Weiter kein eindeutiges Verbot von Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung: Deutsche Umwelthilf

Weiter kein eindeutiges Verbot von Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Entscheidung des EU-Parlaments scharf

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(ots) -

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert scharf die Entscheidung des EU-Parlaments, Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung weiterhin nicht klar zu verbieten. Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:

"Das EU-Parlament hat es versäumt, die Gesundheit von Menschen endlich über die Profitinteressen der Fleischindustrie zu stellen. Die konservativ-liberale Mehrheit setzt das Herumeiern der EU-Kommission fort und riskiert damit, dass Reserve-Antibiotika wie bisher auch massenhaft ins Futter und Wasser gemischt und an Zehntausende Tiere in industriellen Massentierhaltungen verabreicht werden. Die EU-Kommission hat noch immer keine Liste vorgelegt, welche Antibiotikawirkstoffe in Europa für Menschen vorbehalten werden sollen. Außerdem befreit sie Fleischproduzenten von der Nachweispflicht, dass sie versucht haben, mit besserer Haltung, Zucht und Fütterung die Gesundheit der Tiere zu stabilisieren, bevor sie diese mit Antibiotika vollstopfen dürfen. Die Entscheidung heute legitimiert den Missbrauch von Reserve-Antibiotika bei Tieren, die bei besserer Zucht und Haltung gar keinen massenhaften Antibiotikaeinsatz nötig hätten. Die EU-Abgeordneten vergrößern damit das Risiko für die Ausbreitung antibiotikaresistenter Erreger, die über das Fleisch behandelter Tiere auch auf Menschen übertragen werden und im Krankheitsfall lebensrettende Antibiotika ausschalten können. Die neue Bundesregierung kann und muss nach der Wahl der Gesundheit von Menschen endlich Vorrang einräumen und Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung verbieten."

Ein Antrag der Grünen im EU-Parlament im Zuge der EU-Tierarzneimittelverordnung hatte mit Rückendeckung führender Humanmediziner gefordert, Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung zu verbieten und für Einzeltiere zuzulassen. Dieser Antrag wurde abgelehnt, so dass die Behandlung von Einzeltieren nun komplett in Frage steht.

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer


0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Reinhild Benning, Agrarexpertin
0151 17918487, benning@duh.de

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Datum: 16.09.2021 - 11:26 Uhr
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