Gratis-Onlinekurs will Cloud Computing nicht länger "umwölkt" lassen
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Welche Vor- und Nachteile Datenverarbeitung mit Hilfe von Rechenzentren irgendwo in der "Wolke" des Internets hat, steht im Mittelpunkt eines neuen kostenlosen Onlinekurses des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Schon rund 2.000 Interessierte hätten sich für den zweiwöchigen Kurs "Cloud Computing für alle" auf seiner Lernplattform openHPI eingeschrieben, teilt das Institut mit. Das Angebot startet am Mittwoch, 18. Mai. Anmeldung ist nach wie vor möglich unter https://open.hpi.de/courses/cloud2022. Der Gratiskurs integriert erstmals auch neue Formate wie Live-Diskussionen, Experten-Interviews, Hintergrundgespräche und einen begleitenden Podcast.
"Wir wollen demonstrieren, dass Onlinekurse Digitalisierungswissen deutlich interaktiver und didaktisch vielfältiger als bislang üblich vermitteln können", sagt HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Der Potsdamer Informatikwissenschaftler leitet den Kurs zusammen mit seinen Doktoranden Daniel Köhler und Hendrik Steinbeck. Die drei nutzen zudem auch kurze Lehr-Videos, Selbsttests, Prüfungsaufgaben und ein Diskussionsforum, um
Einsteigerinnen und Einsteiger mit den Chancen und Risiken des Cloud Computing vertraut zu machen.
Erläutert wird, was technisch passiert, wenn man beispielsweise Fotos, Videos und Dokumente im Internet hochlädt, um sie mit anderen zu teilen, oder wenn man mit Arbeitskolleginnen und -kollegen anderer Standorte gleichzeitig an einem Dokument arbeitet. "Wie verbreitet Cloud Computing im Alltag ist, zeigt schon die Tatsache, dass allein auf der Plattform YouTube pro Minute mehr als 500 Stunden Video-Material hochgeladen werden", betont HPI-Doktorand Köhler.
Metapher der "Wolke" passt eigentlich nicht fürs Cloud Computing
Sein Kursleiter-Kollege Steinbeck will den Teilnehmenden auch erläutern, weshalb der Begriff der Wolke als Metapher eigentlich gar nicht passt, wenn es darum geht, Speicherplatz, Rechenleistung und Anwendungen digital über das Internet bereitzustellen bzw. zu beziehen: "Das Cloud Computing findet technisch ja mit Hilfe von Rechenzentren statt. Diese haben, anders als Wolken, klare Grenzen, folgen definierten Regeln, verändern nicht ihren Standort, werden streng kontrolliert".
Deshalb wollen die Kursleiter den Teilnehmenden einen Durchblick durch die verschiedenen beteiligten technischen Komponenten des Cloud Computing verschaffen. "Das ist auch gerade deswegen nötig, weil spätestens seit der Corona-Pandemie viele Menschen die großen Vorteile der Cloud-Technologien so gern und einfach nutzen wie Strom aus der Steckdose", betont HPI-Direktor Meinel. Dies geschehe etwa beim mobilen Arbeiten, im Home Office oder durch Schulen und Universitäten. Ihm und den anderen Institutsexperten geht es vor allem darum, mit dem Cloud Computing-Kurs "fundiertes Grundwissen und einen systematischen Überblick in allgemeinverständlicher Sprache zu vermitteln".
Hintergrund zur Bildungsplattform openHPI
Seine interaktiven Kursangebote hat das Hasso-Plattner-Institut als Pionier unter den europäischen Wissenschafts-Institutionen am 5. September 2012 gestartet - auf der Internet-Plattform https://open.hpi.de. Diese bietet seitdem einen Gratis-Zugang zu aktuellem Hochschul-Wissen aus den sich schnell verändernden Gebieten der Informationstechnologie und Innovation. Das geschieht bislang hauptsächlich auf Deutsch und Englisch. Im Herbst 2017 hat openHPI aber erstmals auch die Online-Übersetzung und Untertitelung eines Kurses in elf Weltsprachen angeboten. Mittlerweile wurden auf openHPI rund 1,1 Millionen Kurseinschreibungen registriert. Gut 300.000 Personen aus 180 Ländern gehören derzeit auf der Plattform zum festen Nutzerkreis. Er wächst täglich. Für besonders erfolgreiche Teilnehmer an seinen "Massive Open Online Courses", kurz MOOCs genannt, stellte das Institut bisher mehr als 122.000 Zertifikate aus. Das openHPI-Jahresprogramm umfasst zahlreiche Angebote für IT-Einsteiger und Experten. Auch die in der Vergangenheit angebotenen rund 80 Kurse können im Selbststudium nach wie vor genutzt werden - ebenfalls kostenfrei. Studierende können sich für das Absolvieren von openHPI-Kursen jetzt auch Leistungspunkte an ihrer Universität anrechnen lassen. Wer sich Videolektionen aus den Kursen unterwegs auch dann anschauen will, wenn keine Internetverbindung gewährleistet ist (etwa im Flugzeug), kann zudem die openHPI-App für Android-Mobilgeräte, iPhones oder iPads nutzen. Partnerplattformen, die mit derselben Lerntechnologie arbeiten, sind zum Beispiel openSAP (https://open.sap.com/) und OpenWHO (https://openwho.org/). Zudem kommt die HPI-Plattform beim KI-Campus (https://ki-campus.org/) und beim eGov-Campus (https://egov-campus.org/) zum Einsatz.
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Datum: 13.05.2022 - 10:13 Uhr
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