Das EU-China Investitionsabkommen: Kein Erfolg für den Schutz der Menschenrechte in China
ID: 1873073
In der Präambel des Investitionsabkommens treffen die EU und China die Aussage, sie würden mit dem Abkommen Investitionen fördern, die zugleich in anspruchsvoller Weise Umwelt- und Arbeitsrechte schützen und damit zum Kampf gegen Klimawandel und Zwangsarbeit beitragen. Doch ist dieser vollmundige Satz nicht mit einer Anforderung zur Ratifizierung und Durchsetzung der relevanten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vor Inkrafttreten des Investitionsabkommens unterlegt.
"In einer Zeit, in der Nicht-Regierungsorganisationen weltweit auf die menschenverachtende Zwangsarbeit in China hinweisen, lässt sich die EU im Investitionsabkommen mit der unverbindlichen Zusage abspeisen, auf die Ratifizierung internationaler Arbeitsnormen hinzuarbeiten. Das ist eindeutig zu wenig", so Dr. Sabine Ferenschild vom SÜDWIND-Institut. "Angesichts der Erkenntnisse zum Umfang von Zwangsarbeit durch Uigur*innen in der chinesischen Autonomen Region Xinjiang ist das zudem zynisch."
Diese Einschätzung teilt das SÜDWIND-Institut mit einer globalen Allianz aus Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften, die heute eine "Gemeinsame Erklärung zur Integration von durchsetzbaren Menschenrechtsklauseln im EU-China-Investitionsabkommen" (Joint Appeal on the Inclusion of Enforeable Human Rights Clauses in the EU-China-Comprehensive Agreement on Investment) veröffentlicht haben. Das SÜDWIND-Institut gehört zu den Unterzeichnern dieser Erklärung.
"Ähnlich wie beim Großprojekt 'Neue Seidenstraße'", so SÜDWIND-Mitarbeiter Dr. Pedro Morazán, "scheint die EU immer noch auf das Dogma 'Wandel durch Handel' zu setzen. Dass diese Politik der letzten beiden Jahrzehnte gescheitert ist, sollte eigentlich auch der EU-Kommission klar sein. An der Menschenrechtssituation z. B. in Hong Kong wird sich auch durch die aktuellen Bestimmungen im Investitionsabkommen kaum etwas ändern."
Gemeinsam mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen und Gewerkschaften fordert SÜDWIND deshalb von der EU, dass sie vor Inkrafttreten des Investitionsabkommens auf der Ratifizierung der Kernarbeitsnormen zu Zwangsarbeit (Nr. 29 und Nr. 105) sowie zu Gewerkschaftsfreiheit und Kollektivverhandlungen (Nr. 87 und Nr. 98) durch China besteht.
Weiterführende Informationen:
- Erklärung: Joint Appeal on the Inclusion of Enforeable Human Rights Clauses in the EU-China-Comprehensive Agreement on Investment (https://www.uyghurcongress .org/en/press-release-joint-appeal-calls-for-human-rights-safeguards-in-eu-chi na-investment-agreement/) - Blogbeitrag: " Das EU-China-Investitionsabkommen: Ein Erfolg für den Schutz der Menschenrechte in China? (http://suedwind-institut.blogspot.com/2021/01/da s-eu-china-investitionsabkommen-ein.html) " - Fact Sheet: Zwangsarbeit in Xinjiang. Europäische Unternehmen profitieren von der Unterdrückung der Uigur*innen (https://www.suedwind-institut.de/alle-verfu egbaren-publikationen/fact-sheet-zwangsarbeit-in-xinjiang-europ%C3%A4ische-unt ernehmen-profitieren-von-der-unterdr%C3%BCckung-der-uigurinnen.html)
Pressekontakt:
Dr. Sabine Ferenschild, Tel.: 0228-763698-16, E-Mail:
ferenschild@suedwind-institut.de
Dr. Pedro Morazán, Tel.: 0228-763698-12, E-Mail: morazan@suedwind-institut.de
Nathalie Grychtol, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Tel.:0228-763698-14,
E-Mail: grychtol@suedwind-institut.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/129291/4810665
OTS: SÜDWIND e.V.
Original-Content von: SÜDWIND e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.01.2021 - 10:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1873073
Anzahl Zeichen: 4199
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 432 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Das EU-China Investitionsabkommen: Kein Erfolg für den Schutz der Menschenrechte in China"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
S (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft rufen das SÜDWIND-Institut und die Romero Initiative (CIR) Aktive dazu auf, sich gegen Menschenrechtsverletzungen im Zuge der WM einzusetzen. Lange vor der WM waren die skandalösen Arbeitsbedingungen im Bausektor Katars bekannt, von denen Arbeitsmigrant*i
Genieße Weihnachten nachhaltig mit dem Fleur de Sel der Alpen (FOTO) ...
Gerade in unsicheren Zeiten möchte man sich zu Weihnachten was Besonderes gönnen und mit der Familie mit gutem Gewissen feiern. Dazu gehört eine schön gedeckte Tafel, leckeres Essen und liebevoll ausgewählte Geschenke. Doch welche Produkte kann man in Zeiten der Klimakrise und Energieknapphei
Branchendialog Automobil: Beschwerdemechanismus in Mexiko braucht deutlich stärkeres Engagement von Unternehmen ...
Zivilgesellschaft: Automobil-Industrie muss Chance nutzen und sich stärker zum Pilotprojekt aus dem Branchendialog Automobil bekennen - mehr Beteiligung relevanter Unternehmen und verbindliche Zusagen für Beschwerdemechanismus in Mexiko wichtig Anlässlich des Fachtages "Branchendialog Aut
Weitere Mitteilungen von S
Kauder: Christenverfolgung steigt weltweit weiter dramatisch an ...
Jährlicher Open Doors-Bericht rüttelt wach Die überkonfessionelle, christliche Hilfsorganisation Open Doors hat an diesem Mittwoch ihren jährlichen Weltverfolgungsindex vorgestellt. Dazu erklärt Volker Kauder, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig für Wertethemen, Religionsfreiheit und
Frei: Kinderrechte werden im Grundgesetz sichtbar - Elternrechte bleiben gewahrt ...
Koalition einigt sich auf Grundgesetzänderung zu Kinderrechten Die vom Koalitionsausschuss am 25. August 2020 beauftragte Arbeitsgruppe aus Union und SPD hat sich auf die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz verständigt. Dazu erklärt der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsf
Dreiturm GmbH spendet 30.700 Händedesinfektionsmittel an die Stiftung Kinderzukunft ...
Diese großzügige Spende findet Verwendung im stiftungseigenen Kinderdorf in Timisoara und in umliegenden Behinderten- und Altenheimen. Das Kinderdorf der Stiftung ‚Satul de Copii‘ in Rumänien ist froh über die Spende der Dreiturm GmbH. Damit sind sie für die nächsten Monate gerüstet, kön
Kinderrechte kommen ins Grundgesetz / Plan International Deutschland begrüßt die Einigung der Koalition, fordert aber Nachbesserung bei der Formulierung ...
Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Union und SPD auf einen Gesetzesentwurf geeinigt, der die Rechte von Kindern im Deutschen Grundgesetz besser sichtbar und durchsetzbar machen soll. Konkret soll dazu Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes so geändert werden, dass Kindern mehr politische Teilh




