Noch nie dagewesene Kostensteigerungen schmälern Zwischenbilanz 2021 der Wellpappenindustrie / Branchenverband VDW: keine Entspannung für 2022 in Sicht
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Die Wellpappenindustrie produziert auch zum Jahresende noch mit Hochdruck und kann in einer Zwischenbilanz für 2021 Wachstum bei Absatz und Erlösen vermelden. Damit hat sie sich erneut als zuverlässiger Partner ihrer Kunden bewiesen, obwohl ihr weiterhin drastische Entwicklungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen zusetzen. Die größte Wucht dieser Kostenexplosion lande nach wie vor bei den Wellpappenherstellern. Das Wachstum bei den Erlösen stehe hierzu in keinem Verhältnis, so der Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) auf Basis der aktuell kommunizierbaren Branchendaten.
"Die gute Nachricht ist: Beim arbeitstäglichen Wellpappenabsatz erzielten die VDW-Mitglieder im ersten Quartal 2021 ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2020. Im zweiten Quartal 2021 konnte im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sogar ein Wachstum von 10 Prozent verbucht werden. Unsere Branche hat damit erneut ihre Leistungsfähigkeit unter äußerst herausfordernden Gesamtbedingungen unter Beweis gestellt", erklärt VDW-Geschäftsführer Dr. Oliver Wolfrum. Der positive Trend beim Absatz werde jedoch durch eine schlechte Nachricht überschattet: Eine so noch nie erlebte Kostenexplosion auf der Rohstoffseite bringe eine ganze Branche in Bedrängnis. "Der für unsere Industrie besonders wichtige Preis für altpapierbasiertes Wellpappenrohpapier ist von September 2020 bis Oktober 2021 um 62,3 Prozent in die Höhe geklettert", so Wolfrum. Beim Gesamtpreisniveau für Wellpappenrohpapier, in dessen Berechnung der VDW alle Sorten gewichtet einbeziehe, habe man von September 2020 bis Oktober 2021 einen Anstieg von 56,3 Prozent verzeichnen müssen. Bei einzelnen für die Industrie relevanten Papiersorten zeige die Kurve noch steiler nach oben. So habe sich etwa Wellenstoff, den Daten von EUWID (Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH) zufolge, von September 2020 bis November 2021 um satte 83,3 Prozent verteuert.
Auch die wachsenden Energiekosten erwiesen sich weiterhin als erhebliche zusätzliche Belastung, so Wolfrum. Laut Statistischem Bundesamt kam es hier von September 2020 bis Oktober 2021 zu einer Preissteigerung von 233,5 Prozent bei Erdgas und von 116,6 Prozent bei leichtem Heizöl. "Wirft man im Vergleich zu diesen sich immer weiter heraufschraubenden Preisen einen Blick auf die Erlösseite, wird mehr als deutlich: Die Wellpappenhersteller profitieren von der anhaltend hohen Nachfrage nur eingeschränkt. Der Durchschnittserlös pro Quadratmeter Wellpappe hat von September 2020 bis August 2021 nur um rund 13 Prozent zugelegt", betont Wolfrum. "Die Wucht der Kostenexplosion, die ganz maßgeblich der Rohstoffverteuerung geschuldet ist, trifft vor allem die Wellpappenhersteller, die dies ihren Kunden nicht im eigentlich notwenigen Ausmaß vermitteln können. Wie lange unsere Branche diesen massiven Druck noch auffangen kann, ist fraglich - zumal sich für 2022 keine Entspannung am Markt abzeichnet", so das Fazit des VDW-Geschäftsführers.
Eine Grafik zur Entwicklung der Preisindizes für Wellpappe und Wellpappenrohpapier finden Sie hier (https://www.wellpappen-industrie.de/presse/bilddatenbank/grafik/download-524.html).
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Sabine Egidius
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Datum: 10.12.2021 - 11:00 Uhr
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