Düstere Prognose: Flugverbot könnte noch über eine Woche andauern
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Hoffnungen auf eine baldige Wiederaufnahme des Flugverkehrs werden durch die derzeitige Großwetterlage gründliche zunichte gemacht.

(firmenpresse) - Zum einen schlägt die im Zuge schwacher atmosphärischer Druckunterschiede zunächst in Richtung Frankreich abgedrängte Aschewolke über Südengland einen Bogen und erreicht bereits im Laufe des heutigen Tages quasi über die Hintertür Deutschland erneut.
Wesentlich gravierender ist jedoch eine zweite, weitaus kompaktere Wolke aus Vulkanasche, die heute gegen Mitternacht Schottland erreicht und in einer Simulation des Rheinischen Instituts für Umweltforschung http://www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/topthemen/2010/04/0417_sp.htm
am Montagabend einen breiten Streifen einnimmt, der sich von Irland über Norddeutschland hinweg bis nach Schweden erstreckt. Verantwortlich hierfür sind vorherrschende Nord- bzw. Nordwestwinde über Island, welche die Vulkanasche unvermindert in Richtung West- und Mitteleuropa steuern.
In der noch mit einer großen Unsicherheit behafteten Langzeitprognose zeichnet sich für Island erst am Freitag eine Umstellung auf eine Südwestwindwetterlage ab. Dies hätte zur Folge, dass die Wolken aus Vulkanasche über die Insel hinweg zunächst noch Nordosten in Richtung Barentssee gelenkt werden. Am kommenden Sonntag liegt Island voraussichtlich am Südrand eines kräftigen Grönlandhochs. Dies hätte eine Winddrehung auf Ost bis Nordost zur Folge, welche die Asche von Europa weg auf den westlichen Nordatlantik leiten würde.
Welche Folgen Vulkanausbrüche haben können, zeigt ein Blick in die Historie. Im April 1815 kam es zu einem dramatischen Ausbruch des Tambora auf der östlich von Java gelegenen Insel Sumbawa. Dabei schleuderte der Feuerberg 100 km3 Staub und Asche in die Atmosphäre, die sich langsam wie ein Schleier um den ganzen Erdball legten. Die Folgen der Katastrophe, der über 100.000 Menschen zum Opfer fielen, ereichten globale Dimensionen. 1816 erlebten die Menschen auf der Nordhalbkugel daraufhin das „Jahr ohne Sommer“, das Europa und den USA Missernten und sogar Frost und Schneefall in den Sommermonaten brachte. Während der Januar und Februar des Jahres 1816 in den USA noch gemäßigt ausfielen, wurde es im März deutlich kälter, und im April und Mai gab es ungewöhnlich viele Regen- und Graupelschauer. Im Juni und Juli folgten viele Frosttage, wobei in New York und Neuengland teilweise bis zu einem Meter Schnee fielen. Im August 1816 setzte auch in Europa der Frost ein. Katastrophale Missernten, die den Getreidepreis im Frühjahr 1817 auf das Zehnfache anschnellen ließ, waren die Folge.
Literaturhinweis zum Thema Naturkatastrophen: Der Text enthält Auszüge aus dem Buch „Wenn Frösche vom Himmel fallen. Die verrücktesten Naturphänomene“, erschienen 2009 bei Wiley-VCH. Link zum Buch: siehe unten.
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Datum: 18.04.2010 - 12:08 Uhr
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