#StopFinningEU: Deutschland erreicht Mindeststimmen
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(ots) -
EU-Bürgerinitiative #StopFinningEU fordert Handelsverbot von Haiflossen in der EU: Über 700.000 Unterschriften wahlberechtiger EU-Bürger werden noch gebraucht.
Heusenstamm/Wien - Jetzt sind alle stimmberechtigen EU-Bürger der 27 Mitgliedsstaaten aufgefordert, für das Handelsverbot von Haiflossen in der Europäischen Union zu unterschreiben. Insgesamt braucht es bis zum 31. Januar 2022 eine Million Stimmen, sowie die Erfüllung einer Mindestquote in sieben EU-Ländern, damit die Initiative erfolgreich ist. Deutschland hat nun nach Frankreich und Portugal als drittes Land die Mindeststimmen erreicht, in Österreich fehlen noch ca. 6.500 Stimmen.
Seit 2013 regelt in der EU die "fins naturally attached" Verordnung, dass Haie in EU-Gewässern, auf EU-Schiffen nur komplett mit Flossen am Körper gefangen und transportiert werden dürfen. Das Abtrennen der Haiflossen, das sogenannte "Finning", direkt auf See, ist verboten. Erst, wenn Haie in einem Stück im Hafen ankommen und angelandet wurden, dürfen die Flossen vom Hai entfernt und getrennt vom restlichen Haikörper verkauft werden. Der Handel mit Haiflossen ist in der EU also immer noch erlaubt. Das muss sich ändern.
Petra Schwerdtfeger, Vorsitzende von Sharkproject Germany: "Wir haben unser erstes persönliches Ziel, die notwendigen Mindeststimmen in Deutschland erreicht. Darüber freuen wir uns. Wir sehen und hören in persönlichen Gesprächen mit den Menschen auf unseren Events und Unterschriften-Marathons, viel Unwissenheit und möchten deshalb weiter aufklären und informieren. Weltweit werden mindestens 73 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen brutal getötet. Das sind 8.000 Haie in jeder Stunde. Wir erfahren täglich, wie überrascht die Menschen sind, wenn wir ihnen erklären, wie viele Haie täglich wegen ihrer Flossen qualvoll in Europa gefangen, getötet und exportiert werden - und wie wichtig die Haie für unser globales Ökosystem sind. Wir arbeiten unermüdlich weiter daran, die aktuell noch fehlenden 700.000 Stimmen bis 31.1.2022 zusammen zu bekommen."
Herbert Futterknecht, Vorsitzender von Sharkproject Austria: "Wir werden nicht müde. Die Aufgabe ist erst geschafft, wenn insgesamt eine Million EU-Bürger zum Schutz der Haie unterschrieben haben und das Gesetz geändert wird. Die Menschen sind teils unwissend und teils schockiert, dass Europa hier noch keine ausreichende Gesetzeslage hat. Jetzt können alle wahlberechtigten EU-Bürger ihre Unterschrift bzw. Stimme nutzen und für die Zukunft der Haie und somit für mehr Meer und Gleichgewicht sorgen. Es ist so einfach und nur einen Klick entfernt. EU-Bürger unterschrieben für die Gesetzesänderung direkt hier: https://eci.ec.europa.eu/012/public/
Denn: Ohne dich geht's nicht!"
Die EU hat mit Spanien, Portugal und Frankreich die größte kommerzielle Haifangflotte weltweit. Von den jährlich ca. 112.000 Tonnen offiziell angelandeten Haien werden 3.500 Tonnen an abgetrennten Flossen nach Südostasien exportiert. Der Profit ist enorm, der Artenschutz bleibt auf der Strecke. "Finning" stellt damit eine massive Bedrohung für das marine Ökosystem dar.
Da die Flossen in der EU lose gehandelt werden dürfen, bleibt die Herkunft der Flossen häufig unklar. Auch für die geschützten Spezies bietet die derzeitige Regelung keinen sinnvollen Schutz. Bei Flossenlieferungen werden oft Flossen von verschiedenen Hai- und auch Rochenarten vermischt. Darunter befinden sich häufig bedrohte Spezies, die nach dem Washingtoner Abkommen nur sehr eingeschränkt gehandelt werden dürfen. Diese geschützten Arten anhand der Flossen zu identifizieren, ist im Nachhinein nur mit sehr aufwändigen Verfahren möglich. Auch werden weniger als fünf Prozent der Fangschiffe überhaupt kontrolliert.
Sharkproject: "Wir brauchen Haie zum Atmen"
An der Spitze der Nahrungskette sind Haie für das Gleichgewicht des Ökosystems Meer verantwortlich. Wenn dieses kippt, setzt ein Dominoeffekt ein, der sich bis auf die unterste Ebene, das Phytoplankton, auswirken wird. Da das Phytoplankton über 50 Prozent des weltweiten Sauerstoffs produziert, wäre ein Haisterben fatal - für die Menschheit und alles Leben auf dem Planeten. Da auch die Regenwälder immer weiter schrumpfen, gibt es zum Sauerstoff aus dem Meer keine Alternative. Deswegen benötigen die Ozeane und ihr gesamtes Ökosystem, an der Spitze die Haie, unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz.
Sharkproject gründete deshalb mit einigen Partnern die EU-Bürgerinitiative "Stop Finning - Stop the Trade". Diese setzt sich mit inzwischen über 90 weiteren Arten- und Umweltschutzorganisationen für ein EU-weites Verbot für den Import, Export und Transit von losen Haiflossen ein. Das grausame und ökologisch nicht vertretbare Geschäft mit den Flossen wird sich erst dann nicht mehr lohnen, wenn der Handel von abgetrennten Haiflossen in der EU unterbunden und dadurch der Transport sehr teuer wird.
Zahlreiche Prominente unterstützen die EU-Bürgerinitiative
Prominente helfen und stärken das Vorhaben mit ihrem Gesicht. Zu den prominenten Hai-Unterstützern der Initiative #StopFinningEU zählen mit Social Media-Beiträgen im deutsch-sprachigen Raum u.a. Udo Lindenberg, Tim Wilhelm, Hannes Jaenicke, Dr. Mark Benecke, Herbert Nitsch, Katrin Gray alias Mermaid Kat, Christian Ehrlich, Sandy P. Peng, Oliver Feistmantl, Fiona Hernuss, York Hovest, Florian Weiss, Tina Kaiser, Lukas Müller, André Wiersig, Christian Redl, Erkan & Stefan und Ralf Seeger.
Über Sharkproject
Sharkproject ist eine im Jahr 2002 gegründete Artenschutzorganisation, die sich für die über 500 Haiarten und das marine Ökosystem einsetzt. Alle Mitarbeitende unterstützen rein ehrenamtlich und tragen sämtliche Fixkosten. Somit kommen alle Spendengelder direkt den Projekten und der damit verbundenen, intensiven Medien- und Informationsarbeit zugute. Neben der Dachorganisation Sharkproject International existieren derzeit Landesorganisationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie Botschaften in Polen und Südafrika. Zusätzlich bestehen weitreichende internationale Kooperationen, etwa mit der Non-Profit NGO "Pretoma" in Costa Rica, der Florida International University und der Stellenbosch University. Seit 2016 ist Sharkproject Vollmitglied der International Union for Conservation of Nature (IUCN), dem weltweit größten Netzwerk für Umwelt- und Artenschutz. Weitere Informationen finden Sie unter: www.sharkproject.org/
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Datum: 29.09.2021 - 15:11 Uhr
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