ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit positiv evaluiert
ID: 1852014
- ZEW-Analyse belegt positive Wirkung des KfW-/BMWi-Förderangebots - Öffentliche Mittel werden effizient eingesetzt - Wichtiger Baustein im Portfolio der Innovationsförderung in Deutschland
Zu den zentralen Hemmnissen der Innovationstätigkeit im deutschen Mittelstand zählen hohe Kosten, wirtschaftliche Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten. Als Förderbank ist die KfW daher hier aktiv und stellt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Angebote bereit, die mithelfen, dass Innovationsvorhaben nicht an einem mangelnden Kreditzugang scheitern. Mit ihrem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit fördert sie seit Mitte des Jahres 2017 mittelständische Unternehmen, die in Digitalisierung oder in innovative Produkte und Prozesse investieren mit zinsgünstigen Darlehen, hoher anteiliger Risikoübernahme und seit Februar 2020 auch mit Förderzuschüssen. Die Wirksamkeit dieses Förderprodukts hat die KfW für den Zeitraum vom Programmstart bis zum Jahresende 2019 durch das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) extern evaluieren lassen. Die Ergebnisse sind erfreulich: Der ERP- Digitalisierungs- und Innovationskredit trägt dazu bei, die Innovationspotenziale mittelständischer Unternehmen in Wachstum umzusetzen. Die öffentlichen Mittel werden effizient eingesetzt.
Im Untersuchungszeitraum wurden 1.603 Kredite mit einem Kreditvolumen von 3,58 Mrd. EUR zugesagt. Knapp 45 % der Zusagen entfallen auf das Programmfenster "Digitalisierungsvorhaben", weitere 43 % auf das Programmfenster "innovative Unternehmen" und 12 % auf "Innovationsvorhaben". Das ZEW hat die Unternehmen im Rahmen der Programmevaluation zur Förderung befragt und deren Wirkung zudem mittels moderner statistischer Verfahren (Kausalanalyse) analysiert.
Besonders positiv ist das Evaluationsergebnis hinsichtlich der Wirksamkeit der eingesetzten öffentlichen Fördermittel: Diese machten im Zeitraum von 2017 bis 2019 einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag aus. Mit dieser Summe konnte die KfW im deutschen Mittelstand zusätzliche Innovationsausgaben von rund 1,2 Mrd. EUR und zusätzliche Sachanlageinvestitionen von ungefähr 1,9 Mrd. EUR mobilisieren: Zudem wurden in den geförderten Unternehmen rund 14.500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, ihr Jahresumsatz stieg um zusätzliche 1,9 Mrd. EUR und es wurden zusätzliche Kosteneinsparungen von rund 0,35 Mrd. EUR durch die geförderten Aktivitäten erzielt. Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe nicht geförderter Unternehmen unterstreicht die positive Wirkung des ERP-Innovations- und Digitalisierungskredits auf die wirtschaftliche Performance der Unternehmen: Geförderte Mittelständler haben ihre Beschäftigtenzahl innerhalb eines 2-Jahreszeitraums um 8,1 Prozentpunkte stärker gesteigert als die nicht geförderten Unternehmen. Der Umsatz wächst in diesem Zeitraum sogar um 9,7 Prozentpunkte stärker als es ohne die Förderung der Fall gewesen wäre.
"Wir freuen uns, dass die externe Evaluation durch das ZEW die Bedeutung unseres ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits als einen wichtigen Baustein im Portfolio der Innovationsförderung in Deutschland belegt", sagt Dr. Ingrid Hengster, für die Inländische Förderung zuständiges Vorstandsmitglied der KfW. "Die von uns eingesetzten öffentlichen Gelder entfalten die positive Wirkung wie beabsichtigt und sorgen dafür, dass der deutsche Mittelstand in Digitalisierung und Innovation investieren kann. Denn dass er dies tut, ist essenziell für das Gelingen von Strukturwandel und digitaler Transformation sowie für den Fortbestand der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft."
Auch Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand, freut sich über die positiven Ergebnisse der Evaluation: "Die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen liegt mir besonders am Herzen. Ich freue mich, dass wir mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit insbesondere auch die Beschäftigtenzahl und die Innovationsausgaben bei den geförderten Mittelständlern so positiv beeinflussen konnten. Diese Ergebnisse sind ein großer Ansporn, auch weiterhin dafür zu sorgen, dass wir gemeinsam mit der KfW das ERP-Sondervermögen nutzen, um den Mittelstand kraftvoll aus der Corona-bedingten Wirtschaftskrise zu begleiten."
Weitere zentrale Ergebnisse der ZEW-Evaluation sind:
- Für 15 % der geförderten Mittelständler wurde nach eigener Einschätzung die Umsetzung des Innovations- oder Digitalisierungsprojekts durch die KfW-Unterstützung überhaupt erst ermöglich. Bei fast jedem zweiten Unternehmen (48 %) trug sie zu einem höheren technologischen Anspruch bzw. einem höheren Neuheitsgrad bei, in 44 % der Fälle konnte der Projektumfang vergrößert werden, 32 % konnten früher starten. - Die mit dem ERP-Innovations- und Digitalisierungskredit finanzierten Aktivitäten haben die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowohl produktseitig als auch prozessseitig gestärkt. Aus Sicht der Unternehmen ist die Steigerung der Effizienz das zentrale Ergebnis der mit Hilfe des Programms geförderten Projekte. 86 % berichten, dass die erzielten Effizienzsteigerungen eine hohe oder mittelhohe Bedeutung für ihre Wettbewerbsfähigkeit haben. Verbesserungen der Produktqualität rangieren mit 76 % auf Platz 2. Gleichauf folgen die Verringerung der Kosten sowie die Erhöhung des Gewinns mit jeweils 68 %. - Der Anstoß, einen Antrag auf einen ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit zu stellen, kam bei mehr als zwei Drittel der geförderten Unternehmen (70 %) von der Hausbank. Bei einem Viertel der Geförderten stammte der Impuls zur Antragstellung aus dem Unternehmen selbst. Die Durchleitung der KfW-Mittel über die Hausbanken trägt zudem dazu bei, dass die Förderung effizient und unbürokratisch beim Kunden ankommt.
Die vollständige Analyse ist abrufbar unter https://www.kfw.de/KfW-Konzern/KfW-Research/Innovationen.html
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Datum: 14.10.2020 - 10:02 Uhr
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