Anästhesisten fordern strikte Kontaktbeschränkungen - Ministerpräsidenten-Beschluss: System mit v

Anästhesisten fordern strikte Kontaktbeschränkungen - Ministerpräsidenten-Beschluss: System mit vielen Lücken und zu komplizierten Regeln - Notreserve an Intensivbetten ungewiss

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(ots) -

Die "Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin" (DGAI) kritisiert die neuesten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie: "Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagt DGAI-Präsident Professor Dr. Frank Wappler. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen."

Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" fordern die Anästhesisten, die einen Großteil des Personals auf den Intensivstationen stellen, strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown. Wappler unterstreicht diese Forderung mit Zahlen: Neuesten wissenschaftlichen Schätzungen zufolge werden bis Weihnachten bis zu 6000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten, deren Bestand seit Monaten aber nicht mehr überprüft wurde. Hinzu komme: Schon jetzt fehlten bis zu 30 Prozent Schwestern und Pfleger, um alle Intensivbetten betreiben zu können: "Woher sollte dann das zusätzliche Pflegepersonal für die Notreserve kommen?", fragt der DGAI-Präsident. Würden sich die Prognosen bewahrheiten, müssten in den kommenden Wochen auch flächendeckend Operationssäle stillgelegt werden.

Angesichts der dramatischen Lage ist es für Professor Wappler unvertretbar, weiterhin Großveranstaltungen mit bis zu 15.000 Personen durchzuführen. Selbst wenn die Abstände in den Fußballstadien eingehalten würden, sei es nicht zu verantworten, die vielen tausend Besucher dichtgedrängt in Bussen und Straßenbahnen zu den Spielen zu bringen und in die Veranstaltungsorte einzuschleusen.

Für unmöglich hält Wappler auch, die vielen jetzt beschlossenen Einzelregelungen konsequent zu überwachen: "Das ist ein Riesenaufwand, der so nicht machbar sein wird." Ebenso zweifelt er an dem Ziel, bis Weihnachten bis zu 30 Millionen Impfdosen zu verabreichen. Hier mangele es schon jetzt an der Verfügbarkeit der Impfstoffe.



Um die Lage der Intensivstationen nicht weiter zu verschärfen, setzt sich DGAI-Präsident Wappler dafür ein, dass Behörden und Politik noch schneller noch effektivere Schritte umsetzen.

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Datum: 02.12.2021 - 20:01 Uhr
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