Baywa-Chef Lutz warnt vor weiteren Ernteausfällen und Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln
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"Anstieg bei Nahrungsmittelpreisen um mehr als 20 Prozent" / Baywa-Geschäft mit der Ukraine und Russland steht still
Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Agrarhändler Baywa, Klaus Josef Lutz, warnt angesichts des Ukraine-Krieges vor einer verschärften Lage auf dem Agrarmarkt. Er rechne mit weiteren Ausfällen von Getreidelieferungen und Preissteigerungen, sagte Lutz dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL. "Wir schätzen, dass bereits jetzt 10 bis 15 Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine wegfallen, im schlimmsten Fall 40 Millionen Tonnen." Das entspreche einer Jahresernte in Deutschland.
Schaue man sich an, in welchen Gebieten derzeit in der Ukraine gekämpft werde, stehe "bei Anbauflächen für Sommergetreide ein Minus von 39 Prozent und bei Wintergetreide von 28 Prozent", so Lutz. Dies werde zu Schwierigkeiten führen. Europa könne die Ausfälle nicht kompensieren. Deutschland ist laut Lutz besonders beim Import von Raps und Mais auf die Ukraine angewiesen.
Die Geschäftsaktivitäten der Baywa mit der Ukraine und Russland sind laut Lutz inzwischen komplett zum Erliegen gekommen. "Dieses Geschäft steht jetzt still. Wir haben noch zwei Schiffe in Odessa, aber die kommen nicht raus." Einige Binnenschiffe mit Düngerimporten seien noch unterwegs, so Lutz. "Diese Ladungen können wir noch an unsere Landwirte weitergeben."
Wegen der drohenden Lieferausfälle rechnet der Agrarexperte mit weiteren Preissteigerungen. An den Börsen seien Agrarrohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse zurzeit "extreme Spekulationsobjekte". Sinken werden die Preise seiner Einschätzung nach nicht. "Wenn überhaupt bleiben sie auf ähnlichem Niveau oder sie steigen." Verbraucherinnern und Verbraucher müssten sich deshalb auf noch höhere Preise einstellen. "Wenn ich die gesamte Lieferkette betrachte, welche Schwierigkeiten wir in der Logistik haben, wie sich die Energiekosten entwickeln, wie Zulieferer ihre Produktionsvolumen einschränken, dann gehe ich von einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise um definitiv mehr als 20 Prozent aus", sagte Lutz.
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Laura Eßlinger
Redaktion CAPITAL
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Datum: 18.03.2022 - 10:27 Uhr
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