Von #WirvsVirus lernen: Gemeinsam Krisen lösen braucht nachhaltige Unterstützung (VIDEO)
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Open Social Innovation-Projekte wie der #WirvsVirus-Hackathon und das anschließende sechsmonatige Umsetzungsprogramm bieten großes Potenzial, schnell auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen, wie die Pandemie, zu reagieren. Allerdings erfordern sie langfristige Unterstützung und den Aufbau eines nachhaltigen sozialen Innovationsökosytems, um funktionsfähige und in der Breite wirksame Lösungen nach sich zu ziehen. Über die entwickelten Lösungen hinaus fördern Open Social Innovation-Projekte das zivile Engagement sowie die Kooperation zwischen staatlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren und bieten damit einen gesellschaftlichen Mehrwert.
Zu diesem Ergebnis kommen Johanna Mair, Hertie School Professorin für Organisation, Strategie und Leadership, und Thomas Gegenhuber, Juniorprofessor für Digitale Transformation an der Leuphana Universität Lüneburg, die den #WirvsVirus-Hackathon und das anschließende Umsetzungsprogramm ein Jahr begleitend untersucht und die Ergebnisse in einem Learning Report veröffentlicht haben. Die Forschung wurde durch die Vodafone Stiftung Deutschland gefördert.
Ziel von Open Social Innovation-Projekten generell ist es neue Produkte, Dienstleistungen und Praktiken zu entwickeln, um Probleme in der Gesellschaft anzugehen. Die Methode setzt auf einen offenen Aufruf an alle Bereiche der Gesellschaft (Zivilgesellschaft, öffentlicher Sektor, Privatsektor), sich an diesem Prozess zu beteiligen. Der #WirvsVirus-Hackathon entstand als Reaktion auf die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie und wurde von einem Konsortium aus zivilgesellschaftlichen Organisationen ins Leben gerufen. Der Hackathon und das anschließende Umsetzungsprogramm wurden von der Bundesregierung gefördert.
Der Learning Report zeigt das Potenzial der Open Social Innovation Methode für schnell umsetzbare Lösungen. #WirvsVirus Projekte, wie der Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit, trug beispielsweise zur Verbesserung der Gesundheitsämter-Software SORMAS für das Corona-Management bei. Das kreative, schöpferische Potenzial der Bürger*innen zu mobilisieren kann darüber hinaus die Reaktionsgeschwindigkeit der öffentlichen Verwaltung erhöhen. Zum Beispiel UDO, ein Chatbot zur Beantragung von Kurzarbeit wurde von der Bundesagentur für Arbeit bereits zwei Wochen nach dem Hackathon auf deren Webseite integriert. Andererseits stehen etablierte Strukturen z.B. in der Verwaltung oder bei Wohlfahrtsverbänden einer breiteren Wirkung von Ideen aus Open Social Innovation Projekten in Deutschland oft noch im Wege.
Um Projekte im Rahmen offener gesellschaftlicher Innovation erfolgreich organisieren und umsetzen zu können, sind langfristige Investitionen und der Aufbau eines sozialen Innovationsökosystems laut Mair und Gegenhuber ebenso wichtig, wie die Förderung von Lernprozessen in den Teams der Entwicklern.
"Soziale Innovation ist kein Sprint, sondern ein Marathon", so Mair. Sie weist darauf hin, dass ein Großteil der Verantwortung für die Nachhaltigkeit solcher Projekte in der Politik liegt. "Nur ein langfristiges Engagement wird die beabsichtigte Wirkung erzielen," ergänzt Gegenhuber.
"Der #WirvsVirus Hackathon hat enormes Engagement und Kreativität im Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie freigesetzt" kommentiert Inger Paus, Geschäftsführerin der Vodafone Stiftung, die Ergebnisse des Learning Reports. "Langfristig braucht es neue Strukturen und Wege, wie Bürger*innen, Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Nur wenn wir aus dem vergangen Hackathon lernen, kann das Vertrauen in zukünftige Formate wie das UpdateDeutschland gestärkt und die Selbstwirksamkeit von Bürger*innen in einer so entscheidenden Zeit gefördert werden" so Paus weiter.
Der Learning Report erscheint zum einjährigen Jubiläum des #WirvsVirus-Hackathons und anlässlich des nächsten vom Bundeskanzleramt unterstützten Hackathons, UpdateDeutschland (https://updatedeutschland.org/), der vom 19. bis 21. März 2021 stattfinden wird.
Der vollständige Learning Report ist hier (https://opus4.kobv.de/opus4-hsog/frontdoor/index/index/docId/3782) verfügbar.
Johanna Mair und Thomas Gegenhuber sprechen über ihre Forschung in diesen kurzen Erklärvideos (https://www.youtube.com/watch?v=dN8UMSrh9OA).
Die Hertie School in Berlin bereitet herausragend qualifizierte junge Menschen auf Führungsaufgaben im öffentlichen Bereich, in der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft vor. Sie bietet Masterstudiengänge, Executive Education und Doktorandenprogramme an. Als universitäre Hochschule mit interdisziplinärer und praxisorientierter Lehre, hochklassiger Forschung und einem weltweiten Netzwerk setzt sich die Hertie School auch in der öffentlichen Debatte für "Good Governance" und moderne Staatlichkeit ein. Die Hertie School wurde 2004 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet und wird seither maßgeblich von ihr getragen. Sie ist staatlich anerkannt und vom Wissenschaftsrat akkreditiert.www.hertie-school.org
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Datum: 19.03.2021 - 08:00 Uhr
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