Myanmar: Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eskaliert - Kinder bezahlen ein Jahr nach der militäris

Myanmar: Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eskaliert - Kinder bezahlen ein Jahr nach der militärischen Machtübernahme mit ihrem Leben

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(ots) -

Ein Jahr nach der Machtübernahme des Militärs in Myanmar durch einen Staatsstreich eskaliert die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, gegen Kinder sowie Mitarbeitende humanitärer Organisationen. Allein in den letzten zwei Wochen wurden Kinder bei mehreren Bombenanschlägen und Angriffen des Militärs im Kayah-Staat und in der Sagaing-Region getötet. Unter den letzten Opfern waren zwei junge Mädchen, Schwestern, die bei einem Bombenanschlag auf ein Lager für Binnenvertriebene getötet wurden.

"Die Kinder tragen wieder einmal die Hauptlast des Konflikts: Über 150.000 Mädchen und Jungen mussten im vergangenen Jahr fliehen. Diese 150.000 Kinder werden ihre Freunde, ihre Schule und ihr Zuhause kaum wiedersehen", sagt Inger Ashing, CEO von Save the Children International. "Die Familien müssen sich im Dschungel und in den Wäldern verstecken. Sie leben unter schrecklichen Bedingungen. Wir tun, was wir können, um die dringend benötigte Hilfe zu leisten, aber Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und Bildung bleiben schwer zugänglich. Diese Kinder sind in Gefahr, Opfer von Menschenhandel, Missbrauch oder Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen zu werden. Im schlimmsten Fall verlieren sie sogar ihr Leben."

Die jüngsten Zahlen der Vereinten Nationen belegen, dass seit dem Militärputsch mindestens 405.700 Menschen vor der Gewalt in Myanmar geflohen sind, über 100.000 allein im letzten Monat. Knapp 40 Prozent der Geflüchteten sind Kinder, die Hunger, Krankheiten und Gefahren ausgesetzt sind. Die Gewalt hat sich in den letzten Monaten vor allem im südöstlichen Kayah-Staat verschärft. Den UN zufolge sind seit Februar 2021 über 90.000 Menschen aus dem Staat geflohen. Die Schätzungen sind weitaus höher: wohl mehr als die Hälfte der 300.000 Einwohner mussten ihr Zuhause verlassen.

Vor dem Staatsstreich waren bereits 370.000 Menschen im ganzen Land auf der Flucht, darunter zehntausende Rohingya-Kinder, die in gefängnisähnlichen Lagern im Bundesstaat Rakhine leben. Die Lage dieser Menschen und der fast 500.000 Rohingya-Kinder, die mit ihren Familien nach Bangladesch geflohen sind, ist nach wie vor prekär. Die derzeitige brutale Taktik des Militärs in Myanmar erinnert laut Save the Children an die Gräueltaten, die 2017 gegen die Rohingya begangen wurden und die sich in diesem August zum fünften Mal jähren werden.



"Das Militär in Myanmar sowie alle anderen bewaffneten Akteure müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten, Kinder schützen und humanitäre Hilfe ungehindert zulassen. Gleichermaßen müssen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihrer gemeinsamen Verantwortung gerecht werden, um die fortschreitende Krise in Myanmar anzugehen", fordert Ashing. "Die Mitgliedsstaaten müssen ein Waffenembargo verhängen und sich dabei auf die Begrenzung der Luftangriffe konzentrieren. Zudem muss der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zusammentreffen, um den im April 2021 vereinbarten 'Fünf-Punkte-Konsens-Plan' umzusetzen, der ein Ende der Gewalt und die Unterstützung des ASEAN-Sondergesandten bei der Vermittlung einer diplomatischen Lösung fordert. Diese Schritte sind für den Schutz der Kinder, ihrer Gemeinschaften und der humanitären Helfenden entscheidend."

Save the Children ist seit 1995 in Myanmar tätig und leitet mit mehr als 50 Partnern und 900 Mitarbeitenden im ganzen Land lebenswichtige Programme in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung und Kinderschutz. Nach dem Angriff vom 24. Dezember 2021, bei dem zwei Mitarbeiter der Kinderrechtsorganisation getötet wurden, wurde die Mehrzahl der Programme wieder aufgenommen, und die Organisation setzt sich weiterhin mit vollem Engagement für die am meisten gefährdeten Kinder ein, insbesondere in dieser kritischen Zeit.

Zusatzmaterial (Fotos und Erlebnisberichte) zum Download:

Vertriebene Familien, Shan-Staat, Myanmar:

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Vertriebene Familien, Kayah-Staat, Myanmar:

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Über Save the Children: Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

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Datum: 28.01.2022 - 06:57 Uhr
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