KfW Research: Jeder zweite Mittelständler derzeit von Lieferengpässen betroffen

KfW Research: Jeder zweite Mittelständler derzeit von Lieferengpässen betroffen

ID: 1932660
(ots) -


- Repräsentative Ergebnisse einer Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen im September
- Größte Probleme im Verarbeitenden Gewerbe und in der Bauindustrie
- Höherer Beschaffungsaufwand, Produktionsstörungen sowie Preisanpassungen häufigste Folgen

Das Wirtschaftswachstum dürfte in diesem Jahr niedriger ausfallen als noch vor einigen Monaten erwartet. Ein wesentlicher Grund für die schwächeren Wachstumsaussichten in diesem Jahr sind Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, die weite Teile der Wirtschaft erfasst haben - auch den deutschen Mittelstand. Gegenwärtig kämpft knapp jedes zweite (48 %) der rund 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit den Folgen von Lieferproblemen, wie eine im September durchgeführte Sonderbefragung von KfW Research im Rahmen des KfW Mittelstandspanels zeigt.

Besonders stark betroffen ist das mittelständische Verarbeitende Gewerbe - vier von fünf Unternehmen (78 %) beklagen hier Lieferengpässe. Nicht weniger heftig sind die Auswirkungen auf das Baugewerbe, wo sich 78 % der Unternehmen mit Materialknappheit auseinandersetzen müssen. Im Groß- und Einzelhandel ist der Anteil der betroffenen Mittelständler mit 63 % etwas geringer. Und selbst im Dienstleistungssektor, der grundsätzlich weniger stark von Vorleistungen abhängt, sehen sich immer noch rund vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen mit Lieferengpässen konfrontiert.

Dass der Mittelstand in der Breite betroffen ist, liegt nicht zuletzt daran, dass derzeit eine Vielzahl von Materialien und Vorprodukten nicht in der nachgefragten Menge zur Verfügung steht. Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei Mikroprozessoren, auch einfache Steuerungselemente fehlen, genauso wie Stahl, Aluminium, Kupfer und andere Metalle, Kunststoffe und Verpackungsmaterialien oder auch Holz für die Bau- und Möbelindustrie. Ein wesentlicher Grund ist, dass viele Unternehmen in der Corona-Krise ihre Kapazitäten zurückgefahren haben und nun auf die wieder anspringende Nachfrage nur langsam reagieren können. Andere Ursachen wie Störungen im internationalen Frachtverkehr, die weiter anhaltenden Handelskonflikte oder einzelne Ereignisse wie die Waldbrände in Kalifornien spielen ebenfalls eine Rolle.



Die Lieferengpässe wirken sich unterschiedlich auf den Mittelstand aus.


- Am häufigsten verzeichnen kleine und mittlere Unternehmen einen erhöhten Arbeitsaufwand in der Beschaffung (29 %).
- Zu Beeinträchtigungen in der Produktion oder Dienstleistungserstellung wegen fehlender Rohstoffe oder Vorprodukte kommt es bei etwa jedem vierten Mittelständler (28 %). Das Verarbeitende Gewerbe leidet hierunter am stärksten (56 %).
- Ebenfalls jedes vierte Unternehmen (26 %) sieht sich gezwungen, infolge gestiegener Preise für Rohstoffe und Vorprodukte die Preise für seine eigenen Produkte oder Dienstleistungen anzupassen. Am häufigsten kommt es zu Preiserhöhungen in der Baubranche (61 %).
- Etwa 25 % aller Mittelständler sind gegenwärtig aufgrund der Engpässe im Lieferverzug gegenüber ihren Kunden. Jeder zehnte Mittelständler muss Aufträge sogar ablehnen, weil das benötigte Material fehlt. Insbesondere in der Bauindustrie, die Handwerksbetriebe vom Fensterbauer bis zu Dachdecker umfasst, ist dies ein Problem (21 %).
- Zu Beschäftigungseinschnitten führen die Lieferengpässe bislang in erster Linie im Verarbeitenden Gewerbe. Hier hat nahezu jedes zehnte Unternehmen seine Beschäftigung zumindest temporär durch den Abbau von Überstunden, Urlaub oder auch das Instrument der Kurzarbeit reduziert.

Eine schnelle Auflösung der Lieferengpässe erwartet der Mittelstand nicht. Nur 5 % der betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen gehen von einer Entspannung bis zum Jahresende 2021 aus. Der Großteil rechnet damit, dass die Schwierigkeiten noch ein halbes bis ganzes Jahr andauern. Fast jedes fünfte Unternehmen ist sogar überzeugt, dass sich die Situation frühestens in einem Jahr normalisiert haben wird.

"Die Lieferengpässe legen den kleinen und mittleren Unternehmen enorme Steine auf ihren Weg aus der Corona-Krise", sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. "Am stärksten belasten sie das Verarbeitende Gewerbe und die Bauindustrie, aber auch der Handel und Dienstleister leiden. Das nimmt der gerade wieder angesprungenen Konjunktur ihren Schwung." Das Wirtschaftswachstum dürfe in den nächsten Monaten abflachen, werde aber weiterhin positiv ausfallen. "Bis sich die Lieferengpässe auflösen, dürfte es dauern. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Materialknappheit im Laufe der kommenden Monate zumindest etwas entschärft. Nachholeffekte können dann im kommenden Jahr einen Impuls für einen neuen Wachstumsschub geben", so Köhler-Geib.

Die Ergebnisse der aktuellen Sonderbefragung von KfW Research sind abrufbar unter: www.kfw.de/fokus

Zum Datenhintergrund:

Die aktuelle Sonderbefragung zum Thema Lieferengpässe basiert auf dem KfW-Mittelstandspanel, einer repräsentativen Wiederholungsbefragung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland. Zur Grundgesamtheit des KfW Mittelstandspanels gehören alle privaten Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, deren Umsatz 500 Mio. EUR pro Jahr nicht übersteigt. Die Sonderbefragung wurde im Zeitraum vom 1. bis 10. September 2021 von GfK SE, Bereich Financial Services im Auftrag der KfW Bankengruppe, durchgeführt. Insgesamt konnten Antworten von rund 2.400 Unternehmen berücksichtigt werden. Aufgrund der Anbindung an den Grunddatensatz des KfW-Mittelstandspanels geben die Ergebnisse der Sonderbefragung ein repräsentatives Abbild der aktuellen Betroffenheit von Lieferengpässen.

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Christine Volk
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: christine.volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Huaxing Growth Capital hat innerhalb von vier Monaten den ersten Abschluss für seinen jüngsten USD Fund IV getätigt Artprice by Artmarket veröffentlicht seinen Marktbericht 2020/21 für zeitgenössische Kunst. Wir stehen kurz vor der Wiedereröffnung von Frieze und FIAC: in den letzten 21 Jahren nahm das Verkaufsvolumen auf dem Markt für zeitgenössische Kunst um 2 700...
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.10.2021 - 10:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1932660
Anzahl Zeichen: 6205

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Frankfurt am Main



Kategorie:

Banken



Diese Pressemitteilung wurde bisher 463 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"KfW Research: Jeder zweite Mittelständler derzeit von Lieferengpässen betroffen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

KfW (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Bund und KfW verlängern Förderung für Effizienzhaus 55-Neubauten ...
- Programm läuft weiter, bis die Bundesmittel zur Zinsverbilligung aufgebraucht sind - maximal bis Jahresende - Förderkredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit, Zinssatz wird aus Bundesmitteln verbilligt - Förderung adressiert gezielt den Bauüberhang - Baugenehmigung muss bei Antragstellu

KfW erweitert Förderprogramm für Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien ...
- Start am 18. Juni 2026 - Förderkredite von bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben für Unternehmen jeder Größe - Förderung für Vorhaben außerhalb des EEGs Die KfW stärkt den marktbasierten Ausbau erneuerbarer Energien mit einem neuen Förderangebot. Ab sofort ergänzt das Programm "E

Dr. Susanne Maurenbrecher zum 1. Oktober zur neuen Vorständin für IT, Operations und Transaktionsmanagement bestellt ...
- Brigitte Réthier startet am 15. Juli als neue Vorständin für die Entwicklungszusammenarbeit - KfW-Verwaltungsrat verabschiedet Vorständin Christiane Laibach zum 31. Juli nach 36 Jahren in den Ruhestand Der KfW-Verwaltungsrat hat Dr. Susanne Maurenbrecher (47) mit Wirkung zum 1. Oktober 2026


Weitere Mitteilungen von KfW


Huaxing Growth Capital hat innerhalb von vier Monaten den ersten Abschluss für seinen jüngsten USD Fund IV getätigt ...
Huaxing Growth Capital von China Renaissance hat den ersten Abschluss seines USD Fund IV in Rekordzeit erfolgreich abgeschlossen und eine Kommanditbeteiligung von fast 550 Millionen US-Dollar erhalten. Für das Fundraising mit einem erwarteten Gesamtvolumen von ca. 1,2 Mrd. haben namhafte Investor

Knight Capital kündigt Vergleich an ...
Knight Capital Funding und Forward Financing freuen sich, eine einvernehmliche finanzielle Lösung in der Angelegenheit Knight Capital LLC gegen Forward Financing LLC, Forward Financing SPV LLC und Justin Bakes erreicht zu haben, die beim Elften Judicial Circuit Court in und für Miami-Dade County

UmweltBank vor Kapitalerhöhung (FOTO) ...
Vorstand und Aufsichtsrat der UmweltBank haben beschlossen, eine Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlage durchzuführen. "Mit diesem frischen Kapital schaffen wir eine solide Basis für das weitere Bankwachstum", kommentiert Jürgen Koppmann, Sprecher des Vorstands. Das Grundkapi

Das Istanbuler Finanzzentrum soll das Bestreben der Türkei unterstützen, eine der Top 10 der Weltwirtschaft zu werden ...
- Das Finanzzentrum vereint die türkische Finanzdienstleistungsbranche und internationale Investoren im Herzen Istanbuls und hat den Ehrgeiz, eines der größten Finanzzentren der Welt zu werden - Sponsor des Großen Preises der Türkei der Formel 1 an diesem Wochenende als Teil einer globalen M


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z