Verpasst der Mittelstand die Zukunft-
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Firmennachfolge und Innovation ganz hinten auf der Agenda
Welche Themen liegen bei Unternehmenslenkern aus dem Mittelstand in den kommenden sechs Monaten obenauf? Wie hat sich die wirtschaftliche Situation von KMU in den letzten beiden Jahren seit Beginn der Corona Krise entwickelt? Eine Umfrage von The Alternative Board (TAB) unter mittelständischen Unternehmern im deutschsprachigen Raum hat ergeben, dass über 50 Prozent der Befragten Umsatz und Rendite ihrer Firmen in den letzten beiden Jahren steigern konnten. Gleichzeitig spielen Zukunftsthemen wie Innovation oder die eigene Nachfolge im Unternehmen eine nachrangige Rolle auf der Tagesordnung.
Umsatz und Rendite im Mittelstand wachsen signifikant
Die gute Nachricht vorab: Weit mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmer konnte Umsatz (50 Prozent) und Gewinn (52 Prozent) in den letzten drei Jahren signifikant steigern.
Ist der Mittelstand für die Zukunft gerüstet?
Die eigene Nachfolge im Unternehmen wird lediglich in 17 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen mit hoher Priorität vorangetrieben. Für 60 Prozent der Befragten hat das Thema sogar gar keine Relevanz. Ähnlich sieht es bei der unternehmerischen Zukunftsfähigkeit aus: Das Thema Innovationen steht nur für ein gutes Drittel (36 Prozent) an erster Stelle. Mehr als 50 Prozent gaben an, dass sie Innovationen keine große Priorität einräumen.
Steht hoch im Kurs: Marketing, Personal und Strategie
Für weit mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer stehen dagegen aktuell zwei Themen ganz oben auf der Tagesordnung: 61 Prozent gaben an, dass Marketing und Vertrieb innerhalb der kommenden sechs Monate einen besonderen Stellenwert haben. Die Herausforderung, das richtige Personal zu finden und an die Firma zu binden, bleibt ein drängendes Thema und hat ebenfalls bei 61 Prozent der mittelständischen Firmenlenker höchste Priorität. Die Frage nach der richtigen strategischen Ausrichtung der Firma treibt mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmer um.
Wahrnehmung und Realität: Fehlt es an Problembewusstsein?
Während den befragten Unternehmen die Bedeutung ihrer individuellen Personalsituation durchaus bewusst ist und damit auch Themen wie der absehbar anhaltende Fachkräftemangel präsent zu sein scheinen, wird dem Thema Unternehmensnachfolge wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dem gegenüber stehen deutliche, alarmierende Zahlen: Studien belegen, dass in den nächsten zehn Jahren in rund einer Million der für die deutsche Wirtschaft maßgeblichen kleinen und mittelständischen Familienunternehmen die Unternehmensnachfolge geregelt werden muss. Selbst wenn die Nachfolgegeneration hohe Bereitschaft zur Übernahme der Verantwortung zeigt, ist das Thema dennoch mit vielen Hürden, Fallstricken und oft großem Aufwand verbunden. Nachvollziehbar wäre entsprechend, dass der gesamte Themenkomplex stärker in den Fokus rückt.
Gleiches gilt für das Thema Innovation. Auch hier belegen zahlreiche Studien, dass gerade KMU den eigenen langfristigen Erfolg nur sichern können, wenn sie Innovationsbereitschaft zeigen und aktiv daran arbeiten, sich und ihr Angebot nachfrageorientiert weiterzuentwickeln.
Unternehmer beraten sich gegenseitig
„Wir erleben immer wieder, dass Unternehmensverantwortlichen Themen erst dann bewusstwerden, wenn sie konkret davon betroffen sind“, erklärt Christian Köhler, Geschäftsführer der Peer-to-Peer Management GmbH und Masterpartner von The Alternative Board. „Bei Themen wie der Unternehmensnachfolge kann dies ein schmerzhaftes Erwachen sein. Der aktive Austausch zwischen Unternehmern sensibilisiert dagegen für Themen, noch bevor sie auf der eigenen Agenda auftauchen.“
Die Idee einer „Beratung auf Augenhöhe“ entstand vor mehr als drei Jahrzehnten in den USA und ist heute in 25 Ländern weltweit aktiv. Dem Konzept liegt die Annahme zugrunde, dass niemand die Sorgen und Nöte eines Unternehmers besser versteht als andere Unternehmer. Im deutschsprachigen Raum gibt es Unternehmerboards erst seit wenigen Jahren – und doch haben sie bereits rasante Verbreitung gefunden. Aktuell beraten sich Unternehmer in rund 180 Unternehmerboards in der DACH Region.
Trotz Dauerkrise geben mehr als 75% der TAB Mitglieder an, durch die regelmäßige gegenseitige Beratung in den Unternehmerrunden erheblich zufriedener zu sein als vorher.
Methodik der Umfrage
Die Umfrage hat The Alternative Board (TAB) vom 2. Dezember 2021 bis 28. Februar 2022 unter Mitgliedern von Unternehmerboards durchgeführt. Befragt wurden 192 Firmenchefs von KMU in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
The Alternative Board (abgekürzt: TAB) bietet in Deutschland seit 2013 und seit 2016 in Österreich und der Schweiz Unternehmern mit moderierten Unternehmerboards einen einzigartigen Rahmen für einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe. Bei den regelmäßigen Treffen kommt alles zur Sprache, was Unternehmenslenker bewegt. Dabei handelt es sich um unternehmerische Alltagsprobleme jeglicher Art bis hin zu strategischen Themen. Die Mitglieder der Boards profitieren gegenseitig von der Kompetenz und der Erfahrung anderer Unternehmer für ihre eigenen Herausforderungen.
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The Alternative Board (abgekürzt: TAB) bietet in Deutschland seit 2013 und seit 2016 in Österreich und der Schweiz Unternehmern mit moderierten Unternehmerboards einen einzigartigen Rahmen für einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe. Bei den regelmäßigen Treffen kommt alles zur Sprache, was Unternehmenslenker bewegt. Dabei handelt es sich um unternehmerische Alltagsprobleme jeglicher Art bis hin zu strategischen Themen. Die Mitglieder der Boards profitieren gegenseitig von der Kompetenz und der Erfahrung anderer Unternehmer für ihre eigenen Herausforderungen.
Datum: 05.05.2022 - 12:37 Uhr
Sprache: Deutsch
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