosten je Vollzeitkraft.
Das Konzernzwischenergebnis EAT für die Monate Januar bis Juni lag bei EUR 21,8 Mio. und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (6M.2019: EUR 41,9 Mio.). Dies entspricht einer EAT-Marge von 1,2% (6M.2019: 2,4%). Das EAT war wesentlich beeinflusst durch hohe Personalaufwendungen, einen Anstieg der Abschreibungen insbesondere durch Projekte im Bereich der Digitalisierung sowie einem Corona-bedingt rückläufigen Beteiligungsergebnis.
"Die Covid-19-Pandemie hatte die Kliniken in Deutschland ab Mitte März fest im Griff. Asklepios hat in dieser Ausnahmesituation einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der gesundheitlichen Auswirkungen des Virus geleistet. Wie erwartet hat sich die Pandemie auch auf unser Ergebnis ausgewirkt. Insgesamt ist Asklepios bisher jedoch besser durch das aktuelle Geschäftsjahr gekommen als die meisten anderen Gesundheitsunternehmen. Dies zeigt die Leistungsfähigkeit moderner Klinikverbände und Häuser in privater Trägerschaft, denen gerade in solch einer Ausnahmesituation ihre Synergie- und Effizienzvorteile zugutekommen", sagt Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns.
Asklepios hält trotz Corona an der wichtigen Investitionsstrategie fest und investiert anhaltend hoch in die Gesundheitseinrichtungen und strategisch bedeutsame Projekte, wie beispielsweise das neue Zentrallager in Bad Oldesloe. Im ersten Halbjahr 2020 investierte das Unternehmen inklusive Fördermittel insgesamt EUR 138,2 Mio. (6M. 2019: EUR 126,0 Mio.). Der Anteil der Eigenmittel betrug EUR 103,6 und damit rund 75,0% (6M.2019: 73,9%) der gesamten Investitionen. Der Netto-Cashflow (operativer Cashflow) lag in den ersten sechs Monaten 2020 bei EUR 289,5 Mio. (6M.2019: EUR 62,1 Mio.).
Die Asklepios Gruppe weist zum Ende des ersten Halbjahrs 2020 eine stabile Finanzlage aus: Zum Stichtag 30. Juni 2020 beliefen sich die reinen Nettofinanzschulden des Konzerns auf EUR 1.150,3 Mio. (31.12.2019: EUR 1.119,1 Mio.). Die liquiden Mittel erhöhten sich auf EUR 411,6 Mio. (31.12.2019: EUR 265,0 Mio.). Der Nettoverschuldungsgrad betrug demnach das 2,9-fache des EBITDA der letzten 12 Monate (31.12.2019: 2,8x).
"Unser Fokus liegt ebenso auf einer stabilen Innenfinanzierung. Der Cashflow konnte durch die Verkürzung des Zahlungsziels der gesetzlichen Krankenkassen und insbesondere durch eine Verbesserung des Forderungsmanagements erhöht werden", erläutert Hafid Rifi, CFO des Asklepios Konzerns. "Auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs werden wir die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Finanzierung im Auge behalten. Unabhängig davon werden wir unseren eingeschlagenen Kurs jedoch fortsetzen, die Partnerschaft mit der RHÖN-KLINIKUM AG mit Nachdruck vorantreiben und gemeinsam strategische Fokusthemen wie die Digitalisierung des Gesundheitswesens umsetzen."
Kurz nach Ablauf des ersten Halbjahres 2020 endete die weitere Annahmefrist für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot an die Aktionäre der RHÖN-KLINIKUM AG. Bis zum 6. Juli 2020 wurde das Übernahmeangebot von Asklepios zu einem Angebotspreis von 18,00 Euro in bar je RHÖN-Aktie für insgesamt 28.464.866 Aktien angenommen. Insgesamt ist Asklepios damit auf einen Stimmrechtsanteil von rund 84,66% gekommen. Diese Anteile hat das Unternehmen in die gemeinsame Joint-Venture-Gesellschaft mit RHÖN-Gründer Eugen Münch eingebracht. Münch selbst hat über die von ihm kontrollierte HCM SE weitere rund 7,61% der RHÖN-Aktien in das gemeinsame Joint-Venture eingebracht, das nach Abschluss der Transaktion 92,27% der Stimmrechtsanteile hält. Bereits Ende Mai hatte das Bundeskartellamt ohne Auflagen und Bedingungen die Freigabe für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot sowie die geplante Bündelung der Anteile erteilt. Im Anschluss an diese Transaktion wurden außerbörslich weitere 0,79% der Anteile an der RHÖN-KLINIKUM AG erworben, wodurch sich der Stimmrechtsanteil der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA zusammen mit dem ihrer Holding auf 93,38% erhöhte.
Über Asklepios
Die Asklepios Kliniken zählen zu den führenden privaten Betreibern von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Die Klinikgruppe steht für eine hoch qualifizierte Versorgung ihrer Patienten mit einem klaren Bekenntnis zu medizinischer Qualität, Innovation und sozialer Verantwortung. Auf dieser Basis hat sich Asklepios seit der Gründung vor 35 Jahren dynamisch entwickelt. Aktuell verfügt der Konzern bundesweit über rund 160 Gesundheitseinrichtungen. Dazu zählen Akutkrankenhäuser aller Versorgungsstufen, Fachkliniken, psychiatrische und forensische Einrichtungen, Rehakliniken, Pflegeheime und Medizinische Versorgungszentren. Im Geschäftsjahr 2019 wurden 2,5 Mio. Patienten in Einrichtungen des Asklepios Konzerns behandelt. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 49.000 Mitarbeiter.
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Datum: 27.08.2020 - 10:41 Uhr
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