Brexit: Europäisches Parlament ratifiziert Freihandelsabkommen / Ein großes Plus an Planungssicherheit, aber viele Details müssen noch geklärt werden
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"Damit ist das Fundament der europäisch-britischen Wirtschaftsbeziehungen deutlich sicherer geworden", erklärt Jürgen Friedrich, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest (GTAI). "Dies ist nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre sehr willkommen."
Allerdings wird noch viel Arbeit erforderlich sein, die teilweise recht allgemein gehaltenen Vorgaben des Abkommens konkret nutzbar zu machen, betont die GTAI in einer Publikation (https://www.gtai.de/gtai-de/trade/wirtschaftsumfeld/aussenwirtschaft-im-wandel-637344), die anlässlich der Außenwirtschaftstage 2021 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erschienen ist.
Deutlich wird dies beispielsweise bei der praktisch wichtigen Anerkennung von Berufsqualifikationen, die im Abkommen nur rudimentär geregelt ist. Für bindende Regelungen sollen die jeweiligen Berufsorganisationen zuständig sein.
Im Warenhandel gibt es zwar deutlich konkretere Regelungen, ein Ersatz für Binnenmarkt und Zollunion kann das Abkommen trotzdem nicht sein. Vollständige Zollfreiheit gibt es nämlich nur für Waren mit EU-Ursprung, und eine gegenseitige Anerkennung von Standards ist gar nicht vorgesehen, weder für Industrieprodukte noch für Lebensmittel.
"Die britische Seite gewährt zwar einseitige Übergangsfristen, die aber Ende des Jahres auslaufen", betont Stefanie Eich, Deputy Director im Bereich Zoll bei Germany Trade & Invest. "Dann erhöhen sich die Hürden für deutsche Exporteure erneut: Gesundheitszertifikate für Lebensmittelexporte sind ebenso Pflicht wie eine Umstellung der Produktkennzeichnung von CE auf das nur in Großbritannien gültige UKCA-Label."
Neben erheblichen Herausforderungen gibt es jedoch auch große Chancen. Ein Blick auf den britischen Markt ist für deutsche Unternehmen weiterhin lohnenswert, betont Marc Lehnfeld, Wirtschaftsexperte und GTAI-Korrespondent in London. Viele Branchen locken mit attraktiven Geschäftschancen. "Es wird viel investiert", erklärt Lehnfeld. So etwa in die Vervierfachung der Kapazitäten der Offshore-Windenergie, in den Infrastrukturbau mit Milliardeninvestitionen oder das Ausbauprogramm für über 40 neue Krankenhäuser. "Wer die Hürden in Kauf nimmt, kann noch nach dem Brexit von den Marktchancen im Vereinigten Königreich profitieren."
Lehnfeld gibt aber zu bedenken: "Die einstigen Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen aus dem europäischen Binnenmarkt fallen zu einem großen Teil weg. Gerade mit Blick auf die Konkurrenz aus dem Ausland sind deshalb gute und enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Königreich für unsere Außenwirtschaft so wichtig. Wir brauchen eine starke Partnerschaft."
Weitere Informationen rund um das Thema Brexit erhalten Sie auf unserer Brexit-Sonderseite (https://www.gtai.de/gtai-de/trade/specials/special-brexit)
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Datum: 28.04.2021 - 11:08 Uhr
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