Caritas: Großteil der Menschen auf der Flucht sucht Schutz im eigenen Land, nicht in Europa
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Während der Brand im Lager Moria auf Lesbos die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Situation derjenigen Flüchtlinge und Migranten gelenkt hat, die ihre Heimat verlassen und nach Europa kommen, bleibt das Schicksal der größten Gruppe beinahe unbemerkt: Binnenvertriebene, die niemals die Grenzen ihres Heimatlandes überschreiten. Darauf macht Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, anlässlich des Welttages des Flüchtlings und Migranten aufmerksam.
Im vergangenen Jahr haben 26 Millionen Menschen auf der Flucht jenseits der Grenzen ihres Heimatlandes gelebt; davon haben 721.485 einen Asylantrag in der Europäischen Union gestellt. Eine weit größere Zahl, nämlich 45,7 Millionen Menschen aber befinden sich im eigenen Land auf der Flucht. Die Zahl dieser sogenannten Binnenvertriebenen hat sich in den vergangenen 30 Jahren von 21 Millionen auf heute 45,7 Millionen Betroffene mehr als verdoppelt. Ihre Lage ist oftmals besonders problematisch, da sie nicht den Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention genießen: "Der Staat, der sie schützen sollte, ist oftmals selbst für die Vertreibung verantwortlich. Es gibt aber auch keine andere Instanz, die für ihren Schutz zuständig wäre. Diese Menschen sind weitgehend schutzlos", kritisiert Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes.
Ursachen der starken Zunahme der Binnenvertreibung liegen unter anderem in der wachsenden Zahl innerstaatlicher Konflikte, der Zunahme von Naturkatastrophen und einer wachsenden Rate an Gewalttaten begründet. Besonders viele Binnenvertriebene weisen beispielsweise Kolumbien, die Tschadsee-Region, Syrien und der Irak auf.
Der "Tag des Migranten und Flüchtlings" wird in diesem Jahr am 27. September begangen. Die Katholische Kirche hat den Welttag in diesem Jahr unter die Botschaft "Wie Jesus Christus, zur Flucht gezwungen: Aufnahme, Schutz, Förderung und Integration der Binnenvertriebenen" gestellt.
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Datum: 24.09.2020 - 10:52 Uhr
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