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Buchveröffentlichung: Allianz aus Wissenschaftler*innen und Suchttherapeut*innen fordert Umdenken in der Drogen- und Suchtpolitik. Neue Evidenzen sprechen für Tobacco Harm Reduction als Leitmaxime

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(ots) -

Allen Bemühungen zum Trotz ist die Zahl der Raucher*innen in Deutschland nahezu unverändert hoch. Mit einer Raucher*innenquote von rund einem Viertel liegt Deutschland im europäischen Vergleich im unteren Mittelfeld. Wissenschaftler*innen und Suchttherapeut*innen schlagen seit Jahren Alarm. Passiert ist dennoch wenig. Außer gut gemeinten, aber schlecht gemachten Aufklärungskampagnen und kaum merklichen Steuererhöhungen, wird nicht viel für die Senkung der Quote getan.

Das neue Buch "Tobacco Harm Reduction - Diversifikation der Rauchentwöhnungsstrategien" bringt daher Klarheit in eine Debatte, die längst noch viel lauter geführt werden sollte.

Herausgeber Prof. Dr. Heino Stöver erklärt: "Es macht mir Angst, wenn ich sehe, mit welcher Gelassenheit akzeptiert wird, dass rund ein Viertel der Bevölkerung Zigaretten raucht. In vielen Suchtbereichen werden Abhängige über risikoreduzierte Alternativen aufgeklärt. Nur im Bereich Tabak glaubt man scheinbar, darauf verzichten zu können. Das neue Buch meiner Kolleg*innen und mir versteht sich deshalb als Aufklärung und Appell zugleich: Wir brauchen Aufklärung über die Chancen von E-Zigaretten, Tabakerhitzern und Nikotinbeuteln und richten einen dringenden Appell an die Politik, diese Werkzeuge zu nutzen, um den Raucherinnen und Rauchern endlich zu helfen."

Neben neuen Formen der Tabakentwöhnung nimmt das Buch auch eine Bestandsaufnahme der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse vor und teilt internationale Erfahrungen. "Dabei soll auch aufgezeigt werden, wie eine verbesserte Strategie zur Tabakbekämpfung in Deutschland umgesetzt werden kann", so Prof. Dr. Stöver.

Beiträge gibt es in dem Buch u.a. zu folgenden Themen:


- Bewertung von E-Zigaretten/Harm Reduction aus Public Health-Perspektive - Univ.-Prof. Dr. Ute Mons (Professur für Kardiovaskuläre Epidemiologie des Alterns im Herzzentrum der Uniklinik Köln)
- Steuern mit Steuern: Warum die Tabaksteuererhöhung Tabakraucher*innen vom Umstieg auf weniger schädliche Formen der Nikotinaufnahme abhalten könnte - mit bekannten gesundheitlichen Folgen - Prof. Dr. Berthold U. Wigger, (Professor für Finanzwissenschaft und Public Management am Karlsruher Institut für Technologie)


- Für den freien Verkauf von Nicotine Pouches in Deutschland - Online-Petition - Leon Nussbaumer (Verbraucheraktivist)
- Fokus COPD - Wann und wie sollen Alternativ-Produkte zur Tabakzigarette eingesetzt werden? Stellungnahme aus der Sicht des Pneumologen - Dr. med. Thomas Hering (Facharzt für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Berlin)
- Harm Reduction in Norway - the case of snus - Ph. D. Karl E. Lund (Senior Researcher, Norwegian Institute of Public Health)
- Harm Reduction - Was sind die offenen Fragen? - Prof. Dr. med. Martin Storck (Klinikdirektor, Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie, Städtisches Klinikum Karlsruhe)

"Um die gesundheitlichen Risiken des Rauchens zu minimieren, müssen die deutschen Gesundheitsbehörden sehr deutlich öffentlich kommunizieren, dass E-Zigaretten, Tabakerhitzer und tabakfreie Nikotinprodukte zwar nicht harmlos sind, aber eine weniger schädliche Alternative zum Weiterrauchen darstellen, wenn anders der Verzicht auf die weitaus gefährlichere Tabakzigarette nicht gelingt", betont Prof. Dr. Stöver.

Für die neue Bundesregierung sei jetzt die Notwendigkeit zum Umdenken in der Tabakkontrollpolitik drängender denn je, resümiert der Suchtforscher.

Presse- und interviewanfragen an die Autor*innen des Buches können gerne über heino.stoever@fb4.fra-uas.de gestellt werden.

Das Buch wird am 13.10.2021 auf der Fachkonferenz "Tobacco Harm Reduction Diversifikation der Rauchentwöhnungsstrategien" vorgestellt. Viele der Mitautor*innen werden auf der Veranstaltung mit Vorträgen vertreten sein. Hier können Sie sich für die Fachtagung anmelden: https://www.frankfurt-university.de/index.php?id=10064

Kostenlose Presseexemplare des Buches können unter heino.stoever@fb4.fra-uas.de angefragt werden.

Zum ISFF

Das Institut für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences wurde 1997 ins Leben gerufen von Prof. Dr. Volker Happel, Prof. Dr. Dieter Henkel und Prof. Dr. Irmgard Vogt. Es sieht seine Aufgabe darin, Sucht in ihren verschiedenen Erscheinungsformen sowie die mit Sucht in Zusammenhang stehenden Probleme und Aspekte zu erforschen. Das Institut fördert den Ausbau von interdisziplinären Beziehungen zu Kooperationspartnern auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Forschungsprozesse und -resultate sollen in Lehre und Studium Berücksichtigung finden und nutzbar gemacht werden.

Seit dem Sommersemester 2009 ist Prof. Dr. Heino Stöver Professor (https://www.frankfurt-university.de/de/hochschule/fachbereich-4-soziale-arbeit-gesundheit/kontakt/professor-innen/heino-stover/) an der Frankfurt UAS (ehemals FH FFM), Fachbereich 4 - Soziale Arbeit und Gesundheit (Schwerpunkt Sozialwissenschaftliche Suchtforschung) und seit 1. September 2009 geschäftsführender Direktor des ISFF.

Pressekontakt:

Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Prof. Dr. Heino Stöver
Telefon: +49 69 1533-2823 und mobil: +49 162 133 45 33
E-Mail: heino.stoever@fb4.fra-uas.de
Twitter: @HeinoStoever

Original-Content von: Prof. Dr. Heino Stöver - Sozialwissenschaftliche Suchtforschung, übermittelt durch news aktuell
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Datum: 12.10.2021 - 09:00 Uhr
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