Arcadis Expertenanalyse: Städte vor dem Logistik-Kollaps / Wie Paketdienste den Metropolen die CO2-Bilanz verhageln
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"Wenn die Metropolen ihre innerstädtische Logistik jetzt nicht regulieren, hat das langfristige Folgen für ihre Klimabilanz", warnt Marcus Herrmann, CEO Europe Central des Planungs- und Beratungsunternehmens Arcadis. "Zudem verpassen sie die Chance, die gesamte City-Mobilität nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen." Zwar haben die Städte, Stand heute, noch keine direkten CO2-Strafen zu befürchten. Perspektivisch müssen sie als Hauptverursacher von Treibhausgasen aber mit staatlichen Eingriffen rechnen, schließlich müssen die EU und die Bundesrepublik Klimaziele erreichen und haben dazu bereits strengere Vorgaben für die Automobilwirtschaft, die Industrie und die Kapitalmärkte erlassen.
Nachhaltige City-Logistik innerhalb der Stadtgrenzen
Lösungskonzepte für eine klimaschonende Städtelogistik gibt es längst. Am effektivsten ist aus Sicht der Arcadis-Experten eine urbane Logistik, die von einer eigens gegründeten städtischen Logistikgesellschaft gesteuert wird. "Die Paketdienste liefern die Waren nur noch an zentrale Abholungsstationen an den Stadtgrenzen. Von dort werden sie über ein City-Logistik-Netz bestehend aus ÖPNV, E-Fahrzeugen und Lastenrädern weiterverteilt", erklärt Gordon Mauer, Logistikexperte bei Arcadis, der das Modell weiterentwickelt hat. Finanziert werden kann die städtische Logistikgesellschaft durch teilhabende Unternehmen - am besten den Paketdiensten selbst, um bestmöglich Synergien zu heben und eine gute Koordination an Schnittstellen sicherzustellen. "Für die Paketdienste mögen die Verbannung aus der Stadt sowie die ,Zwangsteilhabe' an der städtischen Gesellschaft ein harter Eingriff sein", gibt Mauer zu. "Doch auch sie profitieren davon, wenn geplante Investitionen für nachhaltigere und punktgenauere Lieferungen auf mehrere Schultern verteilt werden."
Pilotprojekte und freiwillige Kooperationen reichen nicht aus
Erste Ansätze zur Konsolidierung der Paketfluten gibt es in einigen Städten. So sammelt die Logistikgesellschaft incharge in Düsseldorf Warenströme der verschiedenen Paketdienstleister an einem zentralen Lager im Gewerbegebiet "Düsseldorf-Hafen" und transportiert sie, bestmöglich konsolidiert, auf der so genannten "letzten Meile" in der City aus. In Stuttgart sind zentrale Anlieferungshubs im neu entwickelten "Rosensteinviertel" geplant, die in Randzeiten von den Logistikdienstleistern angefahren werden sollen. Die Stadt Köln erprobte eine "geräuscharme Logistik" mit Elektrofahrzeugen in den Abendstunden. Aus Sicht von Arcadis müssen die Verantwortlichen aber noch einen Schritt weiter gehen. "Auf freiwillige Kooperation zu setzen, wird nicht funktionieren. Die Städte müssen jetzt konsequent handeln und ein Logistikkonzept entwickeln, das den Paketdienstdschungel möglichst schon ab 2022 aus den Innenstädten verbannt", so Mauer.
Über Arcadis
Arcadis ist das führende globale Planungs- und Beratungsunternehmen für Immobilien, Umwelt, Infrastruktur und Wasser. In Zusammenarbeit mit unseren Kunden erzielen wir durch die Anwendung unserer profunden Marktkenntnisse sowie kollektiver Planungs-, Beratungs-, Ingenieur-, Projekt- und Managementleistungen herausragende und nachhaltige Ergebnisse während des gesamten Lebenszyklus natürlicher Schutzgüter und baulicher Vermögenswerte unserer Kunden. Mit unseren 28.000 Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern erwirtschaften wir einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro. Wir unterstützen UN-Habitat, das Zentrum der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, mit Wissen und Know-how, um die Lebensqualität in schnell wachsenden Städten auf der ganzen Welt zu verbessern. http://www.arcadis.com
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Datum: 28.12.2020 - 10:05 Uhr
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