Gefahr unfreiwilliger Stilllegungen: Drei Viertel der Mittelständler sehen Mangel an Nachfolgerinne

Gefahr unfreiwilliger Stilllegungen: Drei Viertel der Mittelständler sehen Mangel an Nachfolgerinnen und Nachfolgern als Problem

ID: 1984854
(ots) -


- Einigung auf Kaufpreis, rechtliche Komplexität und Bürokratie sind weitere Hürden
- Hürden bei externer Nachfolge besonders hoch
- Ca. 125.000 KMU steuern bis Ende 2025 auf eine unfreiwillige Stilllegung zu

Nachdem das Lockdown-Jahr 2020 die Zukunftsplanungen vieler mittelständischer Unternehmen auf Eis gelegt hatte, rückt das Nachfolgemanagement im Jahr 2021 wieder höher auf der Agenda, wie das kürzlich veröffentlichte "KfW-Nachfolgemonitoring Mittelstand 2021" gezeigt hat. Danach streben 16 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zum Ende des Jahres 2025 eine Nachfolgelösung an. Vielen Inhaberinnen und Inhabern wird das Unterfangen jedoch vermutlich nicht gelingen, denn es gibt zahlreiche Hürden. Die von den Unternehmen mit Abstand am häufigsten genannte Hürde ist die Schwierigkeit, geeignete Nachfolgekandidaten zu finden (76 %). Die Nachfolgelücke liegt zum einen im demografischen Wandel, zum anderen in dem seit Jahren geringen Gründungsinteresse begründet.

Mit einigem Abstand werden Schwierigkeiten bei der Kaufpreiseinigung mit 36% als zweithöchste Hürde genannt. Sowohl die rechtliche Komplexität als auch die bürokratischen Hindernisse sieht jeweils gut ein Viertel der Unternehmen als problematisch. Während die rechtlichen Herausforderungen mit der Unternehmensgröße zunehmen, werden bürokratische Pflichten insbesondere von kleineren Unternehmen wahrgenommen.

Neben der Unternehmensgröße entscheidet außerdem die Nachfolgevariante über das Ausmaß der Problemwahrnehmung. Wird eine externe Nachfolgelösung angestrebt, erscheinen die Hürden insgesamt höher. So nennen KMU, die eine Familiennachfolge anstreben, das Problem der passenden Nachfolge mit 62 % deutlich weniger häufig als die KMU, für die ein externer Verkauf in Frage kommt (87 %). Auch die Einigung auf einen Kaufpreis ist bei externer Nachfolge weitaus häufiger ein Problem (57 vs. 30 %). Demgegenüber sind rechtliche und bürokratische Hürden dafür mit 32 % bzw. 34 % etwas häufiger ein Problem bei der Familiennachfolge. Unter den KMU mit externen Nachfolgeplänen sind die entsprechenden Anteile mit 23 % bzw. 22 % spürbar kleiner.



Auch das Stadium des Nachfolgeprozesses hat Auswirkungen auf das Ausmaß der wahrgenommenen Belastungen. Während die Suche nach einem geeigneten Nachfolger insbesondere in der frühen Planungsphase als Hürde wahrgenommen wird, sind die rechtlichen und bürokratischen Pflichten eher im fortgeschrittenen Nachfolgeprozess ein Hemmnis.

Sowohl die kurz- als auch die langfristig angestrebten Übergaben laufen Gefahr nicht realisiert werden zu können. Aktuell müssen 12 % der Unternehmen, die eine Übergabe in den nächsten zwei Jahren planen, mit dem Scheitern rechnen. Unter den ca. 600.000 KMU, die bis 2025 eine Übergabe planen, steuern ca. 125.000 auf eine unfreiwillige Stilllegung oder zumindest eine erhebliche Verzögerung zu, weil sie bei der Vorbereitung und konkreten Suche noch nicht weit genug fortgeschritten sind.

"Das KfW-Nachfolgemonitoring des Mittelstands zeigt: Die Hürden der Unternehmensnachfolge sind hoch. Viele Unternehmen haben kurz vor dem angestrebten Übergabezeitpunkt noch keine geeigneten Nachfolgerinnen oder Nachfolger gefunden. Angesichts des demographischen Wandels und der damit schwindenden möglichen Nachfolgenden wird eine frühe und mehrgleisige Planung immer wichtiger, um unfreiwillige Stilllegungen zu verhindern. Auch die Verfügbarkeit von Gründungsfinanzierung rückt zwangläufig stärker in den Fokus, denn externe Übergabegründungen benötigen öfter Finanzmittel als Neugründungen. Übernahmegründerinnen und -gründer haben auch überdurchschnittlich häufig Bedenken wegen der finanziellen Risiken ihrer Selbstständigkeit. Hier liegt ein wichtiger Ansatzpunkt für die Unterstützung der Gründungs- und Nachfolgeaktivität," so Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Der aktuelle Fokus von KfW Research ist abrufbar unter: www.kfw.de/fokus

Zum Datenhintergrund:

Dem KfW-Nachfolge-Monitoring liegen das KfW-Mittelstandspanel und ergänzend der KfW-Gründungsmonitor zugrunde. Beide liefern jeweils eine repräsentative Datenbasis der kleinen und mittleren Unternehmen bzw. des Gründungsgeschehens in Deutschland. Das KfW-Mittelstandspanel wird seit dem Jahr 2003 als Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Zur Grundgesamtheit des KfW-Mittelstandspanels gehören alle privaten Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, deren Umsatz die Grenze von 500 Mio. EUR pro Jahr nicht übersteigt. Mit einer Datenbasis von bis zu 15.000 Unternehmen pro Jahr stellt das KfW-Mittelstandspanel die einzige repräsentative Erhebung im deutschen Mittelstand und damit die wichtigste Datenquelle für mittelstandsrelevante Fragestellungen dar. Die aktuellen Analysen des Nachfolge-Monitorings stützen sich auf Daten von ca. 4.600 Unternehmen, die in der jüngsten 19. Welle des KfW-Mittelstandspanels erstmals teilgenommen haben (Befragungszeitraum: 15.02.2021-25.06.2021). Der KfW-Gründungsmonitor basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Sie werden jährlich im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung interviewt (die hier ausgewertete Welle wurde im zweiten Halbjahr 2020 erhoben). Gründer werden dabei breit erfasst: Voll-/Nebenerwerb, Freiberuf/Gewerbe, Neugründung/ Übernahme usw. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein repräsentatives Bild der gesamten Gründungstätigkeit in Deutschland.

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Christine Volk,
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Christine.Volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Fisher Investments von der Association for Talent Development zum Gewinner der BEST Awards 2022 gekürt GLS-Bank-Chef Thomas Jorberg ist
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.06.2022 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1984854
Anzahl Zeichen: 6058

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Frankfurt am Main



Kategorie:

Banken



Diese Pressemitteilung wurde bisher 172 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gefahr unfreiwilliger Stilllegungen: Drei Viertel der Mittelständler sehen Mangel an Nachfolgerinnen und Nachfolgern als Problem"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

KfW (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Anpassungen in den KfW-Produkten der Bundesförderung für effiziente Gebäude - Start Umstellungsphase ...
- Bundesregierung hat Eckpunkte für neue Förderbedingungen bei Zuschüssen der Heizungsförderung und Krediten für energieeffiziente Sanierung festgelegt - KfW nimmt Förderung zu neuen Konditionen am 21. Juli 2026 auf - Kundinnen und Kunden mit antragsreifen Investitionsvorhaben können bis zu

KfW Research: Vier von zehn Mittelständlern beklagen schweren Zugang zu Krediten ...
- So viele mittelständische Unternehmen wie nie nehmen ihre Banken als restriktiv bei der Kreditvergabe wahr - Einzelhandel berichtet über besonders drastischen Anstieg der Hemmnisse - Nachfrage nach Finanzierungen sinkt Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich

KfW erhöht Refinanzierungsziel für 2026 auf 80 bis 85 Mrd. EUR ...
- Starkes Fördergeschäft treibt Refinanzierungsbedarf - KfW setzt weitere Impulse für digitale Kapitalmarktinfrastruktur - Hohe internationale Investorennachfrage trotz Krisen Die KfW erhöht ihr Refinanzierungsziel für 2026 von ursprünglich 75 bis 80 Mrd. auf 80 bis 85 Mrd. EUR. Darin spiege


Weitere Mitteilungen von KfW


Fisher Investments von der Association for Talent Development zum Gewinner der BEST Awards 2022 gekürt ...
BEST Awards würdigen herausragende Mitarbeiterschulung und -entwicklung Fisher Investments (https://c212.net/c/link/?t=0&l=de&o=3552931-1&h=2342373797&u=https%3A%2F%2Fwww.fisherinvestments.com%2Fen-us&a=Fisher+Investments), einer der weltweit größten unabhängigen Honorar-A

Dalberg stärkt seine Innovationsfähigkeit durch die Übernahme von Ravel Innovation ...
Um die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen, ist eine enorme Steigerung der Innovationskapazität erforderlich. Obwohl das verwaltete Vermögen (AUM) wirkungsorientierter Investoren in den letzten zwei Jahren von 500 auf 700 Milliarden US-Dollar gestiegen ist, hat sich die unte

Autentica gibt seinen offiziellen Start und eine Vorfinanzierung in Höhe von 1,2 Millionen Dollar für die Entwicklung einer kettenübergreifenden Zertifizierungstechnologie für NFTs bekannt ...
Autentica, ein Schweizer Technologie-Startup, gibt seinen offiziellen Start und eine Pre-Seed-Investition in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar bekannt, mit der das Unternehmen die Entwicklung seiner kettenübergreifenden Zertifizierungstechnologie für NFTs fortsetzen kann. Das Unternehmen bietet

Bitget ernennt Gracy Chen zur Geschäftsführerin ...
Die führende globale Derivatebörse Bitget gab heute die Ernennung von Gracy Chen zum Managing Director bekannt, die die Wachstumsstrategien von Bitget leiten wird, während die Plattform ihren globalen Expansionsplan beschleunigt. Sie wird auch die Stimme und Präsenz von Bitget im breiteren Kry


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z