MDR-Talk "Fakt ist!" zum Thema: "Energie, Personalnot, Corona - Krankenhäuser vor dem Kollaps" (VIDEO)
ID: 2019220
Gepfefferte Energiepreise, teurere Medikamente, weniger OPs durch die Corona-Pandemie: Viele Krankenhäuser - auch in Mitteldeutschland - sind in die roten Zahlen gerutscht. Denn Kostensteigerungen können sie kaum weitergeben. Dazu fehlt Personal, müssen Stationen geschlossen werden. Stehen unsere Krankenhäuser vor dem Kollaps? Darüber diskutiert die Runde bei "Fakt ist!" aus Magdeburg am 7. November 2022. Zu sehen ist der MDR-Talk ab 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de/tv und auf dem MDR-YouTube-Kanal sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.
Dieser Winter droht für viele Krankenhäuser Deutschlands sehr schwierig zu werden. Alles ist teurer geworden: Strom, medizinische Produkte, auch die Nahrungsmittel für die stationären Patienten. Mit acht Milliarden Euro will die Bundesregierung den Krankenhäusern nun helfen, auch von der geplanten Strom- und Gaspreisbremse sollen sie geschützt werden. Doch etwa 60 Prozent der Kliniken in ganz Deutschland haben wohl bereits Verluste gemacht. Ihr Problem: Sie können steigende Kosten bislang nicht so einfach an die Patienten weitergeben. Es drohen Insolvenzen. Die Lage sei extrem prekär, warnt die Krankenhausgesellschaft.
Hinzu kommt die angespannte Personalsituation auf vielen Stationen: Hier mangelt es an Pflegekräften. Das verbliebene Personal arbeitet oft bis an ihre Belastungsgrenzen. Und Dokumentationspflichten fressen wertvolle Zeit, die bei der Krankenbetreuung fehlt.
Der Fehler liege im System, meinen viele Expertinnen und Experten - und zielen damit vor allem auf das 2003 eingeführte System der Fallpauschalen ab. Es zwinge Kliniken dazu, Umsätze zu generieren: zu Lasten der Patienten, des Personals und vermeintlich unwirtschaftlicher Behandlungen. Das System mache vor allem kleineren Kliniken zu schaffen, sagen Ärztliche Direktoren. Häusern, wie etwa in Havelberg in Sachsen-Anhalt. Hier wurde das Krankenhaus in ein Pflegeheim umgewandelt, trotz vieler Proteste der Einwohner.
Profit und Patientenwohl gehen nicht gemeinsam, so die Überzeugung auch vieler Bürgerinnen und Bürger. Die Politik hat die Herausforderungen erkannt: Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Krankenhausreform. Wo müsste die Reform ansetzen? Wie krank sind unsere Krankenhäuser - und woran leiden sie am meisten? Wie kann die Versorgung für Patienten verbessert werden?
Über diese und andere Fragen diskutieren Anja Heyde und Stefan Bernschein mit Bürgerinnen und Bürgern sowie mit diesen Gästen:
- Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Ärztlicher Direktor am Martha-Maria Krankenhaus Halle und Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.,
- Tina Rudolph, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Thüringen und Mitglied im Gesundheitsausschuss,
- Sepp Müller, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt und stellv. Mitglied im Gesundheitsausschuss sowie
- Dr. med. Arndt Dohmen vom Bündnis "Krankenhaus statt Fabrik".
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Thomas Ahrens, MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. (0391) 539 21 21
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Datum: 04.11.2022 - 13:10 Uhr
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