Recherche zu Schwangerschaftsabbrüchen: Gravierende Missstände in deutschen Krankenhäusern und Praxen
ID: 1962948
++ Bitte beachten: Sperrfrist bis zum 3. März 2022, 7:00 Uhr ++
Hunderte Betroffene berichten über gravierende Missstände bei Abtreibungen in Krankenhäusern und Praxen. Generell ist die Versorgungslage in Deutschland schlecht: Nur 38 Prozent der öffentlichen Kliniken bieten Schwangerschaftsabbrüche nach der sogenannten Beratungsregel an. Eine neue Datenbank von CORRECTIV bietet erstmals einen Überblick.
Bei Schwangerschaftsabbrüchen ist die medizinische Versorgung in Deutschland mangelhaft. Gut 1.500 Betroffene berichten gegenüber CORRECTIV.Lokal von teils massiven Missständen bei ihrem Schwangerschaftsabbruch. In einer Datenbank zeigt das Recherchezentrum CORRECTIV zudem den Versorgungsengpass bei öffentlichen Kliniken, die die medizinische Versorgung regional sicherstellen sollten.
In einer Befragung von CORRECTIV.Lokal über die Plattform CrowdNewsroom berichteten 1.505 Betroffene von ihren Schwangerschaftsabbrüchen. Es sind teils erschreckende Einblicke in ein Thema, das öffentlich kaum besprochen wird: Rund ein Viertel aller Teilnehmenden benennt Probleme bei der medizinischen Versorgung: Etwa schwerwiegende Komplikationen, verweigerte Schmerzmittel oder fehlende Aufklärung. Fast ebenso viele schilderten, dass sie durch medizinische Fachkräfte im Zusammenhang ihres Abbruchs unwürdig behandelt, bloßgestellt oder unter Druck gesetzt wurden, die Schwangerschaft fortzuführen.
Das Netzwerk CORRECTIV.Lokal hat bei der Recherche mit Dutzenden Lokal- und Regionalmedien sowie der Transparenzinitiative FragDenStaat zusammengearbeitet, die ab Donnerstag, den 3. März deutschlandweit berichten. Sämtliche Ergebnisse sind dann hier einsehbar: correctiv.org/schwangerschaftsabbruch (https://correctiv.us12.list-manage.com/track/click?u=74b23e1b0af8c36eb217e01c1&id=5339df6479&e=feef8dd1c4)
Auf der Internetseite sind auch die Ergebnisse einer umfangreichen Auskunftsanfrage zu öffentlichen Kliniken in einer Datenbank durchsuchbar: CORRECTIV.Lokal hat mit den Kooperationsmedien alle öffentliche Kliniken mit gynäkologischer Station nach der Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen in ihrem Krankenhaus gefragt. Die Antworten sämtlicher Krankenhäuser sind in der Datenbank einsehbar.
Nur 57 Prozent der befragten Krankenhäuser geben an, überhaupt Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen - trotz gynäkologischer Fachabteilung. Die Recherche zeigt zudem: Kliniken bewerten die Gründe für einen Abbruch unterschiedlich. Dutzende Krankenhäuser führen einen Abbruch nur nach einem gewaltsamen Übergriff durch oder wenn das Leben einer Schwangeren in Gefahr ist. So geben nur 38 Prozent der Kliniken an, dass sie einen Abbruch auch nach der sogenannten Beratungsregel durchführen, obwohl die überwiegende Mehrheit der Schwangerschaftsabbrüche nach dieser Indikation erfolgt.
Die Ergebnisse der nicht-repräsentativen Befragung und der Daten-Recherche beziehen sich auf Missstände, die zahlreiche Menschen in Deutschland betreffen: Rund 100.000 Abbrüche wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 durchgeführt. Doch immer weniger Einrichtungen nehmen Abbrüche vor. Derzeit plant die Bundesregierung den sogenannten "Werbeparagrafen", § 219a des Strafgesetzbuchs, zu streichen.
Begleitend zur Veröffentlichung über die Themenseite (https://correctiv.us12.list-manage.com/track/click?u=74b23e1b0af8c36eb217e01c1&id=1aff7e7f90&e=feef8dd1c4) werden die Rechercheergebnisse in einer Themenwoche auf Instagram (https://correctiv.us12.list-manage.com/track/click?u=74b23e1b0af8c36eb217e01c1&id=1881e24d4a&e=feef8dd1c4) für ein breites Publikum aufbereitet.
Pressekontakt:
Jonathan Sachse
Leiter CORRECTIV.Lokal
jonathan.sachse@correctiv.org
0151 28596609
Original-Content von: CORRECTIV, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.03.2022 - 07:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1962948
Anzahl Zeichen: 3971
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 528 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Recherche zu Schwangerschaftsabbrüchen: Gravierende Missstände in deutschen Krankenhäusern und Praxen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
CORRECTIV (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Landgericht Hamburg hat die Klagen von Ulrich Vosgerau und Gernot Mörig gegen CORRECTIV vollständig abgewiesen. Die Kammer bestätigt damit insbesondere die Rechtmäßigkeit der Einordnung des vorgestellten Konzepts der "Remigration" als "Masterplan zur Ausweisung deutscher Staa
Neue CORRECTIV-Recherche: Jens Spahn, ein umstrittener Milliardär und ein millionenschwerer Medikamenten-Deal ...
Seit Bekanntwerden der Masken-Affäre während seiner Verantwortung als Bundesgesundheitsminister reißt die Kritik an Jens Spahn nicht ab - und der politische Druck wächst weiter. Zuletzt stand der heutige CDU-Fraktionschef wegen des Koalitions-Dramas um die gescheiterte Richterwahl im Bundestag i
AfD-nahe Erasmus-Stiftung beantragt Millionen vom Staat - Rechtsextremist Gernot Mörig zu Gast bei Stiftungschefin Erika Steinbach ...
Am 2. April stellte die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) beim Bundesinnenministerium (BMI) einen Antrag auf staatliche Förderung. Ob diese gewährt wird, prüft das BMI nun anhand des 2023 beschlossenen Stiftungsfinanzierungsgesetzes (StiftFinG). Es verlangt, dass die Stiftung "in de
Weitere Mitteilungen von CORRECTIV
Inhaltsstoffe von Impfseren verursachen die Krankheiten und Gebrechen, vor denen sie angeblich schützen! ...
https://www.dz-g.ru/Inhaltsstoffe-von-Impfseren-verursachen-die-Krankheiten-und-Gebrechen_vor-denen-sie-angeblich-schuetzen (https://www.dz-g.ru/Inhaltsstoffe-von-Impfseren-verursachen-die-Krankheiten-und-Gebrechen_vor-denen-sie-angeblich-schuetzen) Selbstdenken füllt die Lücke zwischen Vordenken
MolecuLight erstmals mit 32 Präsentationen und Postern auf der World Union of Wound Healing Societies (WUWHS) Konferenz 2022 vorgestellt ...
Umfassende klinische Belege für den Einsatz der MolecuLight i:X-Plattform zeigen ihre beachtliche globale Akzeptanz und ihren nachweislichen Nutzen in der Wundversorgung MolecuLight Inc. (https://c212.net/c/link/?t=0&l=de&o=3457783-1&h=671444498&u=https%3A%2F%2Fc212.net%2Fc%2Flin
Ukraine: Medicom spendet medizinische Produkte im Wert vonüber 250.000 $ ...
Die in Quebec ansässige AMD Medicom Inc. ("Medicom"), einer der weltweit führenden Hersteller von N95-Atemschutzmasken und chirurgischen Masken medizinischer Qualität, schließt sich der internationalen Geschäftswelt an und bekundet seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.
Das Zervixkarzinom und andere durch humane Papillomviren (HPV) verursachte Krebserkrankungen könnte man durch die HPV-Impfung verhindern. Leider wird sie viel zu selten in Anspruch genommen. ...
Rote Karte dem Zervixkarzinom Humane Papillomviren (HPV) sind sexuell übertragbare Krankheitserreger, und sie sind weit verbreitet: 80 Prozent aller Menschen stecken sich während ihres Lebens damit an, bei etwa 10 Prozent wird die Infektion chronisch.[i] Je nach HPV-Typ können sich dann Karzin




