Gentechnik-Bakterien gefährden Lebensmittelsicherheit / Gentechnisch veränderte Mikroben bleiben oft unentdeckt
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Gentechnik-Bakterien werden unter anderem dazu verwendet, um Enzyme und Vitamine für die Lebensmittelindustrie zu produzieren. Dabei gelangen ungewollt immer wieder auch die Bakterien selbst in den Prozess der Lebens- und Futtermittelherstellung. Die EU-Mitgliedsländer entdeckten in den letzten Jahren rund ein Dutzend Fälle, die mehr als 20 Länder betreffen. Die Gentechnik-Bakterien verfügen u.a. über Resistenzgene gegen Antibiotika, die mit Darmbakterien ausgetauscht werden können. Genauere Untersuchungen zeigen jetzt ein erhebliches Risiko für die Lebensmittelsicherheit.
Entdeckt wurden lebensfähige Gentechnik-Bakterien unter anderem in Proben von sogenannten Proteasen, die als Enzyme zur Verarbeitung von Lebens- und Futtermitteln eingesetzt werden. In diesem Fall wurden die Produkte aus China importiert, betroffene Länder waren u.a. Deutschland und Italien, im EU-Schnellwarnsystem (RASFF) registriert als 2019.3332.
Eine aktuelle Publikation belgischer WissenschaftlerInnen zu diesen Gentechnik-Bakterien zeigt jetzt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es zu einer Genübertragung auf pathogene Keime kommt, hoch ist. Zudem fanden sich die Genkonstrukte und fehlerhafte Genkopien an unerwarteten Stellen im Erbgut der Mikroben. Die AutorInnen stellen ernstzunehmende Risiken für die Lebensmittelsicherheit und die öffentliche Gesundheit fest.
Für Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Organismen, die für die Produktion der Enzyme eingesetzt werden, gilt in der EU eine Null-Toleranz. Auch dürfen die Produkte nicht mit der DNA der Bakterien verunreinigt sein. Die Politik fordert aber von den Herstellern keine geeigneten Nachweisverfahren, um diese gesetzlichen Vorgaben überprüfen zu können.
"Die vielen Befunde aus den letzten Jahren zeigen, dass die EU-Kommission hier dringend tätig werden muss. Die Hersteller müssen dazu verpflichtet werden, geeignete Nachweisverfahren zur Verfügung zu stellen, um eine weitere Gefährdung für die öffentliche Gesundheit abzuwehren", sagt Christoph Then von Testbiotech.
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Datum: 18.11.2021 - 07:50 Uhr
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