Was ist ein Portobello? - Nachhaltige Champignonproduktion in den Niederlanden
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Was ist ein Portobello? - Nachhaltige Champignonproduktion in den Niederlanden
Champignons werden auf einem Substrat gezüchtet. Die Grundstoffe hierfür sind in Europa eigentlich immer Pferdemist, Hühnermist, Stroh und Gips aus der Kunstdüngerproduktion. Neben- bzw. Restprodukte, die in den Niederlanden - bis auf das Stroh - reichlich vorhanden sind.
Zuerst werden die Grundstoffe im richtigen Verhältnis gemischt und befeuchtet. Diese Mischung kommt in einen belüfteten Raum, um einen Kompost daraus zu produzieren. Dabei wird viel Wärme freigesetzt. Die Temperatur kann nach sechs Tagen bis zu 80 °C betragen. Dann wird die Mischung zur weiteren Kompostierung in einen Tunnel mit idealem Klima gebracht. Die Temperatur wird zwischen 45 °C und 50 °C gehalten und Sauerstoff wird zugeführt; das sind die optimalen Bedingungen für Pilze und vor allem für Champignons. Nach fünf bis sechs Tagen ist das Substrat fertig und wird auf etwa 25 °C abgekühlt und mit dem Pilz beimpft, aus dem später die Champignons wachsen werden: dem Champignon-Myzelium. Nach sechs Wochen Wachstum können dann vier Wochen lang Champignons geerntet werden, weiße Champignons meist maschinell, braune meist von Hand.
So weit eine makellose, grüne Bilanz, wenn da nicht der Torf wäre, der einen Teil der Deckerde bildet und für den man dringend nach einer Alternative sucht. Auf Pflanzenschutzmittel kann verzichtet werden. Man nutzt Wärmetauschersysteme für die im Sommer benötigte Kühlenergie und recycelt seine Abwässer. Man arbeitet an vollständig kompostierbaren Schalen aus Palmfasern, die möglichst bald die Kunststoffschalen ersetzen sollen, denn auch die stören im Moment noch die grüne Bilanz. Die Abfälle der Produktion, die so genannten Pilzfüße, landen wieder in der Rinderfütterung.
Und was ist nun ein Portobello? Er ist eine Riesenausgabe des braunen Champignons. Wie beim Riesenchampignon kann der Hut eines Portobello bis zu zwölf Zentimeter groß werden. Riesensorten sind bisher vor allem in England sehr beliebt, in Deutschland kennt sie kaum jemand. Dabei schmecken sie besonders gut und wären eine prima Ergänzung oder Alternative zu Fleisch beim Grillen. Und da wären wir wieder bei der grünen Bilanz ?
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Datum: 05.05.2010 - 20:17 Uhr
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