EEG 2023: Solar-Fesseln gelockert, nicht gelöst
ID: 1992531
Erfreut zeigt sich die Solarbranche über die deutliche Heraufsetzung der Photovoltaik-Ausbauziele. Demnach soll die installierte Solarstromleistung in den kommenden 10 Jahren bei einem gleichzeitig steigenden Strombedarf vervierfacht werden. Ihr Anteil am heimischen Stromverbrauch würde in diesem Zeitraum von derzeit rund 10 Prozent auf beinahe 30 Prozent steigen. Um diese ehrgeizige Zielsetzung auch sicher zu erreichen, hätte es nach den Vorstellungen der Solarwirtschaft jedoch eines noch konsequenteren Abbaus von Investitionsbarrieren bedurft.
Mit dem EEG 2023 sei dies nur zum Teil gelungen. Beim weitgehenden Verzicht auf Ausschreibungen bei der Inanspruchnahme von Marktprämien gewerblicher Solardächer folgte die Bundesregierung den Branchenempfehlungen. Die erfolgte Anhebung der anzulegenden Werte zur Ermittlung der Marktprämien sei nach Einschätzung des BSW jedoch voraussichtlich zu gering und kompliziert ausgefallen, um eine ausreichende Anzahl an Firmen zu PV-Investitionen zu bewegen. „Die Investitionsbereitschaft in diesem wichtigen Photovoltaik-Marktsegment wird jetzt stark von der weiteren Entwicklung der Kapital- und Material- sowie vor allen Dingen auch Stromkosten abhängen“, so Körnig. Zusätzliche Wachstumsimpulse erhofft sich die Branche von der für das kommende Jahr angekündigten Solarpflicht für neue Gewerbebauten.
Als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete der BSW die erweiterte Freigabe von Verkehrsrandstreifen zur ebenerdigen Errichtung von Solarparks. Durften PV-Freiflächenanlagen bislang lediglich in einem Streifen von maximal 200 Metern entlang von Bundesautobahnen und Schienenwegen errichtet werden, so liegt die Limitierung künftig bei 500 Metern. Der Bundesverband bedauert jedoch, dass die generelle Freigabe sogenannter benachteiligter Gebiete – i. d. R. ertragsarme landwirtschaftliche Flächen – weiterhin unter dem Vorbehalt von Verordnungen der Bundesländer stehe.
Auch die Verbesserungen der Rahmenbedingungen für hybride Nutzungsformen wie Agri-PV und Floating-PV, also die Kombination von Landwirtschaft bzw. Gewässernutzung mit der Solarstromerzeugung, seien hinter den Erfordernissen zurückgeblieben. Weitgehende Fehlanzeige gäbe es nach der ersten Blitzauswertung der Ausschussbeschlüsse auch bei den erhofften Verbesserungen der Investitionsbedingungen für die solare Direktversorgung, zum Beispiel mittels Mieterstrommodellen.
Insgesamt müsse der regulatorische Rahmen – Zertifizierung, Voraussetzung für Netzanschluss und -einspeisung, steuerrechtliche Aspekte – spätestens im Sommerpaket entbürokratisiert und vereinfacht werden. Körnig: „Das EEG 2023 ist ein erster wichtiger Schritt. Weitere Investitionsbremsen müssen nun schnell gelöst werden, um die Energieversorgung baldmöglichst mittels Erneuerbarer Energien zu sichern.“
Der Bundesverband Solarwirtschaft ist die Interessenvertretung der Solar- und Speicherbranche.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Bundesverband Solarwirtschaft ist die Interessenvertretung der Solar- und Speicherbranche.
Datum: 05.07.2022 - 16:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1992531
Anzahl Zeichen: 3749
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Carsten Körnig
Stadt:
Berlin
Telefon: +49 (30) 2977788-30
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 299 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"EEG 2023: Solar-Fesseln gelockert, nicht gelöst"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
In der für September angekündigten neuen Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sieht die Solarwirtschaft einen lang ersehnten „Startschuss zur Solarisierung von Deutschlands Fernwärmenetzen“. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) ermöglicht das neue attrak
Bundestag setzt Solarzeitalter-Meilenstein ...
Als einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg ins Solarzeitalter bezeichnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) die vom Deutschen Bundestag am heutigen Donnerstag auf den Weg gebrachte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2023). Die Vervielfachung der Photovoltaik-Ausbauziele sei ein unü
EEG-Entwurf: Verbessern statt Verwässern! ...
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat vor der entscheidenden Sitzungswoche im Bundestag einen letzten Appell an die Parlamentarier gerichtet, den vorliegenden Gesetzesentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dringend nachzubessern. Nur so sei die Zielsetzung der Bundesregierung erreichbar
Weitere Mitteilungen von Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW)
Auf dem Weg zur klimaneutralen Praxis ...
Es ist regelrecht en vogue, sich als Unternehmen Klimaneutralität auf die Fahne zu schreiben. Ob eine ergotherapeutische Praxis das für ihr Image auch ‚nötig‘ hat? „Klimafreundliches Verhalten am Arbeitsplatz verstärken, die Mitarbeiter:innen zu einem reflektierten, achtsamen und bewussten
"Atomkraft Forever" am 13. Juli um 22:15 Uhr im Ersten ...
90-minütige Doku über die langen und unabsehbaren Folgen des Menschheitstraums Kernenergie / ab 11. Juli für 30 Tage in der ARD Mediathek Ende 2022 sollen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz. Das Risiko ist zu hoch, die Technik nicht beherrschbar. Doch mit der Abschaltung ist e
Die Zukunft im Blick: Schornstein ist Garant für vielfältige Heizsysteme ...
Steigende Energiepreise, technologische Innovationen, synthetische Kraftstoffe, Wärmepumpe und Solarenergie - keiner weiß wirklich, wie die Energie der Zukunft aussieht und was das für die Gebäudetechnik bedeutet. Auch wünschen sich viele Immobilienbesitzer früher oder später eine zusätzli
Sichere digitale Identität bei CO2-Minderungsnachweis und THG-Quote ...
Dank automatisierter Abtretung der THG-Quote könnten sich die Kosten für Ladestrom an öffentlichen Stationen nahezu halbieren – das war ein Ergebnis des Meilensteintreffens zum ID-Ideal-Projekt vergangene Woche in Dresden. Ladekosten an öffentlichen Ladepunkten könnten sich halbieren Anläs




