Anträge der Initiative "Fußball kann mehr" auf Satzungsänderung des DFB werden nicht eingereicht
ID: 1955110
Anträge der Initiative "Fußball kann mehr" auf Satzungsänderung des DFB werden nicht eingereicht
Pistorius: Zu glauben, man könne auf die Kompetenz von Frauen verzichten, zeigt eine gewisse Hybris
Osnabrück. Die Initiative "Fußball kann mehr" hat im Vorfeld des DFB-Bundestages am 11. März drei Anträge auf Änderung der Satzung des Deutschen Fußball-Bundes fristgerecht verfasst, eingereicht wurden sie aber nicht. "Wir haben viele Gespräche geführt, uns wurde oft signalisiert, dass man an unserer Expertise interessiert sei", sagte Katja Kraus, eine der Gründerinnen der Initiative, in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und der "Main-Post" (Würzburg). Am Ende standen aber stets Absagen.
Einbringen kann die Initiative die Anträge selbst nicht. Nur ordentliche Mitglieder des DFB-Bundestages können Änderungen der Satzung beantragen. Die Initiative, die Anfang des Jahres von neun Frauen aus dem Fußball, gegründet wurde, forderte in ihren Anträgen eine Frauenquote von 30 Prozent für Führungsämter im DFB, eine Veränderung des Delegiertensystems und eine Doppelspitze für das Amt des Präsidenten. "Wir brauchen dringend Veränderung in einer sich rasant wandelnden Gesellschaft. Es geht darum, die Zukunftsfähigkeit des Fußballs zu sichern, Macht zu teilen, Führung neu zu definieren und unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen zusammenzubringen", sagte Kraus zu den Zielen der Initiative und den Änderungen, die es nun nicht auf die Tagesordnung der Veranstaltung schaffen, bei der der DFB einen neuen Präsidenten wählt.
Boris Pistorius, Niedersachsens Sportminister und Unterstützer der Initiative, bedauert dies und sagte dazu in dem Gespräch: "Die Welt ist in einem rasanten Wechsel. Wir sprechen von Führungskräften in Teilzeit in Unternehmen und selbst in der öffentlichen Verwaltung - und beim DFB glaubt man, so was könne nur ein Mann über 60 alleine. Na herzlichen Glückwunsch." Der SPD-Politiker betonte: "Will der Verband eine neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen, braucht es auch ein Bekenntnis, dass sieben Millionen Mitglieder nicht nur von Männern vertreten werden können. Zu glauben, man könne auf die Kompetenz von Frauen verzichten, zeigt eine gewisse Hybris."
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Initiative "Fußball kann mehr" will Anlaufstelle für Frauen im Fußball schaffen
Kraus: Bei einem Mann reicht es, wenn er mal eine Ecke am Millerntor getreten hat
Osnabrück. Die Initiative "Fußball kann mehr" will sich im Februar institutionalisieren. In Form einer gGmbH soll eine Anlaufstelle geschaffen werden, die unter anderem Frauen dabei unterstützt, im Fußball-Geschäft erfolgreich zu sein. Wenn ein Mann einmal am Millerntor eine Ecke getreten hat, meint man automatisch, er sei befähigt, als Trainer oder Sportdirektor zu arbeiten. Bei Frauen ist das anders", sagte Katja Kraus in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und der "Main-Post" (Würzburg).
Die Managerin und ehemalige Torhüterin gründete Anfang des Jahres mit acht weiteren Frauen aus dem Fußball-Geschäft die Initiative, die sich unter anderem für mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit im Fußball einsetzt. Als Beispiel nennt Kraus Nationaltorhüterin Almuth Schult, die während der Fußball-Europameisterschaft der Männer für die ARD arbeitete. "Als sie bei der EM im Sommer TV-Expertin war, ging ein Raunen durch das Land: eine Frau spricht kompetent über Fußball", sagte Kraus und zeigte sich verwundert: "Ich weiß nicht, was haben die Leute eigentlich bis dahin gedacht über Frauen, deren Job das Fußballspielen ist?"
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Datum: 21.01.2022 - 01:00 Uhr
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