Jeder vierte Corona-Todesfall in Deutschland durch Feinstaub mitverursacht: Deutsche Umwelthilfe fordert Verschärfung der Grenzwerte für Luftschadstoffe
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- Alarmierende neue Studie: 26 Prozent der Covid-19-Todesfälle könnten hierzulande auf das Konto von Luftverschmutzung gehen - Belastung von Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) muss nach Ansicht der DUH dringend gesenkt werden - DUH-Geschäftsführer Resch: "Die Luftqualitäts-Grenzwerte für Feinstaub (PM10) und NO2 müssen bereits 2021 europaweit verschärft werden. Wir brauchen in dieser Pandemie Ad-hoc-Maßnahmen für die Saubere Luft."
In der sich verschärfenden Corona-Pandemie fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dringend verstärkte Anstrengungen zur Verbesserung der Luftqualität. Anlass ist die Veröffentlichung einer umfangreichen Studie von Forschern u.a. des Max-Planck-Instituts in Mainz, die einen klaren Zusammenhang herstellt zwischen Luftbelastung insbesondere mit Feinstaub und einem erhöhten Sterberisiko im Falle einer Covid-19-Infektion. Durch Feinstaub verursachte Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankungen sind für dieses höhere Risiko verantwortlich. Die Forscher sehen in Deutschland bei 26 Prozent der Covid-19-Todesfälle die Luftverschmutzung als wahrscheinlichen Cofaktor. Weltweit beziffern sie den Anteil auf durchschnittlich 15 Prozent. In mehreren Regionen der Welt hatten die Forscher die Krankheitsverläufe mit der jeweils vor Ort herrschenden Feinstaubbelastung in Korrelation gesetzt.
"Dreckige Luft kostet Menschenleben. Gerade jetzt bei ansteigenden Covid-19 Erkrankungen muss die Luftbelastung drastisch verringert werden. Bund und Länder sowie die Kommunen sind dringend aufgefordert, die Saubere Luft in unseren Städten endlich umzusetzen. Dabei müssen sich die Politiker gerade bei den problematischen Luftschadstoffen an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation orientieren, die drastisch verschärfte Grenzwerte insbesondere bei Feinstaub fordert. Diese sollten 2021 nach Ansicht der DUH europaweit verschärft werden. Und wir brauchen die Einführung der Partikelanzahlmessung in der Abgasuntersuchung von Autos mit Verbrennungsmotor, die aktuell der Bundesverkehrsminister Scheuer blockiert. Wir fordern zudem Ad-hoc-Emissionsminderungen bei Industrieanlagen, in der Energiegewinnung oder bei Kaminöfen - die notwendige Technik ist längst vorhanden, aber die Politik ist nicht Willens, ihren Einsatz zum Wohle der Menschen voranzubringen. Das muss sich dringend ändern" , sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Erst kürzlich hatten Experten und Expertinnen in einer von der DUH organisierten öffentlichen Veranstaltung darauf hingewiesen, dass negative Gesundheitseffekte auch bei Feinstaubbelastungen deutlich unterhalb des geltenden Grenzwertes auftreten. Ebenso wurden weitere Publikationen vorgestellt, die auf den Zusammenhang zwischen Luftbelastung und einem erhöhten Risiko schwerwiegender Krankheitsverläufe bei Covid-19 verweisen.
Links:
Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts zur Studie: https://www.mpic.de/4768307/air-pollution-as-co-factor-of-covid-19-mortality
Zum Material der Veranstaltung der DUH: https://www.duh.de/projekte/welche-luftqualitaet-brauchen-wir-zukuenftig/
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de
Dorothee Saar, Bereichsleiterin Verkehr und Luftreinhaltung
030 2400867-72, saar@duh.de
DUH-Pressestelle:
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Datum: 28.10.2020 - 11:51 Uhr
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