Buprenorphin als Schmerzmittel und Substitutionspräparat
ID: 1859857
Buprenorphin kommt in der Behandlung starker bis sehr starker Schmerzen sowie zur Unterstützung des Drogenentzugs zur Anwendung.
Leichte bis mittelstarke Schmerzen, bei denen nichtopioide Analgetika zu wenig Linderung bringen, lassen sich oft durch Opioide mit geringer Potenz gut behandeln. Beispiele dafür sind Tilidin und Tramadol, die über ein Rezept vom Hausarzt erhältlich sind. Wenn diese nicht mehr helfen, kommen die so genannten hochpotenten Opioide ins Spiel, zu denen auch Buprenorphin gehört. Andere hochpotente Opioide sind Morphin, Fentanyl, Oxycodon und Hydrocodon. Im Vergleich zu Morphin wirkt Buprenorphin etwa 30 Mal so stark. Ein „normales“ Rezept reicht dafür allerdings nicht mehr aus, da der Wirkstoff als Betäubungsmittel gilt. Man benötigt also ein spezielles BtM-Rezept.
Bei den in der Apotheke erhältlichen Präparaten handelt es sich überwiegend um Sublingualtabletten, die er Patient nach Vorgabe des Arztes regelmäßig einnehmen muss. Ist ein besonders schneller Wirkungseintritt erwünscht, kann der Arzt den Wirkstoff auch per Injektion verabreichen. Darüber hinaus gibt es Buprenorphin-Pflaster, die für mehrere Tage auf die Haut geklebt werden und kontinuierlich eine gleichmäßige Menge des Wirkstoffs abgeben.
Oft wird Buprenorphin als Ersatzdroge für Heroinabhängige bezeichnet, was allerdings seiner wahren Bedeutung nicht gerecht wird. Ziel ist es nicht nur, eine illegale gegen eine legale Substanz zu tauschen (was lediglich der erste Schritt ist), sondern darauf hinzuarbeiten, dass der Patient auf lange Sicht auch von dem Ersatzmittel „clean“ wird. Man beginnt mit einer relativ hohen Dosierung, um Entzugserscheinungen zu lindern und den Suchtdruck zu senken. Dann dosiert man schrittweise herab, im besten Fall bis zur völligen Drogenfreiheit. Die lange Halbwertszeit von Buprenorphin macht es (neben Methadon und Levomethadon) für die Substitution besonders geeignet.
Die Nebenwirkungen von Buprenorphin sind ähnlich wie bei anderen Opioiden. Mehr als 10 % der Patienten klagen über Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, vermehrtes Schwitzen und Schwäche sowie – vor allem nach längerer Anwendung – über Entzugssymptome nach dem Ende der Behandlung.
Etwas seltener, bei 1 bis 10 % der Behandelten, kommt es zu Entzündungen der Atemwege, Appetitlosigkeit, Angst, Unruhe, depressiven Verstimmungen, Benommenheit, Schwindel, Zittern, Störungen des Herzrhythmus, niedrigem Blutdruck, Atemnot, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Erbrechen, Ausschlägen und Gelenks-, Knochen- oder Muskelschmerzen.
Die Häufigkeit und der Schweregrad der Nebenwirkungen steigt mit der Dosierung. Besonders häufig treten sie bei den hohen Dosierungen auf, die in der Substitutionstherapie zur Anwendung kommen.
Auch bei geringer Dosierung kann sich das Reaktionsvermögen so weit vermindern, dass eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr sicher ist. Im Zweifel sollte man also das Auto lieber stehen lassen.
Ungeeignet ist Buprenorphin für Personen, die auf den Wirkstoff überempfindlich reagieren, weiters für Personen mit schwerer Atemschwäche, stark eingeschränkter Leberfunktion, Alkoholabhängigkeit und akutem Delirium tremens. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sowie bei stillenden Frauen darf es nicht angewendet werden. Im Fall einer Schwangerschaft entscheidet der Arzt, ob der Nutzen die Risiken überwiegt.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Leseranfragen:
Meister & Werfel
Maximilian Meister
Rathausstrasse 62
90560 Heroldsberg
0911 514415
maximilianmeister(at)vip-client.de
Meister & Werfel
Maximilian Meister
Rathausstrasse 62
90560 Heroldsberg
0911 514415
maximilianmeister(at)vip-client.de
Datum: 13.11.2020 - 15:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1859857
Anzahl Zeichen: 3930
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart: Produktinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 13.11.2020
Diese Pressemitteilung wurde bisher 467 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Buprenorphin als Schmerzmittel und Substitutionspräparat"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Meister & Werfel (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit einem BtM-Rezept kann sich der Patient den Wirkstoff in der Apotheke in Form von Tabletten, Kapseln, Granulat, Flüssigkeit oder Zäpfchen holen und nimmt sie nach Vorgabe des Arztes zuhause selbst ein. Zwar gibt es auch Injektionen, diese werden aber in der Regel nur im Krankenhaus durchgefüh
Oxycodon: wirksam aber süchtig machend ...
Das Schmerzmittel Oxycodon kommt in der Behandlung von Schmerzen starker bis sehr starker Intensität zum Einsatz. Die Krankheiten, die für die Schmerzen ursächlich sind, heilt es allerdings nicht. Wie bei jedem Opioid ist auch hier mit Nebenwirkungen zu rechnen, unter anderem Krämpfe, Miosis und
Weitere Mitteilungen von Meister & Werfel
60 Jahre Antibabypille - Aktionsbündnis Thrombose fordert mehr umfassende Aufklärung bei Erstverordnung ...
Kombinierte Präparate weisen höheres Thromboserisiko auf. S3-Leitlinie empfiehlt Erhebung des Thromboserisikos bei Einnahme kombinierter Kontrazeptiva. Die Antibabypille wird in diesem Jahr 60 Jahre alt! Sie ist aber nicht nur ein Verhütungsmittel, sie ist ein Medikament - mit Risiken und Nebenw
"Das Corona Jahr": zwei SWR Dokus ziehen Bilanz (FOTO) ...
Im Februar 2020 traten in Deutschland die ersten Fälle auf. Seitdem prägt die Lungenkrankheit, die schnell unter dem Namen Covid-19 bekannt wird, das Jahr. Der Arzt und SWR Autor Patrick Hünerfeld hat von Beginn an Patient*innen und Ärzt*innen im Kampf gegen die Krankheit in der Uniklinik Freibu
Standreservierungen für Aussteller auf der 4. Importexpo beginnen ...
Am 8. November wurden die Aussteller im Vor-Ort-Reservierungsbüro im Ausstellungsbereich für Lebensmittel und Agrarprodukte zum ersten Mal eingeladen, sich ihre bevorzugten Stände im Voraus durch die Methode "Verkauf durch Bilder" zu sichern. Die fünf repräsentativen Molkereiunternehm
Ja-Ja-Effekt® - Vom Esszwang zu Frieden mit Körper und Essen ...
Um den Ja-Ja-Effekt®, ein Wortspiel mit dem gefürchteten Jojo-Effekt, zu erläutern, bedient sich die Autorin ernährungspsychologischer Methoden aus dem Binge Eating (darunter versteht man das häufige und heftige Auftreten von Heißhungerattacken) und dem emotionalen Essen. Im Zentrum ihrer Ausf




