Künstliche Intelligenz zum Schutz des Grundwassers
ID: 1852695
BMU bewilligt KI-Leuchtturmprojekt "Nitrat-Monitoring 4.0" für die Reduzierung von Nitrat im Grundwasser
Hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser und ihre Konsequenzen für Mensch und Umwelt rücken in den letzten Jahren immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Werden die auf den Feldern angebauten Kulturen nicht pflanzenbedarfsgerecht gedüngt, gelangt mehr Stickstoff in den Boden, als die Pflanzen aufnehmen können. Dadurch sickert der im Wasser gelöste Stickstoff als Nitrat bis ins Grundwasser. Etwa 70 % des deutschen Trinkwassers werden aus Grundwasser gewonnen. Zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, so dass die Versorgungsunternehmen aufwändige Maßnahmen zur Nitratminderung ergreifen müssen. Die Überwachung der Wasserbeschaffenheit zeigt, dass der Zustand des Grundwassers vielerorts gefährdet ist.
KI-Leuchtturmprojekt Nitrat-Monitoring 4.0 wird vom BMU gefördert
Im Verbundprojekt "Nitrat-Monitoring 4.0 - Intelligente Systeme zur nachhaltigen Reduzierung von Nitrat im Grundwasser (NiMo 4.0)" entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein intelligentes System, um mit wenigen Messstellen die räumliche und zeitliche Verteilung des Nitrats im Grundwasser besser verstehen und vorhersagen zu können. Mithilfe solcher Vorhersagen, die auf Verfahren des Maschinellen Lernens beruhen, soll eine intelligente Entscheidungsunterstützung erreicht werden, um optimale Standorte für zusätzliche Messungen zu finden und Programme zum Grundwasserschutz zielgerichtet zu gestalten. NiMo 4.0 wird im Rahmen der Initiative "KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) als eines von bundesweit 28 Projekten mit insgesamt 2,478 Millionen Euro gefördert.
"Das BMU hat sich für die Förderung dieses Projektes entschieden, weil die Nitratproblematik für das Grundwasser in Deutschland eine ökologische Herausforderung darstellt. Der Einsatz intelligenter Software kann dabei helfen, ökologische und ökonomische Interessen der Gesellschaft, der Wasserversorgungsunternehmen sowie der Landwirtschaft miteinander zu vereinbaren. Dadurch sollen wegweisende Beispiele für intelligente Umwelttechnologien entstehen, die später eine große Breitenwirkung entfalten können", erläutert die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU) die Bewilligung bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids an die Verbundpartner.
Interdisziplinäres Konsortium entwickelt Nitrat-Monitoring 4.0
Für dieses BMU-Verbundprojekt bündelt ein interdisziplinäres Konsortium mit Partnern aus der Grundlagen- und der anwendungsorientierten Forschung, aus Technologietransfer und Wirtschaft seine Kompetenzen: die Disy Informationssysteme GmbH (Disy, Projektleitung), eine Ausgründung des FZI und der Universität Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Abteilung Hydrogeologie des Instituts für Angewandte Geowissenschaften (AGW) des KIT, das Fraunhofer IOSB mit seinen Standorten Karlsruhe und Ilmenau und das DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) mit seinen Standorten Karlsruhe und Dresden. Die entwickelten Lösungsansätze werden in zwei wasserwirtschaftlich bedeutenden Pilotregionen prototypisch implementiert und demonstriert: in den Einzugsgebieten des Zweckverbands Landeswasserversorgung in Baden-Württemberg und des Wasser- und Abwasser-Zweckverbands Niedergrafschaft in Niedersachsen.
Das AGW am KIT ist in Deutschland führend in der Forschung zur Anwendung Künstlicher Intelligenz für hydrogeologische Fragestellungen und verfügt über langjährige Erfahrung in der Analyse und Beurteilung von Schadstoffen im Grundwasser. Im Projekt Nitrat-Monitoring 4.0 bringt das AGW seine Expertise vor allem bei der KI-gestützten Modellierung der Nitratverteilung im Grundwasser mit neuronalen Netzen ein. Das AGW übernimmt zudem die fachlich-wissenschaftliche Gesamtkoordination des Projekts.
Das Fraunhofer IOSB unterstützt die KI-gestützte Datenauswertung im Projekt insbesondere mit einem Vorgehensmodell zum systematischen Einsatz von Maschinellen Lernverfahren sowie einem Vorhersagemodell für die Nitratgehalte im Grundwasser, um Auffälligkeiten in Messwerten frühzeitig zu entdecken. Außerdem hat das IOSB einen Arbeitsschwerpunkt bei der Gestaltung einer intelligenten Sensordateninfrastruktur. Hier soll speziell der vom IOSB mitgestaltete, leichtgewichtige Standard SensorThingsAPI des Open Geospatial Consortium (OGC) eingesetzt und weiterentwickelt werden, der sowohl die Anbindung neuer Sensoren als auch die Integration bestehender Datenbanken erleichtert.
Das TZW verbindet Forschung und Praxis in Form von Expertisen, Studien und Prüfungsleistungen für die gesamte Wasserbranche. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der wissenschaftlichen Beratung von Wasserversorgungsunternehmen. Hierbei spielen das Ressourcenmanagement und das Problemfeld "Grundwasserschutz und Landwirtschaft" eine zentrale Rolle. Am TZW liegen umfassende Praxiserfahrungen mit Grundwassermonitoring, mit der Analyse von großen Datenmengen und Datenbeständen zur Nitratbelastung in den deutschen Rohwasserressourcen vor. Über ein Online-Portal, das das TZW in Zusammenarbeit mit Disy aufgebaut hat, können Wasserversorger Daten zur Grund- und Rohwasserbeschaffenheit für regionale und überregionale Auswertungen bereitstellen. Im Projekt NiMo 4.0 bearbeitet das TZW die Themen Optimierung von Grundwassermessnetzen und Werkzeuge zur Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit im täglichen Betrieb.
Die Disy Informationssysteme GmbH, die das Verbundprojekt koordiniert, führt die verschiedenen wissenschaftlich-technischen Lösungsbeiträge in prototypischen Softwarelösungen zur intelligenten Datenanalyse und zu benutzerfreundlichen Entscheidungsunterstützungssystemen zusammen. Entwicklungsschwerpunkte sind hier effiziente Datenvisualisierungen und effektive Benutzerschnittstellen für Endanwender sowie moderne Dateninfrastrukturen, die sich in die existierende Softwarelandschaft der Anwender gut einbetten lassen. "Wir freuen uns sehr auf dieses anspruchsvolle Projekt zu einem Thema mit großer ökologischer Bedeutung", ist Disy-Geschäftsführer Claus Hofmann stolz auf das Gewinnen dieser Förderung in einem stark umkämpften Ideenwettbewerb. "NiMo 4.0 wird auch Disy dabei helfen, modernste Methoden der Data Science und der Künstlichen Intelligenz für den Umweltschutz einzusetzen und weiterzuentwickeln."
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
bundesumweltministerium
disy-informationssysteme-gmbh
kit
fraunhofer-iosb
tzw
nimo-4-0
ki
leuchtturmprojekt
nitrat
monitoring-4-0
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Ludwig-Erhard-Allee 6, 76131 Karlsruhe
Datum: 16.10.2020 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1852695
Anzahl Zeichen: 7424
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Wassilios Kazakos
Stadt:
Karlsruhe
Telefon: 0721 16006000
Kategorie:
IT & Hardware & Software & TK
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 786 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Künstliche Intelligenz zum Schutz des Grundwassers"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Disy Informationssysteme GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die bundesweite Lärmkartierung Schiene gemäß EU-Umgebungslärmrichtlinie geht in die fünfte Runde. Das Konsortium um Disy hat dazu die EU-weite Ausschreibung gewonnen. Im Auftrag und unter der Gesamtverantwortung des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) übernimmt die Disy Informationssysteme GmbH erneut
Innovative Allianz: Disy und ]init[ bündeln Kräfte ...
Das Software- und Beratungshaus Disy Informationssysteme GmbH (Disy) und die ]init[ AG für digitale Kommunikation (]init[) haben im Oktober eine Partnerschaft vereinbart. Im Mittelpunkt steht dabei, durch datengetriebene Lösungen ganzheitliche Ende-zu-Ende-Angebote zu schaffen - mittels innovative
EDB und Disy sind Partner ...
Das Software- und Beratungshaus Disy Informationssysteme GmbH (Disy) hat eine strategische Partnerschaft mit dem PostgreSQL-Experten Enterprise DB (EDB) vereinbart. Disy, führender Anbieter von Lösungen für die öffentliche Verwaltung in puncto Datenanalyse und Berichtswesen im deutschsprachigen
Weitere Mitteilungen von Disy Informationssysteme GmbH
Die Zukunft des Kundendienstes - Intelligente Chatbots ...
Die Covid-19 Pandemie hat dazu geführt, dass noch mehr Menschen als zuvor begehrte Waren im Internet bestellen. Nicht nur während des Lockdowns, sondern auch danach war klar, dass einst gefragte Innenstadtlagen für den Einzelhandel deutlich unattraktiver werden und die Kunden große Menschenansam
Fujitsu gibt der Kombinatorischen Optimierung in der Industrie einen akademischen Schub ...
Auf einen Blick: - Neue von Fujitsu und Dataport errichtete Stiftungsprofessur an der Technischen Universität Hamburg beschäftigt sich mit der Kombinatorischen Optimierung in der Industrie und der Frage, wie optimale Lösungen für hochkomplexe Aufgaben in Produktion, Handel und Dienstleistung ge
Hampleton Partners berät ComAround bei Übernahme durch BMC ...
Hampleton Partners hat den führenden Anbieter von Wissensmanagement- und digitalen Self-Service-SaaS-Lösungen ComAround Scandinavia AB, bei der Übernahme durch das Softwareunternehmen BMC beraten. BMC feiert aktuell sein 40-jähriges Bestehen als Anbieter von IT-Lösungen für autonome digitale U
Fujitsu Service Hub: Managed Services aus einer Hand - in Rekordzeit ...
Auf einen Blick: - Neue Service-Plattform orchestriert zahlreiche Angebote und ermöglicht flexible Nutzung von Multi-Cloud und Hybrid IT - Best-of-Breed-Portfolio umfasst Services von Fujitsu, SaaS-Anbietern und Hyperscalern - Einfache Buchung via Service-Katalog, extrem schnelle Bereitstellung




