Originalakten zeigen: Asse war Test für Gorleben
ID: 192320
Originalakten zeigen: Asse war Test für Gorleben
In dem maroden Endlager Asse II sollten Einlagerungsversuche mit hochradioaktiven Abfällen durchgeführt werden. Diese sollten die Grundlage schaffen für die Endlagerung stark strahlenden Atommülls in einem Salzstock. Das geht aus Originaldokumenten hervor, die Greenpeace heute ins Internet stellt. Die Umweltschutzorganisation erweitert damit ihre vergangene Woche vorgestellte Online-Datenbank zum geplanten Endlager in Gorleben. Die jetzt veröffentlichten Unterlagen stammen aus dem Bundesinnenministerium und der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung aus den Jahren 1976 und 1983.
Aus den Akten geht auch hervor, dass Versuche mit Heizelementen in der Asse frühzeitig abgebrochen wurden. Mit diesen sollte die Wärmeentwicklung des hochradioaktiven Atommülls simuliert werden. Doch man fürchtete, den eingesetzten Erhitzer nicht mehr bergen zu können, nachdem ihn das Salz der Asse eingeschlossen hätte. Greenpeace fordert Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erneut auf, den ungeeigneten Endlagerstandort Gorleben sofort aufzugeben.
"Nur um die Kosten eines Heizelementes zu sparen, sind Versuche abgebrochen worden, die die Grundlage für ein sicheres Endlager bilden sollten", so Mathias Edler, Atomexperte bei Greenpeace. "Die Papiere beweisen, wie schlampig die für unzählige Generationen entscheidende Frage der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle behandelt wurde. Trotzdem soll die politische Entscheidung für Gorleben durchgedrückt werden."
Wissenschaftler forderten Erprobung von Salzgestein
Im Positionspapier zur "Entsorgung der Kernkraftwerke" verlangten Fachleute der Bundesministerien für Inneres, Forschung und Wirtschaft im Jahr 1976 eine Eignungsprüfung für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle in Salz. Ein Endlager in einem Salzstock dürfe nur in Betrieb gehen, wenn entsprechende Einlagerungs-Versuche mit hochradioaktivem Müll in der Asse erfolgreich abgeschlossen wurden.
Mit der Eignung des Endlagerstandortes Gorleben befasst sich seit heute auch ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags. "Wurden die Forderungen der Wissenschaftler dem politischen Druck preis gegeben?", fragt Mathias Edler. "Wo sind die Ergebnisse der entscheidenden Versuche mit hochradioaktiven Abfällen in Salz? Wurden diese Versuche jemals gemacht oder soll Gorleben jetzt selbst zum Langzeitversuch werden - mit der Bevölkerung als Versuchskaninchen?"
Diese und weitere bisher vertrauliche Originaldokumente zur Benennung und Eignung des geplanten Endlagers in Gorleben stellt Greenpeace der Öffentlichkeit Schritt für Schritt in einer umfangreichen Online-Datenbank zur Verfügung. Einsicht in die Akten der Niedersächsischen Staatskanzlei, des Niedersächsischen Umweltministeriums und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erhielt Greenpeace nach dem Umweltinformationsgesetz. Mathias Edler: "Das Asse-Desaster zeigt, dass Gorleben nicht haltbar ist. Das muss auch Umweltminister Röttgen einsehen und eine neue ergebnisoffene Suche einleiten."
Kontakt:
Große Elbstraße 39
22767 Hamburg
presse@greenpeace.de
Telefon: 040/30618 -340 oder -341
Fax: 040/30618-160
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.04.2010 - 21:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 192320
Anzahl Zeichen: 3559
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 224 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Originalakten zeigen: Asse war Test für Gorleben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Greenpeace (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Greenpeace-Aktivisten protestieren am französischen Atomkrafwerk Tricastin Paris 15. Juli 2013: Greenpeace-Aktivisten haben heute früh auf der Atomanlage in Tricastin/Frankreich zwei Banner entrollt mit der Botschaft: "Accident nucléaire à Tricastin, François Hollande : président de
Nach Greenpeace-Protest: Transportfirmen schicken Walfleisch zurück an den Absender ...
Umweltminister Altmaier soll deutsche Häfen gesetzlich für Walfleisch sperren Der gestrige Protest von Greenpeace-Aktivisten gegen den Transport von Walfleisch über den Hamburger Hafen zeigt Wirkung: Am späten Abend kündigte die taiwanesische Transportfirma "Evergreen Line" an, d
Greenpeace-Kletterer protestieren an Frachtschiff gegen Walfleisch-Transport ...
Umweltminister Altmaier in der Pflicht für den Artenschutz Greenpeace-Aktivisten sind heute Mittag in Hamburg auf das Containerschiff "Eilbek" geklettert, das Walfleisch nach Japan transportieren soll. Vier der Meeresschützer haben sich an den Schiffstauen des 170 Meter langen Frac
Weitere Mitteilungen von Greenpeace
Gorleben: Keine Erkundung vor der Aufklaerung ...
Zur heutigen Konstituierung des 1. Untersuchungsausschusses erklaert die Sprecherin der Arbeitsgruppe Untersuchungsausschuss "Gorleben" der SPD-Bundestagsfraktion Ute Vogt: Zahlreiche inzwischen oeffentlich gewordene Dokumente begruenden den Verdacht, dass die Entscheidung der Bundesr
BRUNKHORST: Gorleben-Untersuchungsausschuss wird haltlose Vorwürfe entkräften ...
BERLIN. Zur Konstituierung des 1. Untersuchungsausschusses der 17. Wahlperiode zum Atommülllager Gorleben erklärt die Obfrau der FDP-Bundestagsfraktion im Untersuchungsausschuss Angelika BRUNKHORST: Die FDP-Bundestagsfraktion wird im Untersuchungsausschuss konstruktiv mitarbeiten. Wir sind dav
Reinholz: Sparsam mit endlichen Ressourcen umgehen! - 22. April: Internationaler Tag der Erde ...
"Wir können den heutigen Wohlstand nur halten, wenn wir die Produktivität der vorhandenen Ressourcen steigern beziehungsweise durch erneuerbare Rohstoffe ersetzen", sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz anlässlich des Internationalen Tages der Erde am 22. April. Gleichzeit
123 neue Arten auf Borneo entdeckt ...
er finden tierische Farbenkünstler im "Heart of Borneo" Frankfurt - Im "Herzen Borneos" wurden 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Das berichtet der WWF-Report "Borneos neue Welt", der am Donnerstag veröffentlicht wird. Zu den neuen Arten gehö




