Düngemittel-Industrie braucht bezahlbare Energie / Wettbewerbsfähige Energiepreise für Versorgungssicherheit essenziell / Statement des IVA
ID: 2010280
Zur Lage der energieintensiven Düngemittel-Industrie vor dem Hintergrund der gestern vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Absatzeinbrüche im ersten Halbjahr 2022 und den politischen Debatten auf europäischer und nationaler Ebene zur Unterstützung in der aktuellen Energiekrise erklärt der Leiter Pflanzenernährung und Biostimulanzien im Industrieverband Agrar e. V. (IVA), Dr. Sven Hartmann:
"Die deutsche und europäische Düngemittel-Industrie steht angesichts der rekordhohen Energie- und insbesondere Gaspreise vor einer existenzbedrohenden Herausforderung - mit absehbaren negativen Folgen für die gesamte Gesellschaft. Als besonders energieintensive Branche, die Erdgas nicht nur als Energieträger, sondern auch als wichtigen Rohstoff einsetzt, ist sie den Kostensteigerungen und dem Wettbewerbsdruck durch Importe aus energiebegünstigten Regionen besonders stark ausgesetzt. Die jüngsten Zahlen belegen, dass die Nachfrage über alle Nährstoffe hinweg vor allem aufgrund der hohen Preise massiv eingebrochen ist. Das Überleben der Branche kann deshalb kurz- und mittelfristig nur gesichert werden, wenn die Gasversorgung zu global wettbewerbsfähigen Preisen gesichert ist."
Die Gasumlage für die Industrie dürfe nicht erhoben werden, da sie zu Mehrbelastungen in Millionenhöhe führt. Stattdessen sollte die Gasumlage aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Außerdem müssten neben der EU-Strompreisbremse auch die äußerst hohen und sehr volatilen Gaspreise in Europa gesenkt und gedeckelt werden. Drittens sei es dringend notwendig, die weitere Entlastung und finanzielle Unterstützung der betroffenen Unternehmen sicherzustellen. Das Energiekostendämpfungsprogramm müsse angepasst und das angekündigte "Programm für Energieintensive Unternehmen" schnell ausgestaltet werden, damit sie schnellstmöglich in Anspruch genommen werden können. "Für die notleidenden Unternehmen ist es bereits 5 vor 12", so Hartmann.
Die Düngemittel-Industrie stellt lebenswichtige Nährstoffe für den Pflanzenbau und damit letztlich für die Lebensmittelkette bereit. Importe aus dem außereuropäischen Ausland können die Versorgung der heimischen Landwirtschaft nicht dauerhaft sichern. Man dürfe sich hier nicht in neue Abhängigkeiten begeben. Zudem liefere die Düngemittel-Industrie auch Vorprodukte für zahlreiche weitere Wertschöpfungsketten. Ob Versorgung der Getränke-Industrie und anderer Sektoren mit CO2, Harnstoff für AdBlue oder den Kunststoffsektor, Stickstoffverbindungen und Kali-Salze für die pharmazeutische Industrie und vieles mehr - die Düngemittel-Industrie ist essenzieller Baustein der wirtschaftlichen Wertschöpfung.
"Das Überleben der Branche sichert nicht nur zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze, insbesondere in strukturschwachen Regionen, sondern sorgt auch für eine zuverlässige Versorgung von branchenübergreifend benötigten Produkten wie Ammoniak, CO2 oder Harnstoff. Auch die begonnene Transformation hin zu einer Treibhausgas-neutralen Produktion ist ein wichtiger Hebel bei der Erreichung der gewünschten Klimaziele. Die dafür notwendigen Investitionen können nur gestemmt werden, wenn die Branche im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Dafür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen - heute zwingender denn je", so Hartmann.
Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der agrochemischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 53 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien und Schädlingsbekämpfung. Die vom IVA vertretene Branche steht für innovative Produkte für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft.
Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V.
Dr. Sven Hartmann
Tel. +49 69 2556-1265 oder +49 151 54417695
Fax +49 69 2556-1298
E-Mail: hartmann.iva@vci.de
https://www.iva.de
https://twitter.com/IVA_Presse
https://www.linkedin.com/company/industrieverband-agrar-iva
Original-Content von: Industrieverband Agrar e.V. (IVA), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.09.2022 - 11:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2010280
Anzahl Zeichen: 4232
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt/Main
Kategorie:
Industrie
Diese Pressemitteilung wurde bisher 219 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Düngemittel-Industrie braucht bezahlbare Energie / Wettbewerbsfähige Energiepreise für Versorgungssicherheit essenziell / Statement des IVA"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrieverband Agrar e.V. (IVA) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner freuen sich in den Sommermonaten auf die Ernte von selbst angebautem Gemüse. Mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenphasen wachsen jedoch auch die Anforderungen an die Pflege der Pflanzen. Bei Tomaten, Salat & Co. kommt es auf die passende Ar
Keine Einigung im Rat - IVA drängt auf klare Vereinfachung beim Omnibus X ...
Nach der vertagten Einigung im Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (AStV) zum "Food and Feed Safety Simplification Omnibus" fordert der Industrieverband Agrar e. V. (IVA), die Reform konsequent auf Vereinfachung und schnelleren Zugang zu Innovationen auszurichten. Die
IVA zum "Fertilizer Action Plan": Richtiges Signal - Umsetzung entscheidet über industrielle Wettbewerbsfähigkeit ...
Der "Fertilizer Action Plan" der EU-Kommission sendet nach Ansicht des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) ein doppeltes Signal: dass für die Nahrungsmittel-Produktion im Binnenmarkt einerseits die Versorgung der Landwirtschaft mit Düngemitteln gesichert sein muss und andererseits der eu
Weitere Mitteilungen von Industrieverband Agrar e.V. (IVA)
JME und DÜRR NDT bündeln Kräfte für innovative industrielle Röntgenlösung ...
JME Ltd. ist ein britisches Unternehmen, welches die ZfP-Industrie seit 35 Jahren beliefert. Ihre Kernprodukte sind die JME-Pipeline-Crawler-Inspektionssystemen sowie die Betatron-Röntgensysteme. Zusammen mit der Bildgebungssoftware D-Tect X von DÜRR NDT hebt JME seinen DXB:1 auf die nächste Stuf
Veränderung im Aufsichtsrat der Jungheinrich AG ...
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Jungheinrich AG, Hans-Georg Frey, hat der Gesellschaft mitgeteilt, sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrates und damit auch als dessen Vorsitzender mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 11. Mai 2023 niederzulegen. "Nach dann fast 16 Jahren an d
Doppeljubiläumder Formula-Student-Förderung durch Hufschmied ...
Seit zehn Jahren ist die Hufschmied Zerspanungssysteme GmbH Sponsor des municHMotorsport e.V. und seit fünf Jahren wird auch Starkstrom Augsburg e.V. unterstützt. Das Unternehmen versorgt die beiden erfolgreichen Formula Student Teams allerdings nicht nur mit kostenlosen Spezialwerkzeugen für die
ASMPT Semiconductor Solutions auf der electronica 2022 ...
ASMPT Semiconductor Solutions (SEMI), führender Hersteller von Mainstream- und Advanced-Equipment für Semiconductor Assembly und Packaging, stellt auf der electronica 2022 vom 15. bis 18. November 2022 in München aus. Schwerpunkt der Messepräsenz in Halle C3, Stand 119, sind Wire und Die Bonder.




