Ukraine: In sechs Monaten Krieg starben mehr als 350 Kinder - Dunkelziffer laut UN vermutlich noch deutlich höher
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Berlin / Kyjiw, 23. August, 2022 - Traurige Zahlen nach einem halben Jahr Krieg in der Ukraine: Seit dem 24. Februar sind den Vereinten Nationen zufolge mindestens 356 Kinder getötet worden, davon 16 Prozent unter fünf Jahren. Mindestens 586 Kinder wurden verletzt. Die Gesamtzahl der Opfer ist laut UN aber vermutlich noch deutlich höher.
"Die Kinder in der Ukraine können nichts für diesen Krieg und sind doch am stärksten betroffen", betont Sonia Khush, Länderdirektorin der Kinderrechtsorganisation Save the Children in der Ukraine. "Sie wachsen mit dem Lärm von Bomben und Granaten auf und müssen mit ansehen, wie ihre Häuser und Schulen zerstört, ihre Freunde und Angehörigen getötet oder verletzt werden."
Städtische Gebiete werden immer wieder zu Angriffszielen, was Zivilisten gefährdet und den Zugang zu Nahrung, Wasser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen erschwert. Auch die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw ist seit Kriegsbeginn unter Beschuss. Dana* (29) und ihre Tochter Antonina* mussten dort vor ihrer Flucht häufig im Keller Zuflucht suchen. "Meine Tochter hörte die Explosionen und konnte vor Angst nicht schlafen", erinnert sich Dana. "Ich kann einer Zweijährigen doch nicht sagen, dass da gerade ein Krieg stattfindet, bei dem Kinder sterben. Dafür ist sie noch zu klein." Stattdessen erzählte sie ihrer Tochter, die lauten Geräusche seien Gewitter. Eine Notlüge, die ältere Kinder nicht mehr glauben. "Mein neunjähriger Neffe fragte mich: ,Werde ich auch sterben?'."
"Kinder brauchen mehr als humanitäre Hilfe, sie brauchen Hoffnung", appelliert Sonia Khush. "Hoffnung, dass dieser Krieg zu Ende geht. Hoffnung, dass sie nach Hause zurückkehren können. Und Hoffnung auf eine gute Zukunft." Save the Children verurteilt den Krieg und die Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastrukturen wie Schulen und Krankenhäuser. Gleiches gilt für den Einsatz ballistischer Raketen und anderer Sprengstoffwaffen, die gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen, und viele zivile Opfer fordern.
Rund 6,7 Millionen Menschen sind laut Schätzungen des UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR seit Kriegsbeginn aus der Ukraine geflohen, die Hälfte von ihnen Kinder. Weitere rund drei Millionen Kinder wurden innerhalb des Landes vertrieben. Auch Dana musste mit ihrer kleinen Tochter aus Charkiw fliehen. Beide leben jetzt in Dnipro, wo Save the Children sie dank der lokalen Partnerorganisation Pomagaem mit Essen und den wichtigsten Gütern für den täglichen Bedarf unterstützt. "Wir leben von Tag zu Tag", sagt Dana. "Aber irgendwann kehren wir nach Hause zurück." Ein Optimismus, den die Teams von Save the Children in der gesamten Ukraine erleben. So zum Beispiel auch im Kyjiwer Vorort Butscha, wo die Gemeinde sich zusammentat, um einen zerstörten Spielplatz wieder aufzubauen.
Die Kinderrechtsorganisation ist seit 2014 in der Ukraine tätig und leistet humanitäre Hilfe für Kinder und ihre Familien. Unter anderem verteilt sie vor Ort lebenswichtige Güter und stellt mithilfe lokaler Partner Unterkünfte, Lebensmittel, Bargeld, Brennstoff sowie Baby- und Hygienesets für vertriebene Familien zur Verfügung und leistet psychologische Unterstützung. Auch europaweit setzt sich Save the Children für geflüchtete Familien ein.
* Namen zum Schutz geändert
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Über Save the Children: Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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Datum: 23.08.2022 - 11:01 Uhr
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