Zum Welternährungstag: Dürren, Überschwemmungen, Epidemien / die vergessene Hungerkrise im Südsu

Zum Welternährungstag: Dürren, Überschwemmungen, Epidemien / die vergessene Hungerkrise im Südsudan

ID: 2014354
(ots) -

Vor dem Welternährungstag am 16. Oktober unter dem Motto "Lasst niemanden zurück" macht Save the Children auf die Situation der Menschen im Südsudan aufmerksam. Der ostafrikanische Staat, der im Juli 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erreichte, ist eines der Länder, in denen die Not besonders groß ist.

Ein Haupttreiber des Hungers ist die Klimakrise: Dürren und Überschwemmungen erschüttern das Land immer wieder und zerstören Häuser und Ernten. Hinzu kommen Epidemien wie Cholera oder Malaria und die Folgen der Corona-Pandemie. Bewaffnete Konflikte verschärfen die Lange; der 2018 eingeläutete Friedensprozess gerät immer wieder ins Stocken. Die Wirtschaftskrise und rapide steigende Lebensmittelpreise infolge des Krieges in der Ukraine machen Nahrungsmittel für viele Menschen unerschwinglich.

"Wir dürfen die erste Generation südsudanesischer Kinder jetzt nicht im Stich lassen", warnt Jib Rabiltossaporn, Länderdirektor von Save the Children im Südsudan. "Als 2017 in Teilen des Landes eine Hungersnot ausgerufen wurde, hat die internationale Gemeinschaft gehandelt und eine größere Katastrophe verhindert. Das müssen wir jetzt wieder tun."

Rund 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen im Südsudan akut mangelernährt. Für mehr als 300.000 von ihnen ist der Hunger sogar lebensbedrohlich. Insgesamt benötigen laut UN rund 8,9 Millionen Menschen - mehr als 70 Prozent der Bevölkerung - humanitäre Hilfde. Da es kaum asphaltierte Straßen gibt und Flugpisten unter Wasser stehen, sind viele Gemeinden von Hilfe abgeschnitten.

Alek* lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe der Stand Tonj im Bundesstaat Warrap, rund 550 Kilometer nördlich der Hauptstadt Juba. Die Überschwemmungen zerstörten ihre Ernte. "Wir hatten nichts mehr zu essen, und ich fürchtete, meine Babys zu verlieren", erzählt die 28-Jährige, die im April mit Zwillingen schwanger war und in einem von Save the Children betriebenen Gesundheitszentrum Hilfe fand. "Zum Glück bekam ich dort Medikamente, und die Kinder kamen zur Welt."



Save the Children appelliert an die Staats- und Regierungschefs, die im November auf der Weltklimakonferenz zusammenkommen, mehr Gelder bereitzustellen, um gefährdeten Gemeinschaften bei der Bewältigung von Klimakatastrophen zu helfen. Bis 2023 sollten sie einen neuen Klimafinanzierungsmechanismus einrichten, um Verluste und Schäden, die Betroffene erleiden, auszugleichen. Die Organisation ruft außerdem zu verstärkten Investitionen auf, um auf der bisher geleisteten Hilfe aufzubauen und Überschwemmungen besser zu verhindern. Für den Südsudan wurden bisher nur rund 45 Prozent des UN-Spendenaufrufs über 1,7 Milliarden US-Dollar aufgebracht.

Save the Children ist seit der Unabhängigkeit des Landes 2011 im Südsudan tätig. Im Jahr 2021 erreichte die Kinderrechtsorganisation mit ihren Programmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Hygiene und Kinderschutz rund 2,2 Millionen Menschen im Land, darunter 1,5 Millionen Kinder.

Save the Children Deutschland ist derzeit im Südsudan mit einem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Projekt in der Übergangshilfe tätig. Schwerpunkt ist die Wiederherstellung von Lebensgrundlagen, die Stärkung von Resilienz und die Reintegration von Binnenvertriebenen, Rückkehrer*innen und aufnehmenden Gemeinden in Ost-Equatoria. Kürzlich startete außerdem das Mehrländerprojekt "Joining Forces zum Kinderschutz in Notsituationen", das die sechs größten Kinderrechtsorganisationen in Deutschland unter der Leitung von Plan International zusammenführt. Es bündelt deren Kräfte für Kinder in Bangladesch, Burkina Faso, der Zentralafrikanischen Republik, Kolumbien, Äthiopien sowie im Südsudan. Das konsortiale Kinderschutzprojekt, an dem auch Save the Children beteiligt ist, wird vom Auswärtigen Amt mit 16 Millionen Euro finanziert.

* Name zum Schutz geändert

Den Erlebnisbericht von Alek, Bilder und einen Vlog aus dem Südsudan finden Sie hier: https://www.contenthubsavethechildren.org/Share/vn343jvac30i3ew4e76c2f427rm803ja

Mit Vermerk © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an Dritte nutzbar.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

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Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Silke Zorn
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 -232
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Datum: 14.10.2022 - 06:00 Uhr
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Stadt:

Berlin/Tonj, Südsudan



Kategorie:

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