Syrien: Krieg in der Ukraine verschlechtert humanitäre Lage dramatisch
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Anlässlich des 11. Jahrestages des Kriegs in Syrien warnt Caritas international angesichts rapider Preissteigerungen vor einer drohenden Hungersnot.
Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, ist angesichts des Kriegs in der Ukraine, stark besorgt um die Versorgungslage in Syrien. "Der Krieg in der Ukraine", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, "hat dramatische Auswirkungen auf notleidende Syrerinnen und Syrer."
Die Preise für Nahrungsmittel sind in den vergangenen Tagen in Syrien rapide gestiegen, der Wert des syrischen Pfunds ist zudem kaum noch kalkulierbar. Viele Geschäfte schließen kurzfristig oder verkaufen ihre Waren nicht mehr. Das größte Problem ist die Versorgung mit Weizen, der auch in Syrien größtenteils aus der Ukraine, einem der weltweit wichtigsten Lieferanten von Getreide, importiert worden ist.
"Nur wenige Tage nach Beginn des Kriegs in der Ukraine", sagt Oliver Müller, "zeigt sich, wie unter dem Brennglas, am Beispiel von Syrien welche drastischen Auswirkungen der Krieg auf die Ernährungssicherheit in vielen Ländern haben wird. Regionen, denen es davor schon schlecht ging, spüren das zuerst."
Elf Jahre nach Beginn des Krieges war die Lage in Syrien, bereits vor dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine, katastrophal. 90 Prozent der syrischen Bevölkerung leben mittlerweile unterhalb der Armutsgrenze. Die Zahl der unter- und mangelernährten Menschen wird nun weiter stark ansteigen. Noch mehr Kinder werden gezwungen sein zu arbeiten, ein Großteil der Schulen ist seit Jahren zerstört.
Caritas international steht den Menschen in Syrien seit Beginn des Krieges vor elf Jahren zur Seite. Die Hilfsmaßnahmen sind stets der Situation vor Ort angepasst: Während der jahrelangen Kämpfe umfasste die Unterstützung vor allem die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, Unterkünften, Mietzuschüssen, Medikamenten oder die Übernahme von Kosten für Operationen.
Angesichts der besorgniserregenden Verschlechterung der Versorgungslage leisten die lokalen Partner jetzt erneut akute Nothilfe, verteilen Nahrungsmittel und Hygieneartikel sowie Gutscheine für warme Kleidung, Decken, Matratzen und Teppiche an verschiedenen Standorten.
"Der Krieg in der Ukraine", sagt Oliver Müller, "darf nicht dazu führen, dass wir die kriegsgeplagte Bevölkerung in Syrien vergessen. Wir und unsere Partner stemmen uns gemeinsam gegen eine drohende Hungersnot in dem Land."
Oliver Müller, Leiter von Caritas international, steht für Interviews zur Verfügung.
Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden
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Datum: 14.03.2022 - 10:32 Uhr
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